Collien Fernandes nimmt Sonderpreis entgegen und weint auf der Bühne
Eine Woche nach der Unterlassungserklärung ihrer 14-jährigen Tochter nimmt Collien Fernandes in Berlin den Sonderpreis des BRIGITTE Award entgegen – und weint auf der Bühne. Gegen die Anwälte ihrer Tochter erhebt sie schwere Vorwürfe.
Am 8. Oktober nahm Collien Fernandes im Kino International in Berlin den Sonderpreis des BRIGITTE Award entgegen – und verlor auf offener Bühne die Fassung. Bereits auf dem roten Teppich kämpfte die Schauspielerin mit den Tränen; die Tränen beim Brigitte Award prägten den Abend.
Der Zeitpunkt ist der Kern dieses Abends: Am 1. Oktober hatte Fernandes gegenüber ihrer 14-jährigen Tochter eine strafbewehrte Unterlassungserklärung abgegeben. Am 7. Oktober machte die Kanzlei Höch Rechtsanwälte, die das Mädchen vertritt, das Schriftstück über presseportal.de öffentlich. Am Tag darauf stand sie in Berlin auf der Bühne – und sagte dem Sender RTL, wie es ihr in diesen Tagen geht.
„Man kann sich das manchmal nicht aussuchen, wie die Termine liegen und ich freue mich, dass dieser Kampf gesehen wird. Aber es ist halt auch einfach ein Kampf.“
Collien Fernandes, Moderatorin und Schauspielerin
Sonderpreis für den Kampf gegen digitale Gewalt
Der Abend hatte einen eigenen Anlass. Der Ehrenpreis der Gala ging an Gisèle Pelicot, die in ihrer Dankesrede für die Organisation „M'endors pas“ warb, die ihre Tochter gegründet hat. Zu den weiteren Ausgezeichneten zählt die ZDF-Journalistin Dunja Hayali.
Fernandes führt ihren Kampf seit Monaten öffentlich: gegen Hass im Netz, gegen Drohungen, für eine Debatte über sexualisierte Gewalt. Im September begleitete sie als Patin einen Kinofilm und machte dabei publik, was ihr an Hetze entgegenschlägt, wie ihr Bericht über massiven Hass und Drohungen zeigt.
Kritik an den Anwälten der Tochter
Gegen die Kanzlei, die ihre Tochter vertritt, erhebt Fernandes schwere Vorwürfe. Die Darstellung der Anwälte sei „komplett sinnentstellt, ohne den dazugehörigen Kontext“, sagte sie der F.A.Z. Über ihr Management ließ sie ausrichten, es werde „mithilfe von anwaltlichen Pressemitteilungen“ gegen sie gearbeitet.
Diese Kritik an den Anwälten ihrer eigenen Tochter hatte Fernandes auch im RTL-Interview formuliert. An ihrer grundsätzlichen Linie ändert das nichts: „Nach wie vor finde ich, dass dieser Themenkomplex nicht in die Öffentlichkeit gehört. Daher werde ich mich hierzu aktuell nicht weiter äußern.“
Der Fall Ulmen und die öffentliche Debatte
Hinter allem steht ein seit März 2026 öffentlich ausgetragener Fall. Fernandes wirft ihrem Ex-Mann Christian Ulmen (51) körperliche Übergriffe vor sowie über Jahre betriebene Fake-Profile in ihrem Namen, über die pornografische Darstellungen verbreitet worden sein sollen. Ulmen bestreitet die Vorwürfe; für ihn gilt die Unschuldsvermutung.
Das Landgericht Hamburg bestätigte im Mai 2026 überwiegend die Berichterstattung des „Spiegel“ über die Vorwürfe. Seit August hat Fernandes nach eigener Darstellung keinen Kontakt mehr zu ihrer Tochter und macht dafür ihren Ex-Partner verantwortlich, wie der Kontaktabbruch ihrer Tochter im August 2026 zeigt.
Der Fall Fernandes und Ulmen: eine Chronologie
Dezember 2025
Anzeige in Palma de Mallorca
Collien Fernandes zeigt ihren Ex-Mann Christian Ulmen unter anderem wegen Anmaßung des Personenstands, öffentlicher Beleidigung und Körperverletzung an.
März 2026
Der „Spiegel“ berichtet über die Vorwürfe
Der Bericht löst bundesweite Solidaritätsdemos und eine Debatte über sexualisierte Gewalt im Netz aus.
Mai 2026
Landgericht Hamburg entscheidet
Die Berichterstattung des „Spiegel“ über die Vorwürfe war überwiegend rechtmäßig und angemessen.
1. August 2026
Kontaktabbruch zur Tochter
Fernandes macht öffentlich, dass sie keinen Kontakt mehr zu ihrer 14-jährigen Tochter hat, und macht dafür ihren Ex-Partner verantwortlich.
1. Oktober 2026
Unterlassungserklärung gegenüber der Tochter
Fernandes gibt gegenüber ihrer Tochter eine strafbewehrte Unterlassungserklärung ab.
7. Oktober 2026
Pressemitteilung der Kanzlei
Höch Rechtsanwälte macht die Unterlassungserklärung über presseportal.de öffentlich.
8. Oktober 2026
Tränen beim BRIGITTE Award
Fernandes weist die Darstellung als „komplett sinnentstellt“ zurück und spricht abends in Berlin unter Tränen auf der Bühne.
Eine Klage und viele offene Fragen
Einen Tag nach der Gala meldete heute.at, die 14-jährige Tochter klage nun gegen ihre Mutter. Ob es bereits ein Verfahren gibt, ist offen. Fernandes hat angekündigt, sich zu dem Themenkomplex nicht weiter zu äußern. Die nächste Wendung liegt damit bei den Anwälten ihrer Tochter.