Prinz Harry (42) hat das letzte Telefonat mit seiner Mutter als einen Fehler benannt, den er nicht mehr gutmachen kann: Er habe damals nicht gewusst, dass es das letzte Gespräch mit Prinzessin Diana sein würde. Die Konsequenz trägt er bis heute allein.
Anlass ist ein Gespräch für die GQ-Reihe „One More Question“ mit Zach Baron, veröffentlicht am 20. Oktober 2026, das als Interview mit Zach Baron erschienen ist. Darin spricht Harry über den Sommer 1997: Diana starb am 31. August in Paris nach einem Autounfall. Sie wurde 36 Jahre alt; auch ihr Begleiter Dodi Fayed und der Fahrer Henri Paul kamen ums Leben.
Ein Zwölfjähriger wollte spielen
Zum Zeitpunkt des Anrufs war Harry zwölf. Er und sein Bruder William, damals 15, hielten sich in Balmoral Castle in Schottland auf, bei Queen Elizabeth II. und Prinz Charles. Diana rief ihre Söhne wenige Stunden vor dem tödlichen Unfall an – Harry wollte nach eigener Erinnerung vor allem weg und mit seinen Cousins spielen.
„Ich habe sehr offen darüber gesprochen, dass das letzte Telefonat mit ihr eines meiner größten Bedauern ist. Hätte ich gewusst, dass es das letzte Gespräch mit ihr ist, wie anders wäre dieses Gespräch verlaufen. Und ich bin derjenige, der damit leben muss.“
Im Gespräch beschreibt Harry sein eigenes Bedauern über das letzte Telefonat; eine Abrechnung mit dem Palast ist daraus nicht abzuleiten. Dass ein Zwölfjähriger nicht wissen konnte, was folgt, nimmt ihm die Last nach eigener Darstellung nicht. Der Satz steht am Anfang einer Erzählung, in der sich Harry seit Jahren als jemand zeigt, der erst spät gelernt hat, über Verlust zu sprechen.
Zwanzig Jahre ohne Tränen
Vor seiner eigenen Vaterschaft habe ihn dieses Gefühl „wirklich festgehalten“, sagte Harry: „Es war schwer.“ Mit Archie und Lilibet, die er mit Meghan Markle hat, habe sich der Blick verschoben: „Und wenn man dann Eltern wird, ändert das natürlich Dinge.“
Rund 20 Jahre lang konnte Harry nach Dianas Tod nicht um seine Mutter weinen. Auf die Frage, wie es ihm gehe, habe er automatisch „fine“ geantwortet; sein früheres Partyleben habe der Ablenkung gedient. Er nennt sich rückblickend „emotional taub“ und sagt, er habe sich „illoyal und schuldig“ gefühlt, sobald er wieder glücklich war. Die Therapie „gab mir die Erlaubnis zu trauern“.
Williams Erinnerung an denselben Anruf
Auch William hat über den Anruf gesprochen. In der Dokumentation „Diana, Our Mother: Her Life and Legacy“ von 2017 sagte er, er und Harry hätten es eilig gehabt, sich zu verabschieden: Hätte er gewusst, was kommen würde, hätte er es „nicht so beiläufig abgetan“. Der Anruf bleibe ihm „schwer im Kopf hängen“.
Der letzte Anruf und was danach kam
- 1. Juli 1997Letztes Treffen mit dem Bruder
Diana feiert ihren 36. Geburtstag. Ihr Bruder Charles Spencer spricht später von einem kurzen Gespräch – sie hätten sich „nie wiedergesehen“.
- 31. August 1997Tod in Paris
Diana stirbt nach einem Autounfall. Auch Dodi Fayed und der Fahrer Henri Paul kommen ums Leben.
- 2017William erinnert sich öffentlich
In der Dokumentation „Diana, Our Mother: Her Life and Legacy“ sagt William, das Telefonat bleibe ihm schwer im Kopf hängen.
- 2023„Spare“ erscheint
Harry beschreibt Balmoral als „paradies“ und erinnert sich, dort die Stimme seiner Mutter zum letzten Mal gehört zu haben.
- 20. Oktober 2026Das GQ-Interview erscheint
Harry nennt das letzte Telefonat mit Diana eines seiner größten Bedauern.
In seinen Memoiren „Spare“ von 2023 schildert Harry, am Morgen nach dem Anruf von Dianas Tod erfahren zu haben. Dianas Bruder Charles Spencer (62) erinnert in „Swan Song: Diana, My Sister“ an das letzte Treffen am 1. Juli 1997: Sie hätten nur kurz gesprochen, „nie, um sich wiederzusehen“.
Was von der Trauer bleibt
Fast drei Jahrzehnte nach Dianas Tod denkt Harry nach eigener Aussage fast täglich an sie. Manchmal stelle er ihr Fragen und bekomme „manchmal“ eine Antwort; an bestimmten Punkten seines Lebens spüre er ihre Energie. Seine Gedanken beschreibt er mit „Wow, miss you. Wonder what the world would be like if you were still here“. Und mit: „You don’t ever get over grief. You learn to live with it.“
Zu dieser öffentlichen Auseinandersetzung gehört auch seine MasterClass „Redefining Grief: Building Resilience Through Loss“ mit der Trauerforscherin Dr. Mary-Frances O’Connor. Das Format stieß bereits auf Kritik am bezahlten Trauerkurs. Ob Harry vor dem 30. Todestag am 31. August 2027 auf seinen Bruder zugeht – ein Friedensangebot an William und Kate gilt seit August als geplant –, ist offen.
