Haftbefehl ist nach künstlichem Koma wieder bei Bewusstsein
Bild: KI-generiert
Klinikaufenthalt

Haftbefehl ist nach künstlichem Koma wieder bei Bewusstsein

Bis zu 30 Gramm Kokain, künstliches Koma, Beatmung in einer Schweizer Klinik: Rapper Haftbefehl schwebte in Lebensgefahr. Sein Bruder Capo sagte alle Konzerte ab, Eventim erstattet die Tickets. Am 13. Oktober meldete die Familie: Der 40-Jährige ist wieder bei Bewusstsein.

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Rapper Haftbefehl (40) schwebte nach einem massiven Kokainrückfall in akuter Lebensgefahr. Anfang Oktober soll er bis zu 30 Gramm Kokain konsumiert haben; in einer Schweizer Klinik wurde er ins künstliche Koma versetzt und beatmet.

Seine letzten beiden Konzerte in Düsseldorf und Berlin sind abgesagt. Die Absage der letzten Konzerte in Düsseldorf und Berlin hatte sein Bruder Capo in einer Videobotschaft erklärt.

Der Ticketanbieter Eventim bestätigt die Absage des Düsseldorf-Termins und übernimmt im Auftrag des Veranstalters die Rückabwicklung – Fans bekommen ihren Ticketpreis erstattet.

Verkündet hatte die Absage sein Bruder Cem Anhan (35), der als Rapper Capo auftritt, am Sonntag, 11. Oktober 2026, in einer Videobotschaft im Namen der Familie.

Der Rückfall war zuerst in der Schweiz ein Thema: Berichte über Berichte über 30 Gramm Kokain verorteten den Zusammenbruch in den ersten Oktobertagen. Der Musiker lag demnach auf der Intensivstation.

Wieder bei Bewusstsein

Am 13. Oktober erklärte ein Sprecher der Familie, der Musiker sei wieder bei Bewusstsein. Er sei aus dem Koma geholt worden, nicht mehr beatmet und habe bereits wieder sitzen und laufen können.

Zugleich dämpfte der Sprecher die Erwartung. Haftbefehl sei zwar „auf dem Wege der Besserung“, doch man müsse abwarten, was die Ärzte sagen und wie sich seine Werte entwickeln.

Capo hatte in seiner Videobotschaft die Fans um Rücksicht gebeten. Sein Bruder stehe unter ärztlicher Aufsicht und müsse sich voll und ganz auf seine Gesundheit konzentrieren, sagte der 35-Jährige. Für die Absagen bat er um Verzeihung: „Wir wissen, dass viele jetzt enttäuscht sind und es tut uns umso mehr leid.“

„Wir bitten euch, diese Entscheidung zu respektieren und ihm seine Zeit zu geben, die er jetzt braucht.“
Cem Anhan (Capo), Bruder von Haftbefehl

Neue Termine nannte die Familie bislang nicht. Auch zu einer möglichen Entwöhnungsbehandlung nach dem Klinikaufenthalt gibt es keine öffentlichen Angaben.

Eine Sucht mit öffentlicher Vorgeschichte

Die jüngste Krise hat eine Vorgeschichte, die seit einem Jahr öffentlich ist. Im Oktober 2025 veröffentlichte Netflix die Dokumentation „Babo – Die Haftbefehl-Story“ über seine Kokainsucht, seine Entzüge und seine Rückfälle.

Regisseur Juan Moreno hat den Kreislauf aus Absturz und Neuanfang über Monate begleitet. Seine Beschreibung der wachsenden Verdunkelung trifft genau das Muster, das sich nun erneut gezeigt hat.

„Die klaren Momente wurden kürzer, die dunklen länger.“
Juan Moreno, Regisseur von „Babo – Die Haftbefehl-Story“

Haftbefehl selbst hat die Dimension seiner Sucht öffentlich benannt. Im Februar 2026 sprach er im Podcast „Nina & Aykut“ von bis zu 20 Gramm Kokain pro Tag und monatlichen Kosten von rund 15.000 Euro. Wenig später sagte er ein Konzert beim 808-Festival in Zürich ab.

Im Januar 2026 wurde seine Nase erstmals operiert, um Schäden durch den Kokainkonsum zu reparieren. Im Juni 2026 kündigte er aus gesundheitlichen Gründen eine Pause an und zog sich aus der Öffentlichkeit zurück.

Vom Comeback in die Klinik

Am 20. September 2026 feierte Haftbefehl in der ausverkauften Frankfurter Festhalle sein Bühnen-Comeback – mit einer schwarzen Maske zum Schutz der durch den Kokainkonsum geschädigten Nase.

Wenige Wochen später folgte der Rückfall in der Schweiz. Die Stationen seit dem Tod seines Rap-Kollegen Xatar:

Von der Doku bis zur Intensivstation

  1. Mai 2025
    Tod von Xatar

    Der befreundete Rap-Kollege Xatar stirbt. Haftbefehl nennt den Verlust später als Auslöser eines massiven Rückfalls.

  2. Juli 2025
    Kollaps und Koma

    Haftbefehl bricht nach eigenen Angaben zusammen und fällt ins Koma.

  3. Januar 2026
    Erste Nasenoperation

    Ärzte rekonstruieren seine durch den Kokainkonsum geschädigte Nase.

  4. Februar 2026
    20 Gramm pro Tag

    Im Podcast „Nina & Aykut“ berichtet er von bis zu 20 Gramm Kokain täglich und rund 15.000 Euro Kosten im Monat. Ein Konzert am 808-Festival in Zürich sagt er ab.

  5. Juni 2026
    Rückzug angekündigt

    Aus gesundheitlichen Gründen kündigt er eine Pause an und zieht sich aus der Öffentlichkeit zurück.

  6. Anfang Oktober 2026
    Künstliches Koma in der Schweiz

    Nach bis zu 30 Gramm Kokain gerät er in akute Lebensgefahr, wird in einer Schweizer Klinik ins künstliche Koma versetzt und beatmet.

  7. 11. bis 13. Oktober 2026
    Absagen – dann Rückkehr ins Bewusstsein

    Capo verkündet die Absage der Konzerte. Am 13. Oktober meldet die Familie, Haftbefehl sei wieder bei Bewusstsein und nicht mehr beatmet.

Wie es weitergeht

Der Rückfall beschäftigt auch die Medien. Der „Spiegel“ analysierte am 14. Oktober die morbide Faszination, die der Rückfall auslöst – also das Publikumsinteresse an einem Zusammenbruch, der sich seit Monaten ankündigte.

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Offen bleibt, wann Haftbefehl wieder auf einer Bühne stehen kann. Die Familie nannte kein neues Datum; der Sprecher verwies auf die Ärzte und die Entwicklung seiner Werte.