Trump verschiebt Iran-Angriff auf die Zeit nach den Midterms
Donald Trump schließt US-Angriffe auf Iran vor der Zwischenwahl am 3. November aus – die Seeblockade bleibt aber in Kraft, und bis zuletzt liefen Planungen für einen Schlag genau vor diesem Termin. Der Ölpreis springt um fünf Prozent.
Donald Trump verschiebt einen US-Angriff auf Iran auf die Zeit nach der Wahl – die Seeblockade iranischer Häfen aber bleibt in Kraft. Damit hängt der weitere Verlauf des Iran-Krieges an einem einzigen Termin: dem 3. November, dem Tag der US-Zwischenwahlen.
Am Donnerstag, 8. Oktober 2026, schrieb der US-Präsident auf Truth Social, es gebe „produktive“ und „konstruktive“ Gespräche mit Teheran. Die Seeblockade und die Sanktionen blieben „in full force and effect“, also uneingeschränkt in Kraft. Einen Angriff vor dem Wahltag schloss er aus:
„Wir werden den Iran zu keinem Zeitpunkt vor den Zwischenwahlen, die am 3. November in den Vereinigten Staaten stattfinden, angreifen.“
Donald Trump, US-Präsident
Über Trumps Zusage, Iran erst nach der Wahl anzugreifen berichtete unter anderem Politico. Die Erklärung kommt einen Tag, nachdem mehrere US-Medien über neue Angriffsplanungen vor den Midterms berichtet hatten.
Die Planungen liefen bis zum Wahltag
Israels Generalstabschef Eyal Zamir war nach Angaben aus US- und israelischen Kreisen bereits am Dienstag, dem 6. Oktober, von hochrangigen US-Vertretern über Planungen innerhalb der kommenden drei Wochen informiert worden. Ein Zeitplan, der mitten in den US-Wahlkampf geführt hätte.
Trump selbst hatte am selben Tag bei einem Auftritt auf einer Werft in Maryland über Iran gesagt: „They’re a mess. But we still have to finish it off.“ Auf Deutsch: Sie sind ein Chaos, aber wir müssen es zu Ende bringen.
Am 7. Oktober berichtete The Atlantic, das Weiße Haus habe das Pentagon angewiesen, Angriffsoptionen für die Zeit vor den Midterms zu prüfen. Axios meldete, das US-Zentralkommando CENTCOM sei angewiesen worden, die Vorbereitungen für größere Kampfhandlungen abzuschließen. Auch New York Times, Wall Street Journal und NBC News berichteten über mögliche neue Angriffe.
Wie es zum Iran-Krieg kam
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Juni 2026
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22. September 2026
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Fünf Prozent Plus beim Ölpreis
Der Ölpreis schoss am 8. Oktober um mehr als fünf Prozent hoch: Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete 105,46 US-Dollar, ein Barrel der US-Sorte WTI 92,82 US-Dollar.
Parallel verschärfte das US-Finanzministerium den Druck. Es verhängte zusätzliche Sanktionen gegen 17 Schiffe einer iranischen „Schattenflotte“, mit der Teheran Öl an den Embargos vorbei verkauft.
Militärisch bleibt die Region massiv verstärkt: Rund 20.000 US-Soldaten und mindestens drei Flugzeugträgerkampfgruppen sind dort stationiert. Zusätzlich wurden 7.000 Seeleute, 2.000 Marines und der Flugzeugträger USS Theodore Roosevelt in die Region verlegt.
Eine am 8. Oktober veröffentlichte Erhebung des Pew Research Center ergab, dass rund 65 Prozent der Amerikaner Trumps Umgang mit dem Iran-Krieg missbilligen.
Eine Reuters/Ipsos-Umfrage zeigte zudem, dass nur 30 Prozent seiner Anhänger motiviert sind, bei den Midterms zu wählen. Auf die Republikaner kommen damit ein unpopulärer Krieg und eine wenig mobilisierte eigene Anhängerschaft zugleich zu.
Will Walldorf von der Denkfabrik Defense Priorities sieht darin den eigentlichen Grund für Trumps Ankündigung: „Militärische Aktivitäten haben nichts dazu beigetragen, die Ölpreise zu senken, im Gegenteil. Und es ist nicht erkennbar, wie so etwas dem republikanischen Wahlergebnis helfen soll, wenn man überlegt, wie unpopulär dieser Krieg ist.“
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Teheran kündigt Antwort an
Irans Außenminister Abbas Araghchi kündigte am 8. Oktober an, sein Land werde „in den nächsten Tagen“ auf den US-Gegenvorschlag antworten, wie dem Bericht über Irans angekündigte Antwort zu entnehmen ist. „Der diplomatische Prozess läuft weiter“, sagte Araghchi.
Irans Präsident Massud Peseschkian hatte das Misstrauen in Teheran zuvor so formuliert: „Aber jedes Mal, wenn wir mit den Vereinigten Staaten verhandeln, greifen sie wieder an.“ Ein Angebot zur Öffnung der Meerenge hat Trump bereits abgelehnt: Irans Sieben-Tage-Plan für Hormus.
Bis zum 3. November bleiben Seeblockade, Sanktionen und Ölpreis die Stellschrauben. Ob nach dem Wahltag tatsächlich neue Angriffe beginnen, hängt an zwei Terminen: der angekündigten Antwort Teherans in den nächsten Tagen – und dem Ausgang der Midterms.