Bärbel Bas tritt als SPD-Chefin und Arbeitsministerin zurück
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Personalwechsel

Bärbel Bas tritt als SPD-Chefin und Arbeitsministerin zurück

Bärbel Bas gibt den SPD-Vorsitz und das Arbeitsministerium auf – nach dem Tod ihrer Stieftochter und wochenlangem Druck aus der Union. Als Nachfolger im Ministerium ist Alexander Schweitzer vorgesehen; Klingbeil sagte seine Indien-Reise ab.

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Bärbel Bas gibt beide Spitzenämter auf – mit sofortiger Wirkung. Die 58-Jährige legte am Montag, 12. Oktober 2026, den SPD-Vorsitz nieder und bat Bundeskanzler Friedrich Merz, sie als Bundesministerin für Arbeit und Soziales zu entlassen. Der ZDF-Bericht über den Rücktritt von Bärbel Bas nennt Trauer und öffentlichen Druck als Gründe.

Als Gründe nennt Bas den Tod ihrer Stieftochter Ende September und die öffentlichen Angriffe auf sie, die in dieser für mich persönlich schwierigen Zeit „leider auch aus den Reihen des Koalitionspartners“ weiter forciert worden seien. Sie brauche Zeit, um die Trauer zu verarbeiten.

Instagram · @baerbelbas

Ein Rücktritt mitten in der Trauer

„Nach dem Tod meiner Stieftochter habe ich festgestellt, dass ich Zeit brauche, um die Trauer zu verarbeiten. Diese möchte ich mir ausreichend nehmen“, erklärte Bas. Anfang Oktober bestätigte das Arbeitsministerium einen „Trauerfall im engsten Familienkreis“; Bas sagte alle Termine ab, auch den Tag der Deutschen Einheit in Bremen. Ihre vollständige Begründung steht in dem Rücktritts-Statement von Bärbel Bas im Wortlaut.

Aus der eigenen Partei kam sofort Rückhalt. SPD-Co-Chef und Vizekanzler Lars Klingbeil bezog sich auf die Angriffe der vergangenen Tage und wurde deutlich:

„Die Angriffe gegen sie in den letzten Tagen ihrer Trauer waren unanständig. Sowas gehört sich nicht.“
Lars Klingbeil, SPD-Co-Chef und Vizekanzler

Die Union hatte den Druck erhöht

Unionspolitiker hatten Bas zuletzt vorgeworfen, Gesetzentwürfe etwa zur Rentenreform zu verschleppen und Reformen zu blockieren. Wenige Tage vor ihrem Rücktritt war der Koalitionsausschuss ohne Beschluss geblieben – Merz' Verschiebung des Reformpakets auf Frühjahr 2027 machte den Stillstand sichtbar.

Offen konfrontiert wurde Bas aus Rheinland-Pfalz. Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) machte den Vorwurf öffentlich: „Das muss man dann auch aushalten. Wenn man Vereinbarungen nicht einhält, wenn man auch entsprechende Entwürfe nicht auf den Tisch legt, wenn man damit nicht ins Kabinett geht, dann muss man sich irgendwann fragen lassen, warum das nicht so ist.“

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Schweitzer soll das Ministerium übernehmen

Die SPD bestätigte am Vormittag Alexander Schweitzer als künftigen Bundesarbeitsminister. Der Mann, der die Partei im März 2026 als Spitzenkandidat in die verlorene Landtagswahl von Rheinland-Pfalz geführt hatte, soll das Ministerium übernehmen. Klingbeil sagte seine Indien-Reise ab; ein Statement nach der Präsidiumssitzung wurde angekündigt.

Bundeskanzler Friedrich Merz reagierte mit Respekt auf Bas' Rücktritt. Die Kritik an der Union riss trotzdem nicht ab. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig nannte die Attacken der CDU „unmenschlich und rücksichtslos“, die Linke-Vorsitzende Ines Schwerdtner nannte den Druck „beschämend“.

„Ihre Entscheidung verdient Respekt. Als Vater und Großvater kann ich nur erahnen, wie schwer dieser Verlust wiegt.“
Friedrich Merz, Bundeskanzler und CDU-Vorsitzender

Wie es zu dem Rücktritt kam

Der Rücktritt fällt in eine seit Monaten angespannte Lage. Ende September starb Bas' Stieftochter; im März hatte die SPD mit Spitzenkandidat Alexander Schweitzer die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz verloren. Schon im Juli hatte ein Ultimatum der Bielefelder SPD an Bas und Klingbeil den Verzicht auf eines der beiden Ämter gefordert.

Von der Ministerin zur Rücktrittserklärung

  1. Mai 2025
    Bas wird Arbeitsministerin

    Bärbel Bas übernimmt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Kabinett Merz.

  2. Juni 2025
    Doppelspitze der SPD

    Bas wird gemeinsam mit Lars Klingbeil Bundesvorsitzende der SPD.

  3. März 2026
    Niederlage in Rheinland-Pfalz

    Die SPD verliert mit Spitzenkandidat Alexander Schweitzer die Landtagswahl.

  4. 23. September 2026
    Letzter Auftritt

    Bas erscheint letztmals bei einer Kabinettssitzung; die Pressekonferenz übernimmt Staatssekretärin Leonie Gebers.

  5. Ende September 2026
    Tod der Stieftochter

    Bas' Stieftochter stirbt.

  6. 11. Oktober 2026
    CDU-Präsidium tagt

    Das CDU-Präsidium beginnt eine zweitägige Klausur zur Bewältigung der Krise.

  7. 12. Oktober 2026
    Rücktritt

    Bas gibt beide Ämter ab; die SPD bestätigt Alexander Schweitzer als künftigen Arbeitsminister.

Wer den SPD-Vorsitz übernimmt, ist offen – ein Statement nach der Präsidiumssitzung war angekündigt. Und mit dem Wechsel an der Spitze des Arbeitsministeriums stellt sich für die Koalition die Frage, ob die zuletzt stockende Rentenreform nun vorankommt.