Union bleibt bei 19 Prozent – nur jeder Dritte glaubt an Merz bis 2029
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Trendbarometer

Union bleibt bei 19 Prozent – nur jeder Dritte glaubt an Merz bis 2029

Die Union kommt im RTL/ntv-Trendbarometer nicht über 19 Prozent hinaus, die AfD bleibt mit 26 Prozent vorn. 65 Prozent der Befragten erwarten, dass Kanzler Merz vor der Bundestagswahl 2029 aufgibt – in der Union selbst rechnet nur die Hälfte mit einem regulären Ende.

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Zwei Drittel der Deutschen erwarten, dass Friedrich Merz vor der Bundestagswahl 2029 aus dem Kanzleramt ausscheidet. In seiner eigenen Partei glaubt nur die Hälfte an ein reguläres Ende seiner Kanzlerschaft – das ist das Ergebnis des neuen RTL/ntv-Trendbarometers.

Anlass ist die Erhebungswoche vom 6. bis 12. Oktober, veröffentlicht am Dienstag. AfD 26 Prozent, Union 19 Prozent – an der Spitze bewegt sich nichts, der Abstand bleibt bei sieben Punkten. Der Trendbarometer-Bericht zur Union bei 19 Prozent verzeichnet zugleich deutliche Zugewinne für die SPD.

Hinter der AfD verschieben sich die Gewichte nur langsam: Die Grünen kommen auf 17 Prozent, die SPD auf 14 Prozent, die Linke legt um einen Punkt auf 12 Prozent zu. Die FDP liegt bei 4 Prozent, alle sonstigen Parteien einschließlich des BSW bei 8 Prozent. Schon Ende September war die Union auf 20 Prozent abgerutscht, den tiefsten Wert seit September 2021.

Sonntagsfrage: AfD bleibt vorn, Union hängt bei 19 Prozent

RTL/ntv-Trendbarometer, Erhebungswoche 6.–12. Oktober 2026

Quelle: Forsa für RTL/ntv

Zwei Drittel erwarten das Ende vor 2029

Für die Zusatzbefragung zum Kanzler hat Forsa zwischen dem 9. und 12. Oktober 1.006 Menschen befragt. 65 Prozent erwarten darin ein vorzeitiges Ende der Kanzlerschaft, 31 Prozent ein reguläres.

In der Union selbst ist die Zuversicht gespalten: Unter den Unionsanhängern erwarten 50 Prozent ein reguläres Ende, 48 Prozent ein vorzeitiges. 61 Prozent der Unionsanhänger sind mit Merz unzufrieden. Anfang Oktober hielten 67 Prozent die Kanzlerschaft von Merz für gescheitert.

Umfrage
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Die CDU-Spitze dämpft die Erwartungen

Am 11. und 12. Oktober kam das CDU-Präsidium in Berlin zu einer zweitägigen Klausur zusammen. Vor Beginn dämpfte Generalsekretärin Franziska Hoppermann die Erwartungen an das Treffen, wie der Bericht zur CDU-Klausur und den gedämpften Erwartungen zeigt.

Hoppermann stimmte die Partei auf einen langen Weg ein: Es gehe darum, „zu alter Stärke zurückzufinden und unseren Anspruch als Volkspartei zu untermauern“. Auf einen schnellen Befreiungsschlag wollte sie niemanden vertrösten.

„nicht die eine Wunderwaffe, sondern der Beginn eines Prozesses, den wir sowohl in der Bundesregierung und der Regierungspolitik als auch in der Partei beginnen“
Franziska Hoppermann, CDU-Generalsekretärin

Mit dieser Ansage bremste die Generalsekretärin die Erwartung an ein rasches Ende des Umfragetiefs. Zwei Tage später endete die Klausur am 12. Oktober mit dem Papier „Was jetzt passieren muss“ und einer gemeinsamen Pressekonferenz von Merz und Hoppermann.

Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) brauchte für seine Lagebeschreibung nur ein Wort: „Regnerisch.“

Nichtwähleranteil steigt auf 25 Prozent

Parallel wächst die Gruppe derer, die sich nicht mehr festlegen wollen. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen steigt gegenüber der Vorwoche um einen Punkt auf 25 Prozent. Bei der Bundestagswahl 2025 hatten 17,9 Prozent nicht gewählt.

Bei der Frage, welche Partei mit den Problemen im Land am besten fertig wird, liegt die AfD mit 14 Prozent vorn – ein Plus von einem Punkt und ihr Jahresbestwert. Die Union folgt mit unverändert 9 Prozent, SPD und Grüne kommen auf je 7 Prozent, die Linke auf 6 Prozent. 55 Prozent trauen keiner Partei die Lösung der Probleme zu.

Die Regierung ist das wichtigste Thema

Im Themenradar nennen 37 Prozent die Bundesregierung als wichtigstes Thema. Je 22 Prozent beschäftigen die Landtagswahlen und Regierungsbildungen sowie die wirtschaftliche Lage, 19 Prozent der Krieg in der Ukraine, 15 Prozent Rechtsradikalismus und 11 Prozent die Benzinpreise.

Die Wirtschaftserwartungen bleiben düster: 18 Prozent rechnen mit einer Verbesserung, zwei Punkte mehr als in der Vorwoche. 62 Prozent erwarten eine Verschlechterung, ein Punkt mehr als zuvor.

Der Weg in das Umfragetief

Der Absturz der Union hat eine Vorgeschichte, die mit den Landtagswahlen vom 20. September beginnt: In Mecklenburg-Vorpommern fliegt die CDU erstmals aus dem Landtag, in Berlin verdrängt die Linke sie von Platz eins.

Vom Landtagswahl-Debakel zum Umfragetief

  1. 20. September 2026
    CDU verliert in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin

    Bei den Landtagswahlen fliegt die CDU in Mecklenburg-Vorpommern erstmals aus dem Landtag; in Berlin verdrängt die Linke sie von Platz eins.

  2. 29. September 2026
    Union fällt in der Vorwoche auf 20 Prozent

    Im Trendbarometer der Vorwoche rutscht die Union auf 20 Prozent, Merz bleibt im Umfragetief.

  3. 11. Oktober 2026
    Hoppermann dämpft die Erwartungen

    Vor Beginn der zweitägigen CDU-Präsidiumsklausur in Berlin dämpft Generalsekretärin Franziska Hoppermann die Erwartungen an das Treffen.

  4. 12. Oktober 2026
    Klausur endet mit dem Papier „Was jetzt passieren muss“

    Die CDU-Führung beschließt ein Papier mit dem Titel „Was jetzt passieren muss“; Merz und Hoppermann treten vor die Presse.

  5. 13. Oktober 2026
    Das neue Trendbarometer erscheint

    Die AfD bleibt bei 26 Prozent, die Union bei 19 Prozent. Unter den Unionsanhängern sind 61 Prozent mit Merz unzufrieden.

Ob das Papier „Was jetzt passieren muss“ die Wende bringt, wird sich an den nächsten Erhebungen messen lassen müssen. Offen ist, ob die Union die 20-Prozent-Marke zurückerobert – und ob der Anteil der Unionsanhänger sinkt, die ein vorzeitiges Ende der Kanzlerschaft erwarten.