Ghalibaf knüpft Öffnung der Straße von Hormus an Schritte der USA
Bild: KI-generiert
Seeblockade

Ghalibaf knüpft Öffnung der Straße von Hormus an Schritte der USA

Irans Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf knüpft die Öffnung der Straße von Hormus an sieben Bedingungen. US-Präsident Donald Trump wies Araghtschis Sieben-Tage-Plan bereits am 26. September zurück.

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Irans Parlamentspräsident und Chefverhandler Mohammad Bagher Ghalibaf hat am Sonntag sieben Bedingungen für eine Öffnung der Straße von Hormus genannt. Die Meerenge soll gesperrt bleiben, bis die USA diese Bedingungen erfüllen; Ghalibaf berief sich dabei auf die Absichtserklärung von Islamabad.

Am selben Tag meldete die britische Schifffahrtsbehörde UKMTO Angriff auf einen Tanker: Ein unbekanntes Projektil beschädigte den Maschinenraum, verletzt wurde niemand. Wer schoss, blieb offen.

„Die Straße von Hormus wird nicht geöffnet, bis unsere sieben Bedingungen auf der Grundlage der Absichtserklärung von Islamabad erfüllt sind. Die Amerikaner, die in den Medien etwas anderes behaupten, haben kürzlich über einen Vermittler Vorschläge unterbreitet. Sie müssen aber verstehen, dass die Zeit, in der sie den Prozess in die Länge gezogen und einseitige Forderungen diktiert haben, vorbei ist.“
Mohammad Bagher Ghalibaf, iranischer Parlamentspräsident und Chefverhandler

Was in Islamabad vereinbart wurde

Die sieben Bedingungen stehen auf dem Fundament des „Islamabad Memorandum of Understanding“, das die USA und Iran am 17. Juni 2026 unterzeichneten – ein Zwischenabkommen mit 14 Punkten. Ende Februar 2026 hatten die USA und Israel den Krieg gegen Iran begonnen. Teheran blockierte die Meerenge weitgehend, Washington verhängte eine Seeblockade über iranische Häfen. Zuletzt hielt Iran die Blockade der Meerenge samt geplanter Maut aufrecht.

Außenminister Abbas Araghtschi verknüpft die Öffnung mit einem Sieben-Tage-Fahrplan: Zuerst sollen die USA alle Vorbedingungen erfüllen, danach würde Iran die Meerenge binnen sieben Tagen wieder öffnen und Gespräche über ein umfassendes Abkommen aufnehmen. Vorgelegt wurde der Sieben-Tage-Plan des iranischen Außenministers bereits im September bei der UN-Generalversammlung in New York.

Von der Blockade zum Sieben-Tage-Fahrplan

  1. Ende Februar 2026
    Kriegsbeginn und Blockade

    Die USA und Israel beginnen den Krieg gegen Iran. Teheran blockiert die Straße von Hormus weitgehend, die USA verhängen eine Seeblockade iranischer Häfen.

  2. 17. Juni 2026
    Zwischenabkommen in Islamabad

    USA und Iran unterzeichnen das „Islamabad Memorandum of Understanding“ mit 14 Punkten. Es wird die Grundlage der späteren sieben Bedingungen.

  3. September 2026
    Irans Vorstoß in New York

    Bei der UN-Generalversammlung schlägt Iran vor, die Meerenge binnen sieben Tagen wieder für den normalen Schiffsverkehr zu öffnen – sofern die Bedingungen erfüllt sind.

  4. 26. September 2026
    Trump lehnt ab

    US-Präsident Donald Trump weist den Sieben-Tage-Plan zurück, lässt Gespräche und Militäroptionen aber offen.

  5. 1./2. Oktober 2026
    Antwort über Katar

    Die USA antworten Iran über katarische Vermittler auf dessen Vorschlag.

  6. 2./3. Oktober 2026
    Beschuss auf See

    Mehrere Tanker werden in der Straße von Hormus beschossen. UKMTO meldet Treffer, Brände und Stromausfälle.

Trump lehnt den Sieben-Tage-Plan ab

US-Präsident Donald Trump wies den Plan am 26. September zurück, ließ Gespräche und Militäroptionen aber offen. Am 1. und 2. Oktober antworteten die USA Iran über katarische Vermittler auf dessen Vorschlag.

Parallel verschärfte sich die Lage auf See: Am 2. und 3. Oktober wurden mehrere Tanker in der Meerenge beschossen, UKMTO meldete Treffer, Brände und Stromausfälle. Wer hinter Angriffe auf Tanker steckt, blieb unklar.

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Warnung vor der militärischen Option

Der Ton zwischen Teheran und Washington bleibt scharf. Araghtschi, der den Sieben-Tage-Fahrplan ausgearbeitet hat, warnte die USA davor, die Diplomatie erneut durch militärischen Druck zu ersetzen.

„Wenn sie wieder auf militärische Optionen setzen, sind wir besser vorbereitet als zuvor und werden alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um uns selbst zu verteidigen.“
Abbas Araghtschi, Außenminister Irans

Offen spricht Teheran über militärische Konsequenzen: Der Sprecher der Armee, Mohammad Akraminia, sagte, während dieses Krieges sei man zu dem Schluss gekommen, die Reichweite der Raketen unbedingt erhöhen zu müssen. Erste Schritte in diese Richtung seien bereits unternommen worden.

Klare Schritte der USA gefordert

Das iranische Außenministerium richtete den Blick auf den Seeweg. Sprecher Esmail Baghaei sagte, der Schwerpunkt liege in dieser Phase auf der Straße von Hormus, und eine Wiederherstellung der Sicherheit auf diesem Seeweg erfordere klare Schritte der USA.

Ob Washington die sieben Bedingungen anerkennt, ist offen. Eine Frist nennt Teheran nicht: Nach Araghtschis Fahrplan beginnt die Sieben-Tage-Uhr erst, wenn die USA die Vorbedingungen erfüllt haben. Bis dahin bleibt die Straße von Hormus gesperrt – und die Serie ungeklärter Angriffe auf Tanker ungebrochen.