Liminski empfiehlt der Linken „politische Säuberung“
Nathanael Liminski sagt beim Deutschlandtag der Jungen Union, die Linke müsste doch zu „politischer Säuberung“ fähig sein – am selben Tag, an dem SPD und Grüne in Berlin Koalitionsverhandlungen mit ihr empfehlen. Friedrich Merz ruft den Parteien zu: „Hört auf damit, diesen Weg zu gehen.“
Nathanael Liminski traut der Linken nur noch eines zu: „politische Säuberung“. Der NRW-Minister für Europa- und Bundesangelegenheiten sagte am Samstag beim 78. Deutschlandtag der Jungen Union in Bonn, wer seine „Ursprünge im Stalinismus“ habe, der müsste das doch können – doch die Linke kriege es nicht auf die Kette.
Der Auftritt fällt auf genau den Tag, an dem Linke, Grüne und SPD in Berlin ihre Sondierungen erfolgreich abschließen und die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen empfehlen – vier Wochen nach der Abgeordnetenhauswahl vom 20. September, die die Linke mit 25,7 Prozent gewonnen hat.
„Ursprünge im Stalinismus“
Was wie ein spitzer Satz am Rande klingt, ist der Kern seines Auftritts: Liminski dreht das antifaschistische Selbstbild der Linken gegen sie und verlangt von ihr ausgerechnet die Fähigkeit, die er ihr abspricht. Vor den Delegierten in Bonn sagte er:
„Wenn es doch eines gibt, was diese Partei Die Linke mit ihren Ursprüngen im Stalinismus können müsste, dann wäre das doch politische Säuberung. Aber die kriegen jetzt das nicht auf die Kette.“
Nathanael Liminski, Chef der NRW-Staatskanzlei (CDU)
Liminski ist in Nordrhein-Westfalen kein Hinterbänkler: Er führt die Staatskanzlei und gilt als enger Vertrauter von Ministerpräsident Hendrik Wüst, der am Vortag in Bonn vor Linken und AfD gewarnt hatte. Der Bericht über Liminskis Säuberungsvorwurf zeigt, wie weit der Ton auf dem Deutschlandtag reicht.
Merz verlangt den Abbruch
Bundeskanzler Friedrich Merz verlangt von SPD und Grünen, die Gespräche mit der Linken zu beenden. „Wer die politische Mitte stärken will und wer will, dass die Demokratie in unserem Land geschützt bleibt, der darf mit solchen Linksradikalen keine Gespräche führen“, sagte er in Bonn und rief: „Hört auf damit, diesen Weg zu gehen.“ Berlins SPD-Chef Steffen Krach konterte: „Der sollte seine eigene Regierung mal in den Griff bekommen und seine eigene Partei, dann wäre dem Land mehr geholfen.“
Wahlergebnis der Berliner Abgeordnetenhauswahl 2026
Stimmenanteile in Prozent, Wahl vom 20. September 2026
Liminski blieb nicht bei der Linken. Er forderte in Bonn auch den Ausschluss von „Judenhassern und Clan-Freunden“ aus den demokratischen Parteien:
„Judenhasser und Clan-Freunde gehören nicht mit irgendwelchen Selbsthilfegruppen therapiert, sondern aus demokratischen Parteien ausgeschlossen.“
Nathanael Liminski, Chef der NRW-Staatskanzlei (CDU)
Die Linke weist das zurück. Ihre Bundesvorsitzende Ines Schwerdtner sagte beim NRW-Landesparteitag in Hagen, es sei „ekelhaft“, dass der Antisemitismus instrumentalisiert werde, „um uns im politischen Geschäft schlechtzumachen“. Der Zentralrat der Juden hatte bereits nach der Wahl vor einer Koalition mit der Berliner Linken gewarnt.
Entscheidung liegt in Berlin
Der Deutschlandtag endet an diesem Sonntag mit der Rede von CSU-Chef Markus Söder. Am Samstag war JU-Chef Johannes Winkel mit 94,3 Prozent im Amt bestätigt worden.
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Über Berlin entscheiden aber nicht die Reden in Bonn, sondern die Gremien von SPD und Grünen. Sie müssen nun über Koalitionsverhandlungen mit einer Linken entscheiden, der der NRW-Minister gerade öffentlich politische Säuberungen empfohlen hat.