18-jähriger Ex-Schüler versprüht Reizgas in Kreuzberger Schule
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Großeinsatz

18-jähriger Ex-Schüler versprüht Reizgas in Kreuzberger Schule

Die Polizei meldet 13 Verletzte an der Schule und fünf betroffene Einsatzkräfte. Zwei Personen wurden ambulant behandelt; die Feuerwehr hatte am Einsatztag von zwei schwer verletzten Menschen gesprochen.

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Mit einem Messer, einem Teleskopschlagstock und einem Reizstoffsprühgerät ist ein 18-Jähriger am Montagvormittag in die Refik-Veseli-Schule in der Skalitzer Straße in Berlin-Kreuzberg gekommen und hat in dem Gebäude Reizgas versprüht.

Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich nach Polizeiangaben um einen ehemaligen Schüler der Schule. Messer, Teleskopschlagstock und Reizstoffsprühgerät trug er mit sich, als er das Gebäude betrat.

Der Alarm geht gegen 10:29 Uhr bei Polizei und Feuerwehr ein. Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte erleiden Reizungen der Atemwege, das Schulgebäude wird geräumt. Aus einem Schulvormittag wird ein Großeinsatz.

Nach Angaben der Feuerwehr sind 42 Einsatzkräfte im Einsatz, darunter 23 Feuerwehrleute, wie aus dem rbb24-Bericht über den Großeinsatz an der Schule hervorgeht. Die Einsatzkräfte befreien das Gebäude mit einem Drucklüfter von den Reizgasen.

Feuerwehr meldet zehn Leichtverletzte

Am Einsatztag spricht die Feuerwehr von zehn Leichtverletzten und zwei Menschen, die in Krankenhäuser gebracht werden.

Ein Tag später legt die Polizei Berlin genauere Zahlen vor. Die Polizeimeldung Nr. 1321 zu dem Reizgas-Einsatz nennt neun verletzte Schülerinnen und Schüler, vier verletzte Lehrkräfte und fünf Polizeikräfte mit leichten Atemwegsreizungen. Zwei Personen werden ambulant im Krankenhaus behandelt.

Die Angaben gehen auseinander: Die Feuerwehr zählt am Einsatztag zehn Leichtverletzte, die Polizei am Folgetag 13 Verletzte an der Schule und fünf betroffene Einsatzkräfte. Auch die Schwere wird unterschiedlich beschrieben: Am Einsatztag ist von zwei schwer verletzten Menschen die Rede, die Polizei meldet zwei Personen, die ambulant behandelt werden.

Verletzte nach dem Reizgas-Angriff an der Refik-Veseli-Schule

Angaben der Polizei Berlin vom 6. Oktober 2026

Quelle: Polizei Berlin, Meldung Nr. 1321

Festnahme erst nach Drohung mit dem Taser

Der 18-Jährige lässt sich nach Androhung des Einsatzes eines Distanzelektroimpulsgeräts (DEIG, umgangssprachlich Taser) widerstandslos festnehmen. Anschließend wird er einem Jugendkommissariat der Polizeidirektion 5 (City) übergeben.

Reizstoffsprühgerät und Teleskopschlagstock werden nach Polizeiangaben sichergestellt. Das Messer finden die Einsatzkräfte erst später im Eingangsbereich der Schule; auch dieses wird beschlagnahmt.

Reizgas ist in Berlin auch fern von Schulen ein Thema. Erst im Juni hatte ein Reizgas-Angriff in einem Berliner Linienbus neun Menschen verletzt.

In Gesundbrunnen war einen Tag zuvor ein Messerangriff auf einen 15-Jährigen verübt worden.

Haftbefehl soll am Dienstag geprüft werden

Am Dienstag soll der 18-Jährige einem Bereitschaftsgericht zum Erlass eines Haftbefehls vorgeführt werden.

Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt er als tatverdächtig. Die Vorwürfe, die die Polizei in ihrer Meldung beschreibt, sind bislang nicht gerichtlich bestätigt.

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Ob das Bereitschaftsgericht dem Antrag folgt und einen Haftbefehl erlässt, ist offen. Damit entscheidet sich am Dienstag, ob der 18-Jährige in Untersuchungshaft kommt.