Eralp war bis 2025 Mitglied im linksextremen Verein Rote Hilfe
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Berliner Linke

Eralp war bis 2025 Mitglied im linksextremen Verein Rote Hilfe

Die Berliner Wahlsiegerin Elif Eralp war bis 2025 mehrere Jahre passives Mitglied der Roten Hilfe, die der Verfassungsschutz als linksextremistisch einstuft. Die Union erklärt sie für untragbar als Regierende Bürgermeisterin – die Koalitionsgespräche mit SPD und Grünen laufen trotzdem weiter.

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Die Frau, die Berlin regieren will, war bis 2025 Mitglied in einem Verein, den der Verfassungsschutz als linksextremistisch einstuft. Die Berliner Linken-Fraktionsvorsitzende Elif Eralp gehörte mehrere Jahre lang der Roten Hilfe an – das geht aus dem FAZ-Bericht über ihre frühere Mitgliedschaft hervor. Fraktion und Landesverband der Linken bestätigten sie.

Eralp ist Spitzenkandidatin und Gesicht des Wahlsiegs: Die Linke holte am 20. September 25,7 Prozent bei der . Sie will mit Grünen und SPD eine rot-grün-rote Koalition bilden und erstmals Regierende Bürgermeisterin werden.

Eintritt im Jurastudium, Austritt 2025

Eralp war während ihres Jurastudiums in Hamburg in die Rote Hilfe eingetreten. Nach eigenen Angaben blieb sie passives Mitglied und trat 2025 wieder aus – „wegen teilweise anderer politischer Ansichten“. Der Schritt lag vor ihrer Nominierung zur Spitzenkandidatin im Oktober 2025.

Öffentlich war die Mitgliedschaft ohnehin: In den Ausgaben 2022 und 2023 des Handbuchs des Berliner Abgeordnetenhauses ist sie aufgeführt. In der Ausgabe von Oktober 2025 fehlt der Eintrag.

Was der Verfassungsschutz über die Rote Hilfe sagt

Der Berliner Verfassungsschutz nennt die Rote Hilfe in seinem jüngsten Jahresbericht die „mit Abstand größte linksextremistische Organisation“ in Berlin. Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft sie als „größte und eine der wichtigsten Gruppierungen im deutschen Linksextremismus“ ein.

Von der KPD-Massenorganisation zum Verfassungsschutz-Fall

  1. 1924
    Gründung als KPD-nahe Massenorganisation

    Die Rote Hilfe Deutschlands entsteht als Massenorganisation der KPD.

  2. 1933
    Verbot durch die Nationalsozialisten
  3. 1986
    Konstituierung des heutigen Vereins

    Aus Rechtshilfegruppen der 1970er Jahre entsteht der Verein Rote Hilfe e.V.

  4. 2012
    Der Verfassungsschutz nimmt den Verein ins Visier
  5. 2022/2023
    Eralps Mitgliedschaft steht im Handbuch des Abgeordnetenhauses
  6. 2025
    Eralp tritt aus, der Handbucheintrag verschwindet

    Als Grund nennt sie „teilweise andere politische Ansichten“.

  7. 29. September 2026
    Die FAZ berichtet über die Mitgliedschaft

    Fraktion und Landesverband der Linken bestätigen sie.

Die Union spricht Eralp die Eignung ab

Aus der Union kommt offener Widerstand. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) spricht Eralp die Eignung für das höchste Amt der Hauptstadt ab:

„Wer einen Verein wie die Rote Hilfe unterstützt hat, kommt für ein Amt wie das der Regierenden Bürgermeisterin in Berlin aus meiner Sicht nicht infrage.“
Joachim Herrmann, Bayerischer Innenminister (CSU)

Gitta Connemann, Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (CDU), nimmt die möglichen Koalitionspartner in die Pflicht: „Mit so jemandem können weder die SPD noch die Grünen koalieren, wenn sie sich nicht aus der bürgerlichen Mitte verabschieden wollen.“

Der Druck kommt nicht nur aus der Union. Auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir verlangt in einem Koalitionsultimatum an die Berliner Linke, dass die Partei Antisemiten notfalls ausschließt.

Pellmann tritt ein, der Verein meldet 500 Neueintritte

In der Linken selbst regt sich Gegenwehr. Bundestagsfraktionschef Sören Pellmann trat demonstrativ in die Rote Hilfe ein und verteidigte den Verein:

„Eine solche NGO ist wichtig, wenn es darum geht, dass es faire Gerichtsverfahren gibt, in denen sich Verfahrensbeteiligte durch Anwältinnen und Anwälte vertreten lassen können. Insbesondere auch dann, wenn sie sich diese nicht leisten können.“
Sören Pellmann, Fraktionschef Die Linke im Bundestag

Pellmann steht mit dieser Lesart nicht allein. Der Journalist und Jurist Ronen Steinke hält fest: „Ein Rechtsstaat ist nur dann fair, wenn es eine Strafverteidigung gibt im Strafprozess.“

Sichtbar wird die Gegenbewegung auch in den Zahlen: Der Verein meldete rund 500 Neueintritte binnen weniger Tage – etwa das 20-Fache des Üblichen.

1. Oktober: Vorgespräche ohne Verständigung

Die Auseinandersetzung reicht in die laufende Regierungsbildung. Am 1. Oktober endete das erste „Vorgespräch“ von Linken, Grünen und SPD im Haus der Statistik zunächst ohne Verständigung – wie aus dem Spiegel-Bericht über das ergebnislose erste Treffen hervorgeht.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sieht darin ein verheerendes Signal – auch für das Ansehen der Stadt international:

„Noch nie ist in Deutschland eine Regierung gebildet worden, wo man in „Vorsondierungen“ über die Haltung geschweige denn eine „gemeinsame Linie“ zum Thema Antisemitismus sprechen musste. Das ist ein verheerendes Signal auch international für Berlin.“
Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin (CDU)

3. Oktober: „weiterer gemeinsamer Weg“

Zwei Tage später bewegten sich die drei Parteien aufeinander zu. Am 3. Oktober verständigten sie sich auf einen „weiteren gemeinsamen Weg“ und wollen die Gespräche in der kommenden Woche zu einem Ergebnis führen.

Verhandelt werden dabei Antisemitismus, Rassismus und Organisierte Kriminalität. Rückenwind bekommt Eralp von außen: Eine Insa-Nachwahlbefragung sieht 41 Prozent der Berliner hinter einer Koalition unter Elif Eralps Führung.

Entschieden ist damit nichts. Für die kommende Woche ist die nächste Runde angesetzt – dann soll feststehen, ob Linke, Grüne und SPD gemeinsam regieren und ob Eralp tatsächlich ins Rote Rathaus einzieht.

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