Carsten Maschmeyer hält den Faulheitsvorwurf gegen Gen Z für falsch
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Arbeitsmoral

Carsten Maschmeyer hält den Faulheitsvorwurf gegen Gen Z für falsch

Der Investor Carsten Maschmeyer widerspricht dem Urteil, die Gen Z wolle nicht arbeiten – und nennt das Schubladendenken das eigentliche Problem. Ende Oktober verbreitete eine Agentur seinen Beitrag erneut bundesweit.

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Carsten Maschmeyer (67) nimmt die junge Generation gegen den Vorwurf in Schutz, sie wolle nicht mehr arbeiten – und greift dafür seine eigene Altersgruppe an. Der Juror der Gründer-Show „Die Höhle der Löwen“ hat Anfang Oktober einen Beitrag veröffentlicht, der die Debatte über Arbeitsmoral umdreht.

Der Titel lautet „Die Gen Z hat ein Problem: Es sind die Boomer“. Denselben Text stellt der Unternehmer auch auf LinkedIn. Darin widerspricht er dem verbreiteten Urteil, junge Menschen seien faul – obwohl er selbst zur Boomer-Generation gehört. Genau daraus macht er sein Argument.

Instagram · @maschmeyer
„Ich gehöre selbst zu den sogenannten Boomern und halte dieses Urteil für falsch.“
Carsten Maschmeyer, Unternehmer und Investor

Leistung ohne Stundenzettel

Maschmeyer hält das Urteil über die Gen Z für falsch. Flexible Arbeitszeiten und Work-Life-Balance sagten nichts über Leistungsbereitschaft aus, schreibt er. Leistung, Ehrgeiz und Einsatz blieben entscheidend für beruflichen Erfolg – sie bemessen sich aber „nicht allein an Arbeitszeit oder Überstunden“.

Der Unternehmer warnt davor, junge Menschen mit Vorurteilen zu begegnen: „Wer jungen Menschen mit solchen Vorurteilen begegnet, riskiert, sie zu demotivieren, statt ihr Potenzial zu fördern.“ Damit dreht er die Richtung des Vorwurfs um: Nicht die Jungen lieferten zu wenig, die Älteren redeten sie klein.

Das Problem ist das Schubladendenken

Seine eigene Generation nimmt Maschmeyer dabei nicht aus. Das eigentliche Problem sei nicht eine Altersgruppe, sondern das Denken in Schubladen, betont er – und richtet den Satz ausdrücklich an beide Seiten.

„Ach ja: Natürlich sind nicht „die Boomer“ das Problem! Das wäre genauso falsch. Das Problem ist das Schubladendenken.“
Carsten Maschmeyer, Unternehmer und Investor

Damit stellt sich der Investor gegen beide Lager: gegen die, die die Gen Z pauschal als faul abtun, und gegen die, die den Boomern die Schuld geben. „Eine ganze Generation als faul abzustempeln, wird niemandem gerecht“, lautet sein Fazit.

Ein Muster in diesem Herbst

Der Beitrag ist kein Einzelfall. Kurz zuvor hatte Maschmeyer in einem Post auf X gegen „Gen-Z-Bashing“ gewettert: „Ich kann dieses Gen-Z-Bashing nicht mehr ertragen.“ Der Frankfurter Rundschau sagte er: „Die Gen Z ist nicht faul. Sie sind einfach anders und haben abweichende Prioritäten.“

Bereits im Juli hatte der Investor Bundeskanzler Friedrich Merz widersprochen, der die Deutschen als zu bequem bezeichnet hatte; Maschmeyers Konter gegen Merz' Arbeitsmoral-Vorwurf liegt auf derselben Linie. Die österreichische Nachrichtenseite VOL.AT griff den aktuellen Beitrag am 4. Oktober auf, wie das Vorarlberger Portal über Maschmeyers Post berichtet.

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Was von dem Vorstoß bleibt

Rund vier Wochen nach dem ursprünglichen Post verbreitete die Agentur teleschau den Beitrag erneut bundesweit, unter anderem über BUNTE.de, tz.de, TV Spielfilm, prisma.de, den Kölner Stadt-Anzeiger und Express.de. Auch Maschmeyers Aussagen zur Gen Z wurden aufgegriffen.

Ob der Vorstoß die Debatte verschiebt, entscheidet sich dort, wo über Einstellungen und Probezeiten entschieden wird. In der Politik ist sie längst angekommen: der Brandbrief von „Gen Z regelt“ an Merz sammelte mehr als 24.000 Unterschriften. Offen bleibt, ob Maschmeyers Satz vom Schubladendenken auch die erreicht, die über junge Bewerber urteilen.