Saudi-Bündnis macht Huthi für Angriff auf Flughafen Riad verantwortlich
Zwölf Tote und 309 Verletzte: Ein Raketenangriff hat den Flughafen King Chalid in Riad getroffen. Das saudisch geführte Militärbündnis nennt die Attacke ein Kriegsverbrechen und macht die Huthi verantwortlich – US-Präsident Trump prüft ein Eingreifen.
Zwölf Tote und 309 Verletzte, einige von ihnen lebensgefährlich – das ist die offizielle Bilanz des Angriffs auf Riad. Eine Rakete traf den internationalen Flughafen King Chalid und dort den Komplex mit den Terminals 3 und 4 für Inlandsflüge, wie die saudische Luftfahrtbehörde GACA mitteilte.
Der Flughafen wurde gesperrt, die Schließung bis Sonntagmitternacht Ortszeit verlängert; Flüge wurden umgeleitet oder gestrichen. Am selben Tag schlug ein weiteres Geschoss nahe dem Flughafen King Fahd in Dammam ein. Für den Flughafen King Chalid war es der zweite Angriff binnen drei Tagen, wie dem BBC-Bericht zum Angriff auf den Riad-Flughafen zu entnehmen ist.
Das von Saudi-Arabien geführte Militärbündnis macht die Huthi-Miliz für die Attacke verantwortlich; die Huthi bekannten sich zunächst nicht dazu. Ihr Militärsprecher Yahya Saree ließ erklären, alle sollten die Warnungen der Miliz ernst nehmen – Saudi-Arabien trage die Verantwortung für jede fehlgeschlagene Abwehr.
Eine Woche der Angriffe auf saudische Flughäfen
Der Angriff vom Samstag steht am Ende einer Serie. Am 5. Oktober traf es die Flughäfen Jizan und Najran – drei Verletzte und Sachschäden. Am 6. und 7. Oktober wurden der Flughafen Abha und erneut Riad angegriffen: drei Tote, 36 Verletzte. Am 8. Oktober starben bei einem Angriff auf den Flughafen King Chalid drei saudische Staatsangehörige, darunter ein Pilot; mehrere Flugzeuge wurden beschädigt.
Tote und Verletzte bei Angriffen auf saudische Flughäfen im Oktober 2026
Quelle: Angaben der saudischen Luftfahrtbehörde GACA
Den Angriffen vorausgegangen war die Offensive „Dawn of Yemen“: Am 4. Oktober startete die international anerkannte Regierung des Jemen die geplante Großoffensive mit 100.000 Soldaten gegen die Huthi. Am 5. Oktober vereinbarten Türkei, Pakistan und Saudi-Arabien im Mekka-Verteidigungspakt Abschreckungsmaßnahmen und Truppenverlegungen – die erstmalige Aktivierung des Mekka-Beistandspakts.
Koalition spricht von Kriegsverbrechen
Der Sprecher der saudisch geführten Militärkoalition, Turki al-Maliki, nannte den Angriff ein „regelrechtes Kriegsverbrechen“. Der „feige Terrorangriff“ der „Terroristen-Huthi-Miliz“ habe Tote und Verletzte unter zivilen Passagieren und Flughafenpersonal gefordert.
US-Außenminister Marco Rubio nannte die Angriffe eine „eklatante Missachtung unschuldigen zivilen Lebens“ – sie müssten „jetzt aufhören“. UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich „zutiefst schockiert“ und sprach von einem „Verstoß gegen internationales Recht“, der „sofort enden muss“. UN-Sondergesandter Hans Grundberg warnte vor einer „ernsten Gefahr für die regionale Sicherheit“. Für EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas gibt es dafür keine Rechtfertigung:
„Es gibt keine Rechtfertigung für rücksichtslose Angriffe auf Zivilisten und zivile Infrastruktur.“
Kaja Kallas, EU-Außenbeauftragte
Trump prüft ein US-Eingreifen
US-Präsident Donald Trump hält ein militärisches Eingreifen der USA für möglich. Auf die Frage, ob Washington handeln werde, sagte er: „Möglicherweise. Wir werden es prüfen.“ Zu dem Angriff selbst erklärte er: „Wir haben gerade von dem Angriff erfahren. Also werden wir eine Entscheidung treffen – wir handeln sehr schnell.“
Die Sperrung des Flughafens King Chalid soll bis Sonntagmitternacht Ortszeit andauern. Ob danach wieder planmäßig geflogen wird, ist offen; die Huthi haben weitere Attacken angekündigt und ihre Warnung an Fluggesellschaften erneuert. Offen ist auch, ob Trump die USA in den Krieg hineinzieht.