Auto rast in Menschengruppe bei Hannover – Polizei schießt auf Wagen
Ein dunkelblauer BMW fährt in der Nacht auf Dienstag gezielt in eine Menschengruppe in Neustadt am Rübenberge. Die Polizei schießt auf den Wagen, die Insassen fliehen zu Fuß – und die Ermittler prüfen ein Bekanntschaftsverhältnis zwischen Tätern und Opfern.
Vier bis fünf Menschen liegen verletzt auf der Mecklenhorster Straße, ein dunkelblauer BMW bleibt mit plattem Vorderreifen stehen – seine Insassen rennen zu Fuß davon. Was in der Nacht auf Dienstag in Neustadt am Rübenberge geschah, war nach ersten Erkenntnissen der Polizei kein Unfall.
Gegen 23:30 Uhr am Montagabend steuerte der Fahrer den Wagen in die kleine Menschengruppe. Die Menschen seien gezielt und nicht wahllos ausgesucht worden, teilte die Polizei am Morgen mit. Zwischen Tätern und Opfern habe es nach ersten Erkenntnissen ein Bekanntschaftsverhältnis gegeben.
Der Rettungsdienst löste zeitweise das Stichwort „Massenanfall von Verletzten“ aus. Die Verletzten erlitten leichte bis schwere Verletzungen und wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Nach Polizeiangaben schwebt niemand in Lebensgefahr.
Schüsse aus der Verkehrskontrolle
Eine Polizeistreife bekam die Tat unmittelbar mit. Die Beamten führten ganz in der Nähe, beim Schützenplatz, eine allgemeine Verkehrskontrolle durch – und sahen, wie der BMW in die Menschenmenge fuhr.
Kurz vor Mitternacht gaben die Beamten Schüsse auf das Fahrzeug ab, um es zu stoppen. Der BMW blieb mit einem platten Vorderreifen zurück. Wie viele Menschen darin saßen, war zunächst unklar – alle flohen zu Fuß.
Am Tatort stand am Morgen zudem ein silberner Mercedes mit zertrümmerter Heckscheibe. Ein dpa-Reporter berichtete von mehreren beschädigten Autos, platten Reifen und Einschusslöchern auf der Straße.
Die Polizei sperrte den Bereich weiträumig ab. Kriminaldauerdienst und Verkehrsunfalldienst Hannover sicherten die Spuren; auch der Mercedes wurde in die Ermittlungen einbezogen.
Großfahndung zunächst ohne Erfolg
In der Nacht lief eine Großfahndung mit Hubschrauber, Diensthunden und teils schwer bewaffneten Kräften im Nahbereich. Sie blieb zunächst ohne Erfolg.
Der NDR-Bericht zur Großfahndung in Neustadt beschreibt den Einsatz am Tatort; am Morgen lief die Suche nach den Geflohenen weiter, die Sperrungen bestanden fort.
Bekannte, kein Anschlag
Die Polizei teilte am Morgen mit, es lägen „keine Erkenntnisse zu einem Anschlagsgeschehen“ vor. Das geht aus der Polizeimeldung zum Angriff mit dem Pkw hervor. Damit rückt das Verhältnis der Beteiligten in den Mittelpunkt der Ermittlungen.
Der Fall erinnert an andere Angriffe mit Fahrzeugen auf Menschenmengen – etwa an den Angriff auf die CSD-Menge im Tiergarten, bei dem im Juli ein Transporter in eine Menschenmenge fuhr und der Fahrer flüchtete.
Offen ist, wie viele Menschen im BMW saßen, wer am Steuer saß und ob die Geflohenen die Region bereits verlassen haben. Die Ermittler werten die Spuren an der Mecklenhorster Straße aus.