Trump setzt Sanktionen gegen Russland und Iran vor Inkrafttreten aus
Bild: KI-generiert
Ukraine-Krieg

Trump setzt Sanktionen gegen Russland und Iran vor Inkrafttreten aus

Zwei Tage vor dem geplanten Inkrafttreten hat Donald Trump das Graham-Sanktionspaket gegen Russland und den Iran ausgesetzt. Am Sonntag verteidigt er den Schritt mit Friedensverhandlungen – und schießt scharf gegen Wolodymyr Selenskyj.

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Zwei Tage bevor das Sanktionspaket gegen Russland und den Iran greifen sollte, hat Donald Trump es per Dekret ausgesetzt. Am Sonntag, 18. Oktober, legte der US-Präsident auf Truth Social nach und machte die Friedensverhandlungen im Ukraine-Krieg zum einzigen Grund.

Er verhandle Frieden, schrieb Trump, und wolle „nichts tun, was Russland törichterweise vom Verhandlungstisch wegbringen würde“. Es gebe „große Fortschritte“, auch bei Verhandlungen über Geiseln. Das Paket wäre an genau diesem Sonntag automatisch in Kraft getreten.

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Jenseits von unverantwortlich. Welchen Teil der Durchsetzung eines Gesetzes, das der Senat mit 86-11 verabschiedet hat, verstehen der Präsident und seine Berater nicht? Es ist unverantwortlich, dass diese Regierung einem russischen Diktator nachgibt, der die Ukraine illegal überfallen hat und jeden einzelnen Tag unschuldige Zivilisten abschlachtet. Wenn der Präsident die Energiepreise tatsächlich senken will, kann er das tun, indem er das Iran-Problem löst, und nicht, indem er Vladimir Putin einen Gefallen tut. https://t.co/ccCakQUTDt

X · @SenThomTillis
„Meine Entscheidung zu Russland ist eine ganz einfache. Ich bin dabei, Frieden im Krieg zwischen Russland und der Ukraine auszuhandeln, und will nichts tun, was Russland törichterweise vom Verhandlungstisch wegbringen würde.“
Donald Trump, US-Präsident

Was das Graham-Gesetz vorsah

Beschlossen hatte der Senat das Gesetz am 15. September mit 86 zu 11 Stimmen – veto-sicher und parteiübergreifend. Benannt ist es nach Lindsey Graham, der im Juli starb. Vorgesehen waren Zölle bis 100 Prozent auf Waren der fünf größten Abnehmer russischen Öls und Gases, darunter China und Indien, Einreiseverbote gegen Wladimir Putin und Militärs sowie Maßnahmen gegen die Schattenflotte.

Von der Unterzeichnung zur Aussetzung

  1. Juli 2026
    Lindsey Graham stirbt

    Der Senator war Namensgeber und treibende Kraft des Sanktionsgesetzes.

  2. 15. September 2026
    Senat beschließt das Paket

    Die Abstimmung fällt mit 86 zu 11 Stimmen veto-sicher aus.

  3. 18. September 2026
    Trump unterzeichnet das Gesetz

    Die Maßnahmen sollen 30 Tage später automatisch greifen.

  4. 9. Oktober 2026
    Dieselabkommen mit Putin

    Russland liefert Diesel, die USA setzen Sanktionen gegen russischen Treibstoff aus.

  5. 16. Oktober 2026
    Trump setzt das Paket aus

    Per Dekret, zwei Tage vor dem geplanten Inkrafttreten, mit Verweis auf das nationale Interesse.

  6. 18. Oktober 2026
    Rechtfertigung auf Truth Social

    Trump beruft sich auf Friedensverhandlungen und greift Selenskyj an.

Einreiseverbote gegen Putin persönlich hatte zuvor bereits das Repräsentantenhaus mit Sanktionen gegen Putin persönlich beschlossen. Trump unterzeichnete am 18. September, 30 Tage später sollten die Maßnahmen automatisch greifen. Am Freitag, 16. Oktober, setzte er das Paket per Dekret aus – die Aussetzung des Sanktionspakets zwei Tage vor Inkrafttreten.

Kritik aus der eigenen Partei

Aus der eigenen Fraktion kam scharfe Kritik. Senator Thom Tillis nannte die Aussetzung „mehr als unverantwortlich“, Ted Cruz sprach von einem „Fehler“, John Cornyn schrieb: „Lindsey wäre entsetzt.“ Mindestens acht republikanische Senatoren protestierten – die scharfe Kritik der Republikaner an der Aussetzung.

„Mehr als unverantwortlich. Es ist unerhört, dass diese Regierung vor einem russischen Diktator kapituliert, der illegal in die Ukraine eingefallen ist und jeden Tag unschuldige Zivilisten niedermetzelt.“
Thom Tillis, US-Senator (Republikaner)

Cruz begründete seine Ablehnung damit, dass der aktuelle Weg „leider nur Putin“ nütze. Der demokratische Fraktionsführer Chuck Schumer spottete, Trump habe Putin „gerade sein bestes Geburtstagsgeschenk gemacht“.

Trump greift Selenskyj an

Trump teilte zugleich gegen Wolodymyr Selenskyj aus. Der ukrainische Präsident wolle den Krieg „nicht beenden und es wahrscheinlich nie gewollt haben“, warf er ihm vor. Ukrainische Angriffe auf russische Dieselraffinerien kritisierte er als Belastung für den Weltdieselmarkt.

Selenskyj konterte: „Sollten sich die USA an die Seite Russlands stellen, können wir nicht überdauern.“ Am Sonntag sprach er mit Trumps Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner. Der Streit um Treibstoff hat eine Vorgeschichte: Anfang Oktober vereinbarten Trump und Putin ein Dieselabkommen – 300.000 Tonnen russischer Diesel für die USA.

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Rubio verteidigt, der Kreml jubelt

Außenminister Marco Rubio verteidigte den Schritt als 60-tägige Pause, in der die wirtschaftlichen Folgen geprüft werden sollen. Aus Moskau kam Beifall: Der Gesandte Kirill Dmitrijew sprach von einem „wichtigen und wahrhaft historischen Moment“.

Schnelle Korrektur aus dem Kongress ist nicht zu erwarten. Beide Kammern tagen bis nach den Midterms am 3. November nicht. Initiativen von Gregory Meeks und Brian Fitzpatrick gegen Trumps Dekret liegen damit auf Eis. Ob die Republikaner nach dem 3. November Anlauf nehmen, hängt am Ausgang der Wahl.