Kein einziger US-Bomber steht mehr auf RAF Fairford. Das Pentagon bestätigte am Sonntag, dem 4. Oktober 2026, dass alle auf dem britischen Stützpunkt stationierten Maschinen zu ihren Heimatstützpunkten in den USA zurückgekehrt sind. Rund zwölf B-1-Bomber vom Typ B-1B Lancer waren dort zuletzt stationiert, mindestens zehn starteten am Sonntag.
Der Abzug folgt genau eine Woche nach dem Sicherheitsvorfall vom 27. September. Nahe der Basis wurden drei verdächtige Transporter und maskierte Männer gemeldet, fünf Briten aus London im Alter von 23 bis 25 Jahren festgenommen und 85 Häuser evakuiert. Wie die Räumung des Dorfes Whelford nach den Festnahmen ablief, dokumentiert die Chronologie des Einsatzes.
Am 1. Oktober nahm die Anti-Terror-Polizei in Westminster einen sechsten Verdächtigen fest, einen 25-jährigen britisch-iranischen Doppelstaatsangehörigen, und durchsuchte zwei Wohnungen. Nach der Freilassung des britisch-iranischen Verdächtigen gegen Kaution sind seit dem 3. Oktober alle sechs Festgenommenen auf freiem Fuß. In den Fahrzeugen wurden keine Sprengstoffe gefunden, aber Benzin.
Überstürzter Abflug vor neuen Drohungen
Nach Angaben der New York Times waren neue, konkreter gewordene Drohungen gegen die Basis der Grund für den überstürzten Abzug. Einige Bomber starteten, bevor die Tankflugzeuge für den Atlantiküberflug bereit waren. Der Abzug der Bomber nach einem mutmaßlichen Anschlagsplan trug damit Züge einer Evakuierung.
Das Pentagon bestätigte den Abzug mit den Worten, alle US-Bomber seien „wieder an ihre Heimatstützpunkte in den Vereinigten Staaten zurückgekehrt“. Einen Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Anschlagsplan stellte es nicht her und verwies auf operative Sicherheit. Das britische Verteidigungsministerium lehnte einen Kommentar ab; laut BBC war der Abzug eine militärische, nicht eine politische Entscheidung.
Burnham und Rubio deuten auf Iran
Die politische Deutung fiel deutlicher aus als die militärische. Großbritanniens Premierminister Andy Burnham verwies auf Beweise, die die Polizei noch sammelt – und ließ offen, ob der Abzug mit dem Anschlagsplan zusammenhängt.
„Es gibt starke Anzeichen dafür, dass Iran an dem beteiligt war, was am Wochenende in RAF Fairford passiert ist, aber es bleibt natürlich eine laufende, komplexe und ernste polizeiliche Untersuchung.“
US-Außenminister Marco Rubio verwies auf die „Hände eines ausländischen Akteurs“. Präsident Donald Trump kündigte Entscheidungen zu Iran an: „Die einzige Frage ist – es wird entweder der einfache oder der harte Weg.“ Über die freigelassenen Verdächtigen sagte er: „Wir wissen alles über sie, wir hätten sie nicht freigelassen.“ Iran wies die Vorwürfe zurück und bestellte den britischen Botschafter ein.
Warum Fairford ins Visier geriet
RAF Fairford diente den USA als vorgeschobener Stützpunkt: Von dort erreichen B-1-Bomber Ziele im Nahen Osten. Die Stationierung geht auf eine britische Erlaubnis zurück – London gestattete den USA „defensive“ Angriffe auf iranische Raketenstellungen von britischen Basen aus. Genau deshalb geriet die Basis in den Fokus Teherans.
Von der Bomberverlegung zum Abzug
- März 2026USA stocken Bomberpräsenz in Fairford auf
Nach der britischen Erlaubnis für „defensive“ Angriffe auf iranische Raketenstellungen verlegen die USA weitere Langstreckenbomber nach RAF Fairford.
- Juli 2026Teheran nennt Fairford ein legitimes Ziel
Iran erklärt, jede für Angriffe auf iranisches Territorium genutzte Basis sei ein legitimes Ziel; die Revolutionsgarde benennt RAF Fairford ausdrücklich.
- 27. September 2026Sicherheitsvorfall nahe der Basis
Drei verdächtige Transporter und maskierte Männer werden gemeldet, fünf Briten aus London festgenommen, 85 Häuser evakuiert.
- 30. September 2026London und Washington deuten auf Iran
Premierminister Burnham spricht von „starken Anzeichen“, Außenminister Rubio von den „Händen eines ausländischen Akteurs“.
- 1. bis 3. Oktober 2026Sechster Verdächtiger festgenommen und freigelassen
Die Anti-Terror-Polizei nimmt in Westminster einen 25-jährigen britisch-iranischen Doppelstaatsangehörigen fest. Am 3. Oktober kommt er gegen Kaution frei, damit sind alle sechs auf freiem Fuß.
- 4. Oktober 2026Pentagon bestätigt den vollständigen Abzug
Alle auf RAF Fairford stationierten US-Bomber sind zurück in den USA. Rund zwölf B-1-Bomber waren stationiert, mindestens zehn flogen am Sonntag ab.
Kein Zeitplan für eine Rückkehr
Ob die Bomber zurückkehren, ist offen. Der Abzug fällt in eine laufende Debatte über die US-Präsenz in Europa: Das Pentagon prüft bereits einen Abzug von bis zu 40.000 US-Soldaten vom Kontinent. Ein Zeitplan für Fairford wurde nicht genannt.
Die Ermittlungen laufen weiter; die Polizei prüft auch, ob ein ausländischer Staat beteiligt war. Sechs Festgenommene sind gegen Kaution auf freiem Fuß, gerichtlich bestätigt ist bislang kein Vorwurf. Offen ist, ob Washington die Basis dauerhaft geräumt lässt oder Bomber zurückkehren. Antworten hängen an einer Untersuchung, deren Ende niemand terminiert hat.
