Gen Z regelt schreibt Brandbrief an Merz – 24.000 Unterschriften
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Protestbewegung

Gen Z regelt schreibt Brandbrief an Merz – 24.000 Unterschriften

Mehr als 24.000 Unterschriften, knapp 15.000 Euro Spenden, Rückzüge und ein zweites Impressum: Der Brandbrief von „Gen Z regelt“ an Friedrich Merz wächst schneller als die Struktur dahinter. Am Samstag sollen die Proteste folgen.

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Mehr als 24.000 Menschen haben den Brandbrief bis zum Nachmittag des 29. Oktober unterschrieben – innerhalb eines Tages. Adressat ist Bundeskanzler Friedrich Merz, Absender eine Gruppe, die sich „Gen Z regelt“ nennt und deren zentraler Vorwurf lautet: „Ihre Politik fährt unsere Zukunft gegen die Wand“.

Veröffentlicht wurde das Schreiben am 28. Oktober. Einen Tag später griffen FOCUS online, RP Online, WELT, news4teachers und die Ostdeutsche Allgemeine den Text auf. Wer den vollständigen Brandbrief an die Bundesregierung aufruft, findet dort auch einen Spendenaufruf.

Der Brief findet Unterstützung bis in den Bundestag. Die Linken-Abgeordnete Heidi Reichinnek und die Grüne Ricarda Lang stehen auf der Liste der Unterzeichner, wie dem Bericht über die Unterzeichner Reichinnek und Lang zu entnehmen ist.

„Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Merz, sehr geehrte Bundesregierung, es reicht uns!“
Gen Z regelt, Initiative (Kollektiv)

24.000 Unterschriften an einem Tag

Der Zulauf war am Donnerstag kaum zu bremsen. Am Morgen standen 18.500 Unterschriften auf der Liste, mittags rund 22.500, am Nachmittag mehr als 24.000.

Unterschriften für den Brandbrief an Merz am 29. Oktober

Stand im Tagesverlauf, Angaben aus der Berichterstattung

Quelle: Medienberichte vom 29. Oktober 2026

Parallel wuchs der Spendentopf: Das mit dem Brief verlinkte Crowdfunding bei GoFundMe hatte bis zum 29. Oktober mehr als 13.900 Euro eingebracht, später war von knapp 15.000 Euro die Rede.

In dem Schreiben heißt es nach Angaben aus der Berichterstattung, die Sparpolitik nehme jungen Menschen „jede Hoffnung“. Der Ton ist damit gesetzt: nicht Bitte um ein Gespräch, sondern Rechnung für ausgebliebene Antworten.

Ein Sprecher gibt nach einem Tag auf

So geschlossen der Aufruf nach außen klingt, so bewegt ist es dahinter. Gianni Matheja, erster Sprecher der Initiative, gab seine Funktion bereits am 28. Oktober nach einem Tag wieder ab.

Einen Tag vorher, am Dienstagabend, hatten der Sänger Battal Yali und Max Schneller von „Maximaldemokratisch“ ihren Rückzug aus der Berliner Organisation erklärt. Zwei Abgänge, bevor der Brief überhaupt flächendeckend bekannt war.

Auch die Formalien wackeln: Das Impressum der Website wurde binnen einer Woche zum zweiten Mal geändert. Am Donnerstag stand dort eine Schweizer Anschrift.

Unterstützung ja, Aufruf nein

Die Bundesschülerkonferenz stützt die Forderungen des Briefs, distanziert sich aber von den konkreten Aufrufen. Zur Begründung verweist sie auf undurchsichtige Strukturen der Initiative.

Aus der Union kommen Warnungen, Linksextremisten könnten die Proteste unterwandern.

Akram Selo, Abiturient und Sprecher der Initiative, hält dem entgegen, die Gruppe sei aus einem losen Kreis entstanden:

„Wir kannten uns vorher nicht, aber haben alle dasselbe Problem.“
Akram Selo, Abiturient, spricht für die Initiative

Der Konfliktforscher Jannis Julien Grimm von der FU Berlin ordnet ein, dass Proteste in frühen Mobilisierungsphasen häufig aus informellen Netzwerken, persönlichen Kontakten und digitalen Kommunikationsstrukturen entstehen – also aus dem, was Kritiker als Undurchsichtigkeit bezeichnen.

Grimm hält Ausschreitungen für unwahrscheinlich

Ausschreitungen wie zuletzt in Frankreich erwartet Grimm nicht. Der Forscher verweist auf die hiesige Protestkultur: „Erstens hat sich in Deutschland eine deutlich weniger konfrontative Protestkultur etabliert.“

Die Union warnt vor Unterwanderung von außen, Grimm erklärt die schnelle Mobilisierung mit der losen Struktur der Gruppe selbst. Beide Seiten blicken auf denselben Befund und ziehen entgegengesetzte Schlüsse.

Was am Samstag auf die Straße kommt

Die Proteste sind für Samstag, 31. Oktober, angekündigt. Wie viele Städte es werden, ist offen: Je nach Bericht ist von „über 20“, von 23, von 28 oder von „mehr als 30“ Städten die Rede.

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Druck bekommt Merz auch aus der eigenen Partei: Neun CDU-Mitglieder aus dem Mühlenbecker Land verlangten im September Konsequenzen aus verlorenen Wahlen – der Brandbrief der CDU Mühlenbecker Land war an denselben Adressaten gerichtet.

Am Samstag zeigt sich, ob aus 24.000 Online-Unterschriften eine Straße wird – und ob die Unterstützer hinter ein Bündnis treten, dessen erster Sprecher nach einem Tag wieder ging. Bis dahin wächst die Liste weiter.