Trump meldet Atomgespräche, Russland und China lehnen Dreierformat ab
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Rüstungskontrolle

Trump meldet Atomgespräche, Russland und China lehnen Dreierformat ab

Donald Trump sagt, die USA sprächen mit Russland und China über nukleare Abrüstung – ohne Details, ohne Termine. Moskau und Peking machen klar, dass sie ein Dreierformat ablehnen.

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Seit Februar 2026 fehlt die letzte verbindliche Obergrenze für die strategischen Atomwaffen der USA und Russlands. US-Präsident Donald Trump sagte am 15. Oktober im Interview mit dem US-Sender Newsmax, die USA sprächen mit Russland und China über nukleare Abrüstung.

Moskau und Peking treten auf die Bremse. Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte einen Tag vor dem Interview die Position des Kremls zu Atomarsenalen formuliert: Sie seien kein geeignetes Thema für ein Dreiertreffen. Chinas Außenamtssprecherin Mao Ning verwies auf die besondere Pflicht der USA zur Abrüstung und nannte eine chinesische Teilnahme unfair und nicht umsetzbar.

Die Ankündigung von Atomgesprächen mit Russland und China steht bislang ohne Bestätigung aus Moskau oder Peking da. Trump sagte lediglich, er spreche viel mit beiden Atommächten. Er nannte weder ein Ziel noch eine Frist für ein neues Abkommen; auch eine Obergrenze für Sprengköpfe blieb ungenannt.

„Die ganze Angelegenheit ist bedauerlich, denn ich würde gerne atomar abrüsten, wenn möglich. Aber wir sprechen tatsächlich mit Russland und China über eine solche Abrüstung.“
Donald Trump, US-Präsident, im Interview mit Newsmax am 15. Oktober 2026

New START ist im Februar ausgelaufen

Der Vertrag New START war 2010 unterzeichnet und 2021 von Joe Biden und Wladimir Putin um fünf Jahre verlängert worden – die einzige zulässige Verlängerung. Im Februar 2026 lief er aus, ohne dass ein Nachfolgeabkommen zustande kam. Damit entfiel die letzte verbindliche Obergrenze für die strategischen Atomarsenale beider Länder.

New START begrenzte die strategischen Nuklearsprengköpfe auf 1.550 je Seite und die einsatzbereiten Abschussvorrichtungen auf 700. Wollten die USA diese Obergrenzen freiwillig weiter einhalten, bräuchte es dafür eine Entscheidung des Präsidenten – ein Vertrag wäre das nicht.

SIPRI warnte in seinem Bericht vom Juni 2026: Ohne Nachfolgeabkommen könnten Russland und die USA viele hundert Sprengköpfe zusätzlich auf bestehende Trägersysteme laden. Der Bericht sieht darin den Beginn eines neuen nuklearen Wettrüstens.

Von New START zum Newsmax-Interview

  1. 2010
    New START unterzeichnet

    Die USA und Russland legen Obergrenzen für ihre strategischen Atomwaffen fest.

  2. 2021
    Verlängerung um fünf Jahre

    Joe Biden und Wladimir Putin verlängern den Vertrag – die einzige zulässige Verlängerung.

  3. Februar 2026
    Vertrag läuft aus

    Ein Nachfolgeabkommen kommt nicht zustande; die verbindlichen Obergrenzen entfallen.

  4. 24. September 2026
    Trump wirbt bei Xi

    Beim Treffen im Weißen Haus wirbt der US-Präsident für trilaterale Rüstungskontrollverhandlungen; in der chinesischen Mitteilung fehlt das Thema.

  5. 14. Oktober 2026
    Peskow bremst

    Der Kremlsprecher erklärt, Nukleararsenale seien kein geeignetes Thema für ein Dreierformat.

  6. 15. Oktober 2026
    Trump im Interview

    Im Newsmax-Interview sagt Trump, die USA sprächen mit Russland und China über nukleare Abrüstung.

Moskau hält Arsenale für kein Dreierthema

Der Kreml hatte zuvor in die andere Richtung gesendet: Am 1. September nannte Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow ein Treffen von Putin, Trump und Xi am Rande des APEC-Gipfels in Shenzhen denkbar, am 8. September kam die Idee in einem Telefonat zwischen Putin und Trump zur Sprache. Mitte Oktober sagte Trump im Weißen Haus, Putin sei stärker an einer Einigung interessiert als Kiew – Trumps Sicht auf Putins Deal-Interesse.

Am 28. September sagte Peskow laut Reuters, Rüstungskontrollgespräche mit Washington seien längst überfällig und müssten auf Expertenebene vorbereitet werden. Für ein Dreierformat sieht der Kreml dennoch keine Grundlage – Peskow verweist auf Peking:

„Sie wissen, dass unsere chinesischen Freunde der Ansicht sind, dass ihre nuklearen Fähigkeiten derzeit mit denen Russlands und der Vereinigten Staaten nicht vergleichbar sind, und dass sie deshalb meinen, es gebe kein Thema, über das man sprechen müsse. Das ist die Position der chinesischen Seite, die wir respektieren. Daher ist es unwahrscheinlich, dass diese Frage in einem Dreierformat erörtert werden könnte.“
Dmitri Peskow, Sprecher des Kremls

Bereits am 14. Oktober hatte Peskow erklärt, Nukleararsenale seien kein geeignetes Thema für ein Dreierformat. Peking lehnt das Format grundsätzlich ab, weil sein Arsenal nicht mit dem der USA und Russlands vergleichbar ist; Russland, so Peskow, respektiere diese Position.

China soll in fünf Jahren aufschließen

Trump sagte im Interview, er habe das Thema persönlich mit Chinas Staatschef Xi Jinping erörtert. Er erwartet, dass China bei Atomwaffen binnen fünf Jahren zu den USA aufschließen werde – deshalb sei Peking weniger abrüstungswillig.

Das letzte Treffen der beiden liegt vier Wochen zurück: Am 24. September warb Trump bei Xi im Weißen Haus für trilaterale Rüstungskontrollverhandlungen; in der chinesischen Mitteilung fehlt das Thema. Einig wurden sich beide Seiten an diesem Tag nur über die Zollpause nach Trumps Empfang von Xi, die bis zum 10. Januar 2027 gilt.

Peking hatte seine Haltung schon vor Monaten festgeschrieben. Bereits 2020 lehnte China Abrüstungsgespräche mit den USA und Russland ab; in einem Positionspapier vom April 2026 nannte das chinesische Außenministerium Forderungen nach trilateralen Verhandlungen unrealistisch, solange die USA und Russland ihre Arsenale nicht reduzieren.

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Der nächste mögliche Ort ist Shenzhen

Als Ort für ein Dreiertreffen gilt weiter der APEC-Gipfel in Shenzhen am 18. und 19. November. Peskow sagte am 14. Oktober, ein solcher Gipfel sei nicht vereinbart. Wer für Washington verhandeln soll, ist ebenfalls offen – Unterhändler und Termin nannte Trump nicht.

Trump sagte im Interview, er würde die Denuklearisierung „sehr gerne vorantreiben“. Bestätigt hat bislang weder Moskau noch Peking, dass überhaupt verhandelt wird.

Ein Nachfolgeabkommen für New START ist nicht in Sicht. Ob bis zum APEC-Gipfel Mitte November ein erstes Arbeitsformat entsteht, ist offen – zugesagt hat bisher keine der drei Seiten. Für die Arsenale der USA und Russlands gilt bis dahin: keine verbindliche Obergrenze, keine Frist für ein neues Abkommen.