Hamburger Jusos fordern Klingbeils Verzicht auf den SPD-Vorsitz
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SPD-Personalien

Hamburger Jusos fordern Klingbeils Verzicht auf den SPD-Vorsitz

Die Hamburger Jusos fordern den Verzicht von Lars Klingbeil auf eine erneute Kandidatur als SPD-Vorsitzender. Auslöser ist der Rücktritt von Bärbel Bas – und der Streit darüber, ob Partei- und Regierungsamt künftig getrennt werden müssen.

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Lars Klingbeil soll nicht erneut für den SPD-Vorsitz kandidieren – diese Forderung kommt jetzt aus der eigenen Partei. Am 14. Oktober 2026 verlangen die Hamburger Jusos, dass der Vizekanzler auf eine zweite Amtszeit an der Parteispitze verzichtet.

Die Forderung der Hamburger Jusos nach Klingbeils Rückzug verbindet zwei Punkte: Der Parteichef soll nicht wieder antreten, und Parteiamt und Regierungsamt sollen grundsätzlich getrennt werden.

Für die Jungsozialisten ist das kein Randthema. Landeschefin Janne Roehsler formuliert den Satz, an dem sich die SPD-Führung nun messen lassen muss.

„Lars Klingbeil ist nicht die Zukunft der Sozialdemokratie.“
Janne Roehsler, Landesvorsitzende der Jusos Hamburg

Vorwurf der Profillosigkeit

Co-Landesvorsitzender Paul Strothmann legt nach und macht Klingbeil persönlich für den Zustand der Partei verantwortlich.

„Lars Klingbeil ist das Gesicht der politischen Profillosigkeit der SPD.“
Paul Strothmann, Co-Landesvorsitzender der Jusos Hamburg

Für die Jusos ist das keine Stilfrage, sondern eine Erklärung für die schwachen Umfragewerte. Kaum jemand könne noch benennen, wofür die SPD eigentlich steht. In der Partei wächst der Unmut über die Führung: SPD bei zwölf Prozent und rebellierende Basis.

Die Jusos werten die Regierungsbeteiligung nach eineinhalb Jahren als gescheitert. Wer Politik gegen die „arbeitende Mehrheitsgesellschaft“ mache, gewinne keine Wahl, lautet ihr Vorwurf an die Führung.

Der Rücktritt von Bärbel Bas als Auslöser

Auslöser der Debatte ist der Rücktritt von Bärbel Bas. Am 12. Oktober 2026 legte sie ihr Amt als Bundesarbeitsministerin und SPD-Co-Vorsitzende nieder.

Als Gründe nannte Bas den Tod ihrer Stieftochter und öffentliche Angriffe, auch aus der Union. Seither läuft die Suche der SPD nach einer neuen Parteispitze mit offenem Ausgang.

Klingbeil reagierte am selben Tag und kündigte an, die gesamte Führung auf einem Bundesparteitag „um den Jahreswechsel“ neu wählen zu lassen. An der Doppelspitze will er festhalten.

Zu seiner eigenen Kandidatur sagt er nur: „Ich weiß doch, welche Kritik es auch gibt. Da geht es nicht um mich, und es geht auch nicht darum, dass ich am Amt klebe, sondern es geht um die bestmögliche Aufstellung.“

Personelle Optionen fallen weg: Verteidigungsminister Boris Pistorius schloss eine Kandidatur als Parteichef aus – er sei „mit meiner Aufgabe, die Sicherheit dieses Landes zu garantieren, wirklich ausgelastet“. Als neuer Arbeitsminister ist Alexander Schweitzer vorgesehen.

Parteiamt und Regierungsamt trennen

Aus den Ländern kommt eine zweite Forderung, die über Personalien hinausgeht: Partei- und Regierungsamt sollen künftig getrennt werden. Der schleswig-holsteinische SPD-Chef Ulf Kämpfer begründet das mit den Erfahrungen der vergangenen eineinhalb Jahre.

„Rückblickend war es nicht richtig, dass beide Parteivorsitzenden Teil des Bundeskabinetts waren. Das sollte man nicht noch einmal so machen.“
Ulf Kämpfer, SPD-Landesvorsitzender Schleswig-Holstein

Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kritisiert das Vorgehen der Parteispitze: Die vergangenen Tage nannte sie „unterirdisch“.

Die Hamburger Jusos verlangen die Trennung grundsätzlich. Neu ist die Forderung nicht: Der SPD-Unterbezirk Bielefeld hatte Bas und Klingbeil bereits im Juli ein Ultimatum zu Parteivorsitz oder Ministeramt gestellt.

Entscheidung fällt erst auf dem Parteitag

Damit fällt die Entscheidung nicht in Hamburg, sondern auf dem Bundesparteitag um den Jahreswechsel. Dort wird die gesamte SPD-Führung neu gewählt – bis dahin muss Klingbeil erklären, ob er erneut antritt.

Die Ankündigung einer Neuwahl der Parteispitze war in der Partei zunächst auf Zustimmung gestoßen, auch bei den Jusos. Einen Tag später fordert dieselbe Organisation den Verzicht des Vorsitzenden.

Umfrage
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Ob sich die Forderung der Hamburger Jusos durchsetzt, entscheiden die Delegierten. Offen ist auch, ob die Partei die Trennung von Parteiamt und Regierungsamt tatsächlich beschließt – und ob Klingbeil überhaupt erneut antritt.