USA erwägen offenbar Einsatz der „Mutter aller Bomben“ gegen Iran
Das US-Militär hat laut CNN Pläne für einen Abwurf der „Mutter aller Bomben“ auf Irans Atom- und Energieanlagen. Trump bestätigt Pickaxe Mountain als mögliches Ziel – Experten bezweifeln, dass die Bombe die Granitschichten durchdringt.
Das US-Militär hat laut CNN Pläne, die stärkste nichtatomare Bombe seines Arsenals gegen Iran einzusetzen. Nach dem Bericht über mögliche Angriffspläne mit der MOAB sollen damit Irans Energie- und Atomanlagen getroffen werden.
US-Präsident Donald Trump bestätigte am 15. Oktober im Interview mit Newsmax, dass die unterirdische Atomanlage Pickaxe Mountain ein mögliches Ziel ist – den MOAB-Bericht bestätigte er nicht. „Wir müssen da vielleicht hin. Wir werden einen Versuch wagen. Wir werden es schnell ausschalten“, sagte Trump. Bodentruppen schloss er aus.
Ob die Bombe das leisten kann, bezweifeln Militärkreise und Experten. Die MOAB müsste mehrere Schichten Granit durchdringen, die die Anlage Pickaxe Mountain schützen. Die GPS-gesteuerte Bombe kann nach CNN-Angaben eine Fläche von neun Häuserblöcken zerstören; ein US-Militärsprecher nannte rund elf Tonnen Sprengstoff als Ladung.
Für den Untergrund wurde sie nicht gebaut
Max Mutschler, Militärtechnologie-Experte am Bonn International Centre for Conversion (BICC), hält die Bombe für das falsche Werkzeug. Seine Einschätzung widerspricht direkt der Vorstellung, die MOAB könne Irans tief verbunkerte Anlagen ausschalten.
„Sie wurde ursprünglich gar nicht für Angriffe auf tief eingebunkerte Ziele entwickelt, sondern dafür, mit ihrer in der Tat massiven Sprengkraft eine größtmögliche Flächenwirkung zu erzielen.“
Max Mutschler, Militärtechnologie-Experte am BICC
Belegt ist genau diese Flächenwirkung: Die Bombe wurde am 11. März 2003 erstmals auf dem Testgelände der Eglin Air Force Base in Florida gezündet. Trump sagte über sie: „Sie ist wie eine winzige Atombombe. Die Mutter aller Bomben ist eine große Bombe, aber sie ist nicht nuklear.“ Ein CNN-Insider nannte sie eine Waffe für eine „massive Informationsoperation“.
Ein Kampfeinsatz in fast 25 Jahren
Ihren bislang einzigen Kampfeinsatz hatte die MOAB am 13. April 2017: Sie traf ein Tunnelsystem der Terrormiliz Islamischer Staat in der Provinz Nangarhar in Afghanistan, afghanische Behörden meldeten 36 getötete IS-Kämpfer. Der US-Bestand kostet laut den Angaben zu den Stückkosten des Arsenals rund 170.000 US-Dollar pro Bombe.
Der Konflikt läuft seit Ende Februar 2026: Die USA und Israel führen Krieg gegen Iran, im Juni einigten sich Teheran und Washington auf ein Rahmenabkommen, die Verhandlungen stecken seither fest. Zuletzt konzentrierte sich das Geschehen auf die Straße von Hormus; Mitte Juli flogen die USA die dritte Angriffswelle auf 140 Iran-Ziele.
Von der MOAB zum Krieg gegen Iran
11. März 2003
Erster Test der MOAB
Die Bombe wird auf dem Testgelände der Eglin Air Force Base in Florida gezündet – entwickelt für größtmögliche Flächenwirkung, nicht für tiefe Bunker.
13. April 2017
Einziger Kampfeinsatz
Die MOAB trifft ein Tunnelsystem des Islamischen Staates in der Provinz Nangarhar in Afghanistan; afghanische Behörden melden 36 getötete IS-Kämpfer.
Ende Februar 2026
Krieg gegen Iran beginnt
Die USA und Israel beginnen ihren Krieg gegen Iran.
Juni 2026
Rahmenabkommen, dann Stillstand
Teheran und Washington einigen sich auf ein Rahmenabkommen für eine dauerhafte Lösung; die Verhandlungen stecken seither fest.
September 2026
Trump droht vor der UN
Vor der UN-Generalversammlung sagt Trump, er habe eine „große Entscheidung“ zu treffen: Abkommen mit Iran oder „die Islamische Republik auslöschen“.
8. Oktober 2026
Dementi vor den Midterms
Trump dementiert, Iran vor den US-Kongresswahlen angreifen zu wollen, und spricht von „konstruktiven Gesprächen“ mit Teheran.
15. Oktober 2026
CNN-Bericht und Trumps Bestätigung
CNN berichtet über Angriffspläne inklusive MOAB-Einsatz; Trump bestätigt im Newsmax-Interview Pickaxe Mountain als mögliches Ziel, ohne den Bericht zu bestätigen.
Der Termin, der den Angriff bremst
Das Weiße Haus ließ mitteilen, es kommentiere keine sensiblen Militärpläne; Trump halte „alle Optionen auf dem Tisch“. Das Pentagon betonte, es plane „für eine breite Palette operativer Szenarien“.
Offen ist, wie das zu Trumps Zusage passt, vor den US-Kongresswahlen Anfang November nicht anzugreifen. Am 8. Oktober hatte er einen Angriff auf Iran dementiert und von „konstruktiven Gesprächen“ mit Teheran gesprochen. Wenige Tage zuvor hatte das Pentagon nach einem Anschlagsverdacht den Abzug aller Bomber aus Fairford angeordnet.
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Entscheiden muss Trump selbst: Bodentruppen schließt er aus, ein Abwurf der MOAB wäre erst der zweite Kampfeinsatz der Bombe überhaupt. Trump hat keine Frist für einen möglichen Angriff vor oder nach den Kongresswahlen Anfang November genannt. Und ob die Bombe Pickaxe Mountain überhaupt erreichen kann, bestreiten Fachleute weiterhin.