Heizöl kostet zum Saisonstart 169,04 Euro je 100 Liter
Der Heizölpreis in Deutschland steigt zum Start der Heizsaison auf 169,04 Euro pro 100 Liter. Grund ist die gesperrte Straße von Hormus nach den Angriffen auf Iran – Bayern trifft es laut einer Datenanalyse besonders stark.
Der Heizölpreis in Deutschland ist zum Start der Heizsaison 2026 erneut gestiegen. Am 1. Oktober kosteten 100 Liter im Schnitt 169,04 Euro – 1,44 Prozent mehr als am Vortag, als der Preis bei 166,65 Euro lag. Wie die aktuellen Heizölpreise zum Start der Heizsaison zeigen, beginnt die kalte Jahreszeit damit auf hohem Niveau.
Der Hauptgrund für die hohen Preise ist der Iran-Krieg. Nach den Angriffen der USA und Israels auf Iran am 28. Februar 2026 ist die Straße von Hormus de facto gesperrt. Über diese Meerenge läuft sonst etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls.
Heizöl entsteht in Raffinerien aus Rohöl. Steigt der Rohölpreis, schlägt das mit Verzögerung auf die Heizölpreise durch – deshalb folgt der Preis für 100 Liter seit Monaten dem Ölmarkt. Fällt die Meerenge als Transportweg aus, fehlt Öl, und die Ausschläge reichen bis an die Heizöltanks in Bayern. Zuletzt hat sich das Angebot teils erholt: Ölexporte der Golfregion fast auf Vorkriegsniveau.
Für die Haushalte schlägt sich die Lage direkt im Preis nieder: Heizöl kostete vor dem Konflikt rund 9 Cent pro Kilowattstunde, danach 14 Cent. Der Preissprung fiel in den Frühling – rund fünf Wochen nach Kriegsbeginn –, und seither ist der Preis auf diesem hohen Niveau geblieben.
Kaufen oder warten?
Ob jetzt Öl für den Winter bestellt oder auf niedrigere Preise gewartet werden soll, ist die zentrale Frage der kommenden Wochen. Wer früh kauft, sichert sich gegen weiter steigende Preise ab. Wer wartet, setzt darauf, dass sich die Sperre an der Straße von Hormus löst und der Preis wieder fällt. Die Ratschläge gehen auseinander: Mal heißt es, jetzt zu kaufen, mal, noch zu warten.
Sicher vorhersagen lässt sich der richtige Zeitpunkt nicht. Der Preis hängt an der Lage am Persischen Golf, die sich täglich ändern kann.
Wie es mit dem Heizölpreis weitergeht, entscheidet sich an der Straße von Hormus. Fällt die Sperre, kann Öl wieder billiger werden; hält sie an, bleibt Heizen in Bayern teuer. Verbraucher, die vor der Bestellung stehen, müssen den Markt in den kommenden Wochen genau beobachten.