Theo Müller schließt zwei Werke – 320 Arbeitsplätze fallen weg
Die Unternehmensgruppe Theo Müller schließt die Schnittkäserei in Leppersdorf und das Homann-Saucenwerk in Rogätz. Rund 320 Arbeitsplätze fallen weg – in Leppersdorf bleiben Sauermilchkäserei und Mozzarella-Produktion mit rund 3.000 Beschäftigten erhalten.
Die Unternehmensgruppe Theo Müller schließt zwei Werke in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Laut dem Bericht über die Schließung zweier Müller-Werke fallen dadurch rund 320 Arbeitsplätze weg. Betroffen sind die Schnittkäserei am Sachsenmilch-Standort Leppersdorf und das Homann-Saucenwerk in Rogätz. Zuerst hatte die Leipziger Volkszeitung über die Pläne berichtet, ein Sprecher der Gruppe bestätigte sie anschließend auf Anfrage.
Die beiden Standorte schließen zu unterschiedlichen Terminen. In Leppersdorf soll die Schnittkäserei samt Produktion, Verpackung und Verwaltung zum 31. Dezember 2026 enden. Im Homann-Werk Rogätz im Landkreis Börde läuft die Produktion bis zum 30. September 2027 aus. Nach Agenturangaben trifft es je rund 160 Beschäftigte pro Werk.
Was in Leppersdorf erhalten bleibt
Ganz verschwindet Leppersdorf nicht: Sauermilchkäserei und Mozzarella-Produktion bleiben erhalten, der Standort wird weitergeführt. Das geht aus der Standortbeschreibung von Leppersdorf hervor, der in der Gemeinde Wachau nahe der Autobahn 4 liegt.
Der Einschnitt fällt damit kleiner aus, als es zunächst klingt: Am Standort Leppersdorf arbeiten rund 3.000 Menschen, betroffen ist dort nur die Schnittkäserei. In Rogätz trifft das Aus dagegen das gesamte Werk im Landkreis Börde, das 2008 über die Übernahme von Homann Feinkost zur Gruppe kam.
Kosten, Nachfrage und eine Branche unter Druck
Als Gründe nennt das Unternehmen eine nicht wettbewerbsfähige Kostenstruktur und erheblichen Investitionsbedarf. Für Rogätz kommt die Nachfrage hinzu: Saucen im Glas verkaufen sich schlechter, weil Verbraucher zunehmend auf andere Verpackungsformate wie Quetschflaschen und Tuben setzen. Diesen Formatwechsel führt der Konzern als einen Grund für das Aus des Homann-Werks an.
Rogätz kam 2008 über die Übernahme von Homann Feinkost zur Gruppe, 2011 wurde Homann Teil der Unternehmensgruppe Theo Müller. Leppersdorf gehört seit 1994 dazu: Dort flossen nach Konzernangaben bis heute mehr als eine Milliarde Euro in Neubau und Erweiterung.
Von den Investitionen zur Schließung
1994
Beginn der Investitionen in Leppersdorf
Die Unternehmensgruppe Theo Müller startet den Ausbau des Standorts. Bis heute fließen nach Konzernangaben mehr als eine Milliarde Euro in Neubau und Erweiterung.
2008
Homann Feinkost übernimmt Rogätz
Der Standort im Landkreis Börde kommt zu Homann Feinkost.
2011
Homann wird Teil der Müller-Gruppe
Damit gehören beide Standorte zur Unternehmensgruppe Theo Müller.
6. Oktober 2026
Schließungspläne werden bekannt
Die Leipziger Volkszeitung berichtet zuerst, ein Sprecher der Gruppe bestätigt die Pläne auf Anfrage. Die dpa verbreitet die Meldung.
31. Dezember 2026
Geplantes Ende der Schnittkäserei
Produktion, Verpackung und Verwaltung am Sachsenmilch-Standort Leppersdorf sollen eingestellt werden.
30. September 2027
Geplantes Produktionsende in Rogätz
Im Homann-Saucenwerk im Landkreis Börde soll die Produktion auslaufen.
Wie es für die Beschäftigten weitergeht
Für die Beschäftigten soll es nach Angaben des Konzerns sozialverträgliche Lösungen geben. Mit den Betriebsräten will das Unternehmen zeitnah verhandeln. Als Wege nennt die Gruppe die Weiterbeschäftigung an anderen Konzernstandorten, einvernehmliche Vertragsanpassungen und Qualifizierung.
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Fest steht bislang nur der Zeitplan: Die Schnittkäserei in Leppersdorf läuft bis zum 31. Dezember 2026, in Rogätz bis Ende September 2027. Bis dahin müssen sich Konzern und Betriebsräte einigen, wie viele der rund 320 Beschäftigten bleiben können – und wie viele sich einen neuen Job suchen müssen.