Benzinpreis in den USA steigt auf 4,33 Dollar je Gallone
Bild: KI-generiert
US-Midterms

Benzinpreis in den USA steigt auf 4,33 Dollar je Gallone

Der Benzinpreis liegt bei 4,33 Dollar je Gallone, im Senat wackeln die Mehrheiten, und Elon Musk pumpt Millionen in den Wahlkampf: Gut drei Wochen vor den Midterms am 3. November droht den Republikanern laut Umfragen eine Niederlage, die auch ein Ende des Iran-Kriegs kaum noch abwenden könnte.

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Am 3. November wählen die USA ein neues Repräsentantenhaus und rund ein Drittel des Senats – und den Republikanern von Donald Trump droht eine Niederlage, die ihre knappen Mehrheiten kosten könnte. Der Grund steht an jeder Tankstelle: Am 14. Oktober kostete eine Gallone Benzin im Schnitt 4,33 Dollar, vor dem Krieg waren es weniger als drei.

Ein Bericht von FOCUS online vom 15. Oktober zeichnet den Republikanern eine drohende Wahlpleite. Die am 10. Oktober veröffentlichte Umfrage des Instituts PF Global trägt den Titel „Ship has sailed“ – das Schiff ist abgefahren: Selbst ein Ende des Iran-Kriegs oder sinkende Spritpreise könnten die Republikaner demnach kaum noch retten.

Vom Angriff zum Preisschock

  1. 26. Februar 2026
    Benzin kostet noch 2,98 Dollar

    Zwei Tage vor Kriegsbeginn liegt der US-Benzinpreis unter drei Dollar je Gallone.

  2. 28. Februar 2026
    Luftangriffe auf den Iran beginnen

    US- und israelische Angriffe lösen einen historischen Angebotsschock am Ölmarkt aus.

  3. März 2026
    Trump öffnet die strategische Reserve

    172 Millionen Barrel sollen über 120 Tage freigegeben werden.

  4. September 2026
    Fed hebt die Zinsen an

    Erste Anhebung seit drei Jahren, auf 3,75 bis 4,00 Prozent.

  5. 5. Oktober 2026
    Dieselsteuer ausgesetzt

    Trump setzt die 24-Cent-Bundessteuer auf Diesel bis Jahresende aus.

  6. 9. Oktober 2026
    Abkommen mit Putin

    Trump verkündet russische Diesel-Lieferungen in die USA.

  7. 14. Oktober 2026
    Inflation steigt auf 3,7 Prozent

    Benzin kostet 4,33 Dollar, Diesel 6,29 Dollar je Gallone.

172 Millionen Barrel verpuffen

Die Preise sind die Folge eines historischen Angebotsschocks. Nach den US- und israelischen Luftangriffen auf Ziele im Iran ab dem 28. Februar schoss der Ölpreis nach oben. Im März ließ Trump 172 Millionen Barrel aus der strategischen Reserve über 120 Tage freigeben – der Effekt verpuffte.

US-Kraftstoffpreise je Gallone in Dollar

Quelle: US-Arbeitsministerium / FOCUS online, Oktober 2026

Am 5. Oktober setzte Trump per Executive Order die 24-Cent-Bundessteuer auf Diesel bis Jahresende aus. Vier Tage später verkündete er ein Abkommen mit Wladimir Putin über russische Diesel-Lieferungen. An der Zapfsäule half das bislang kaum: Diesel kostete am 14. Oktober 6,29 Dollar je Gallone, rund 66 Prozent mehr als vor Kriegsbeginn.

Michael Lynch von der Energy Policy Research Foundation hält die Lieferungen für wirkungslos: „Es ist, als würde man Liegestühle auf der Titanic umschichten.“ Komme Diesel aus Russland, fehle er den bisherigen Kunden, die sich anderswo eindeckten – und der Weltmarktpreis bleibe, wo er ist.

Die Republikaner verlieren ihren Wirtschaftsvorteil

Die Wirtschaft war lange das stärkste Argument der Republikaner. Diese Woche kippte es: Eine am 13. Oktober veröffentlichte Gallup-Umfrage zur Wirtschaftskompetenz der Parteien sieht die Demokraten bei der Wohlstandssicherung mit 51 zu 37 Prozent vorn – der erste derartige Vorsprung seit 2012.

Auch die Konjunktur spielt gegen sie: Der US-Arbeitsmarkt schaffte zuletzt nur nur 29.000 neue Stellen. „In einem Wahljahr ist es eine gute Ausgangslage für eine Partei, einen Vorteil bei der Wirtschaft zu haben“, sagt Gallup-Redakteur Jeff Jones. Meist gewinne, wer diesen Vorteil habe – nun liege er bei den Demokraten.

Der republikanische Wahlkampfstratege Doug Heye rechnet nicht mit einer Wende: „Trump sagt selbst, dass der Krieg mit dem Iran nicht vor den Wahlen enden wird, und selbst wenn er es täte, ist kaum zu erkennen, dass die Preise an der Zapfsäule oder an der Kasse so stark sinken, dass sie die Erosion unter den Füßen der Republikaner bremsen.“

Umfrage
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Musk zahlt 276 Millionen, der Senat wackelt

Dabei geht es zuerst um den Senat: Dort halten die Republikaner 53 der 100 Sitze, die Demokraten brauchen netto vier zusätzliche. Laut Politico haben die Republikaner das Rennen in North Carolina praktisch aufgegeben und hoffen nun auf Zugewinne in New Hampshire und Michigan. Im Repräsentantenhaus verteidigen sie 219 zu 214 Sitze. Elon Musk steuerte laut der New York Times seit Anfang Juli mehr als 276 Millionen Dollar bei, 158 Millionen davon in den Senate Leadership Fund.

Das Weiße Haus hält dagegen: Sprecher Davis Ingle nennt Trump den „ungefochtenen Anführer, besten Botschafter und beispiellosen Motivator der Republikanischen Partei“ und erklärt, Trump sei entschlossen, die Mehrheiten zu erhalten. Zugleich verspricht Trump weiter 5.000 Dollar pro Jahr für jeden erwachsenen US-Bürger. Ob Musks Millionen, Trumps Versprechen und der teure Sprit am 3. November entscheiden, ist offen.