Vorzeitige Rente kostet im Schnitt 162 Euro Abschlag im Monat
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Alterssicherung

Vorzeitige Rente kostet im Schnitt 162 Euro Abschlag im Monat

Der durchschnittliche Abschlag bei vorgezogenen Altersrenten ist von 103 Euro (2020) auf 162 Euro im Monat gestiegen – ein Plus von gut 57 Prozent. Die Linksfraktion hält die Reformpläne der Regierung für realitätsfern, der Bundesrechnungshof warnt vor den Kosten.

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Wer vor der Regelaltersgrenze aus dem Job geht, verliert im Schnitt 162 Euro im Monat. So hoch war der durchschnittliche Abschlag bei vorgezogenen Altersrenten im Jahr 2025. Fünf Jahre zuvor lag der Wert bei 103 Euro.

Der Anstieg um gut 57 Prozent geht aus den Daten des Bundesarbeitsministeriums für 2025 hervor, über die im Oktober 2026 berichtet wurde. Betroffen sind alle, die vor der Regelaltersgrenze aussteigen – der Abzug trifft sie dauerhaft.

Der Abschlag wirkt sich dauerhaft aus: Er mindert den monatlichen Rentenbetrag auch nach dem Renteneintritt. Rechnet man die 162 Euro über zwanzig Rentenjahre hoch, kommt man auf rund 39.000 Euro, die fehlen.

Durchschnittlicher Abschlag bei vorgezogener Altersrente

Monatlicher Abzug in Euro, ausgewertet für das jeweilige Jahr

Quelle: Bundesarbeitsministerium, Daten für 2025

Kritik an den Reformplänen der Koalition

Sarah Vollath ist rentenpolitische Sprecherin der Linksfraktion. Sie bestreitet, dass der späte Rentenbeginn für Beschäftigte machbar ist – und greift damit die Pläne der Bundesregierung direkt an.

„Viele Menschen seien dazu bereit, hohe Abschläge in Kauf zu nehmen, weil sie nicht bis zur Regelaltersgrenze durchhalten. Die Reformpläne der Regierung gingen völlig an der Realität vorbei“
Sarah Vollath, rentenpolitische Sprecherin der Linksfraktion

Vollaths Vorwurf zielt auf den Kern der Reform: Nach den Vorschlägen der Rentenkommission soll das Regelalter ab 2032 schrittweise an die Lebenserwartung gekoppelt werden, die abschlagsfreie Rente mit 63 soll verschwinden – wie der Vorschlag der Rentenkommission zum Regelalter zeigt.

Die Koalition beschreibt den Abschlag als Steuerungsmittel, das einen frühen Ausstieg aus dem Arbeitsmarkt unattraktiver machen soll. Vollath hält dagegen, dass Beschäftigte nach ihrer Darstellung schon jetzt nicht bis zur Altersgrenze durchhalten.

Was die Reform den Bund kostet

Der Streit hat eine finanzielle Seite, die über die Rentnerinnen und Rentner hinausgeht. Der Bundesrechnungshof hat dem Haushaltsausschuss vorgerechnet, dass 2040 fast 46 Prozent der Steuereinnahmen an die Rente gebunden sein könnten. Wie seine Warnung vor den steigenden Rentenkosten zeigt, reicht die Debatte weit über die Abschläge hinaus.

Gleichzeitig steigen die Renten. Zum 1. Juli 2027 erwarten zwei Ökonomen ein Plus von 4,7 Prozent statt der bislang veranschlagten 4,4 Prozent, wie die erwartete Rentenerhöhung zum 1. Juli 2027 zeigt.

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Der Streit ist nicht entschieden

In dem Streit um Altersgrenze und Rentenhöhe stehen sich zwei Lager gegenüber: Die Koalition will die abschlagsfreie Rente mit 63 abschaffen und das Eintrittsalter an die Lebenserwartung koppeln, Gewerkschaften und Sozialverbände lehnen den Umbau ab.

Wie hoch der Abschlag für die Jahrgänge ausfällt, die künftig früher aussteigen, ist offen – er hängt an der Altersgrenze, die noch beschlossen werden muss. Bis dahin gilt die geltende Regelung: Wer vor der Regelaltersgrenze geht, zahlt jeden Monat dafür.