Studiogast findet Hitze schön – ZDF-Wettermoderator Stöwe sprachlos
Im ZDF-Morgenmagazin wollte Wettermoderator Benjamin Stöwe über die Qualen des Rekordsommers sprechen – die Studiogästin fand die Hitze schön. Stöwe war kurz sprachlos, nannte ihren Satz später aber Meinungsfreiheit live.
Eine Studiogästin hat im ZDF-Morgenmagazin den heißesten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen als „schön“ bezeichnet. Wettermoderator Benjamin Stöwe hatte am Freitag, 2. Oktober 2026, genau das Gegenteil erwartet – und war für einen Moment sprachlos.
Stöwe wollte von der Frau im Studio hören, wie unerträglich die zurückliegenden Monate gewesen seien. Sie sagte stattdessen, sie habe den Sommer genossen und finde die Hitze schön. Der Moderator reagierte fassungslos, die Sendung lief weiter – der Bericht zur sprachlosen Runde im ZDF-Morgenmagazin hält den Moment fest.
Der heißeste Sommer seit 1881
In Baden-Württemberg erreichte der Sommer 2026 nach vorläufigen Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes ein Temperaturmittel von 21,1 Grad. Wärmer war dort kein Sommer seit dem Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881. Deutschlandweit fiel am 27. Juni in Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt mit 41,8 Grad ein neuer Allzeitrekord; der DWD-Rückblick auf das Sommerwetter 2026 führt die Werte.
Der Deutsche Wetterdienst sagte für Mitte August erneut bis zu 39 Grad voraus, örtlich nahe 40. Größer als die Hitze war aus Sicht der Meteorologen die Trockenheit: die drohende Dürre bis in den Oktober blieb das eigentliche Risiko des Sommers.
Sprachlos im Studio, gelassen einen Tag später
Stöwe ließ den Auftritt nicht stehen. Einen Tag später kommentierte er die Szene selbst und nahm die Studiogästin in Schutz, ohne seine eigene Verwunderung zu verbergen.
„Der Sommer 2026 war der heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen — mit drastischen Folgen für Mensch, Infrastruktur und Natur. Kann man ihn dennoch als „schön“ bezeichnen? Na klar. Gestern so geschehen im #momaWetter. Das hat mich überrascht, aber ist Meinungsfreiheit live.“
Benjamin Stöwe, ZDF-Wettermoderator, auf X am 3. Oktober 2026
In seinem Beitrag trennt er zwei Dinge, die im Studio zusammengefallen waren: die belegten Rekordwerte und die Bewertung eines Sommers. Dass jemand 41,8 Grad als angenehm beschreibt, widerspricht keiner Messung – es widerspricht nur der Erwartung, mit der ein Wettermoderator an einen Rekordsommer herangeht.
Rekordhitze mit Todesfolge
Politisch ist dieser Sommer ohnehin ein Streitfall. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts starben 2026 mindestens 14.000 Menschen hitzebedingt; die Debatte um Hitzetote und eine Grundgesetzänderung läuft seither. Die SPD will den Hitzeschutz zur Gemeinschaftsaufgabe machen, Kanzler Merz hat sich zu der Zahl bislang nicht geäußert.
Sein Kommentar trennt beides ausdrücklich: Rekord und Folgen als Fakten, die Bewertung als freie Meinung. Für einen Wettermoderator ist das eine Gratwanderung – er soll vor Extremwerten warnen, ohne dem Gegenüber die Deutung zu diktieren.
Was der Sommer 2026 am Ende war
Die DWD-Zahlen für den Sommer 2026 sind vorläufig, die endgültige Auswertung steht noch aus. Bis dahin bleibt offen, ob die 21,1 Grad für Baden-Württemberg Bestand haben – und ob eine Gästin im Morgenmagazin einen Rekordsommer wieder schön findet.