ARD-Buffet-Moderatorin Jacqueline Stuhler stirbt mit 70 Jahren
Der SWR trauert um Jacqueline Stuhler: Die frühere „ARD Buffet“-Moderatorin starb mit 70 Jahren nach langer Krankheit. Intendant Kai Gniffke würdigt sie als prägendes Gesicht – obwohl die ARD ihr Mittagsformat schon Ende 2024 eingestellt hat.
Jacqueline Stuhler (70) ist tot. Die frühere Moderatorin des „ARD Buffet“ starb am 24. Oktober in Friolzheim im Enzkreis, nach langer, schwerer Krankheit. Öffentlich wurde ihr Tod erst am Dienstag (27. Oktober), als der Südwestrundfunk (SWR) ihn mitteilte.
Sie war elf Jahre lang das Gesicht eines Formats, das es nicht mehr gibt. Das „ARD Buffet“ lief mehr als 25 Jahre im Mittagsprogramm des Ersten, zum Jahresende 2024 stellte die ARD es ein.
Vom „Zündfunk“ in die Innenpolitik
Geboren 1956 in Lindau am Bodensee, wo sie auch aufwuchs, begann Stuhler 1980 als Reporterin beim Bayerischen Rundfunk – nach einem Volontariat bei der „Nürnberger Zeitung“ und einem Theaterwissenschaftsstudium in Erlangen. Dort moderierte sie Jugendsendungen wie „Zündfunk“ und „Live aus dem Alabama“.
1982 bekam sie den Ernst-Schneider-Preis für Wirtschaftsjournalismus. 1990 wechselte sie zum damaligen Süddeutschen Rundfunk nach Stuttgart, leitete dort die Redaktion Innenpolitik und verantwortete „Pro und Contra“ und „Schlaglicht“.
Stationen einer langen Fernsehkarriere
23. April 1956
Geburt in Lindau am Bodensee
Dort wächst Jacqueline Stuhler auch auf.
1980
Start beim Bayerischen Rundfunk
Als Reporterin, später mit eigenen Jugendsendungen wie „Zündfunk“.
1990
Wechsel zum SDR nach Stuttgart
Leitung der Redaktion Innenpolitik, Verantwortung für „Pro und Contra“ und „Schlaglicht“.
1998
Gründungsteam des „ARD Buffet“
Erstes gemeinsames Programm von SWF und SDR, die im selben Jahr zum SWR fusionieren.
bis 2008
Elf Jahre Moderation des „ARD Buffet“
Parallel prägt sie „Ländersache“ und den „SWR Wortwechsel“.
Ende 2024
Das Erste stellt das „ARD Buffet“ ein
Nach mehr als 25 Jahren Sendezeit im Mittagsprogramm.
24. Oktober 2026
Tod in Friolzheim
Stuhler stirbt nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 70 Jahren.
Gründungsmitglied eines Formats, das die ARD abwickelte
1998 gehörte Stuhler zum Gründungsteam des „ARD Buffet“ – des ersten gemeinsamen Programms von SWF und SDR, die im selben Jahr zum SWR fusionierten. Elf Jahre lang präsentierte sie die Sendung und prägte parallel das landespolitische Magazin „Ländersache“ sowie den „SWR Wortwechsel“.
Zwischen 2009 und 2011 moderierte sie mit Jon Christoph Berndt die Gesprächsreihe „Leben! Was Menschen bewegt“ auf Einsplus. Ihr Hauptformat aber verschwand: die Streichung von 76 WDR-Angeboten zeigt, wie ähnlich die Sparrunden inzwischen in den Landesanstalten laufen.
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Gniffke nennt sie ein prägendes Gesicht des SWR
SWR-Intendant Kai Gniffke nannte Stuhler in der Mitteilung des SWR zum Tod Stuhlers „eines der prägenden Gesichter des SWR“. Sie habe genau hingehört und komplexe Themen verständlich gemacht.
„Jacqueline Stuhler war eines der prägenden Gesichter des SWR. Sie hat genau hingehört, die Menschen ernst genommen und auch komplexe Themen verständlich gemacht. Mit ihr verlieren wir eine kluge Journalistin und zugewandte Moderatorin.“
Kai Gniffke, Intendant des SWR
Die Würdigung beschreibt genau die Eigenschaften, für die die ARD ihr Mittagsprogramm über Jahrzehnte begründet hat – und die sie mit dem Ende des „ARD Buffet“ selbst aus dem Programm nahm. Gniffke führt zugleich einen Sender, an dem sich Kritik sammelt: Nach dem Aus von „Immer wieder sonntags“ rechnete Moderator Stefan Mross in seiner Abrechnung mit dem SWR auch mit dem Intendanten ab.
Am Dienstagabend gedenkt der SWR
Der SWR machte den Tod am Dienstag öffentlich. Die Hauptausgabe von „SWR Aktuell Baden-Württemberg“ um 19.30 Uhr gedenkt Stuhlers; der Nachruf des epd auf Stuhler zeichnet ihren Weg vom Jugendsender in die Politikredaktion nach.
Offen bleibt, ob der Sender ihr über den Abend hinaus ein eigenes Porträt widmet – angekündigt ist dazu bislang nichts. Und ob die ARD das Mittagsformat, für das ihr Name steht, nach dem Aus Ende 2024 noch einmal aufgreift, hat der Sender nicht entschieden.