Papst Leo XIV. stimmt als erster Papst bei US-Midterms ab
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Briefwahl

Papst Leo XIV. stimmt als erster Papst bei US-Midterms ab

Der Vatikan bestätigt: Papst Leo XIV. hat per Briefwahl bei den US-Midterms abgestimmt – als erster Papst, der bei einer US-Wahl wählt. Mitten im Dauerstreit mit Donald Trump geht sein Stimmzettel nach Chicago.

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Papst Leo XIV. hat bei den US-Midterms gewählt – per Briefwahl, aus dem Vatikan, an ein Wahlamt im US-Bundesstaat Illinois. Die Bestätigung der Briefwahl durch den Vatikan kam am Freitag, 30. Oktober 2026.

Der Stimmzettel ging per Post nach Chicago. Es ist die erste Stimmabgabe eines Papstes bei einer US-Wahl – und nach Einschätzung von Kirchenhistorikern die erste eines Papstes bei einer säkularen demokratischen Wahl überhaupt.

Der erste Papst an einer US-Wahlurne

Leo XIV. wurde 1955 als Robert Francis Prevost in Chicago geboren und wuchs im südlichen Vorort Dolton auf. Seit dem 8. Mai 2025 ist der 71-Jährige der 267. Papst. Er ist der erste US-Amerikaner im Papstamt und der erste Papst, der per Briefwahl an einer US-Wahl teilnimmt.

Gewählt hat er schon vorher. Die Wählerverzeichnisse von Illinois führen ihn in den demokratischen Vorwahlen 2008 und 2010, in den republikanischen Vorwahlen 2012, 2014 und 2016 sowie in den allgemeinen Wahlen 2012, 2014, 2018 und 2024.

Antrag schon am 3. Oktober

Den Briefwahlantrag hatte Leo nach Angaben des Bezirks Will County bereits am 3. Oktober 2026 gestellt. Registriert ist er dort unter seinem Taufnamen – in New Lenox, wo sein Bruder John lebt.

Auf dem Stimmzettel in Will County standen unter anderem die Wahl zum US-Senatssitz von Dick Durbin, die Gouverneurswahl um Amtsinhaber JB Pritzker sowie mehrere Bezirks- und Richterposten.

Wen der Papst gewählt hat, teilte der Vatikan nicht mit. Er erklärte lediglich, Bürger hätten „das Recht und die Pflicht“, an demokratischen Prozessen teilzunehmen.

Operation, dann Stimmzettel

Rund zweieinhalb Wochen vor der Bestätigung war der Papst operiert worden: Am 14. Oktober 2026 entfernten Ärzte ihm den Unterlappen der rechten Lunge, zuvor hatte der Vatikan die Bestätigung des Lungenkrebses nach der Operation veröffentlicht. Vier Tage später kehrte Leo in den Vatikan zurück.

Am 28. Oktober empfing er rund 30 Vertreter aus Chicago, darunter eine Pilgergruppe aus New Lenox mit seinem Bruder John. Am Tag darauf berichtete die Chicago Sun-Times über den Briefwahlantrag, NBC News meldete, ein ausgefüllter Stimmzettel sei noch nicht eingegangen. Am Freitag folgte die Bestätigung.

Von der Papstwahl zur Briefwahlstimme

  1. 8. Mai 2025
    Prevost wird als Leo XIV. zum Papst gewählt

    Der gebürtige Chicagoer ist der erste US-Amerikaner im Amt.

  2. April 2026
    Trump greift den Papst persönlich an

    Auslöser ist ein Friedensappell Leos zu den US-israelischen Angriffen auf den Iran.

  3. Mai 2026
    Rubio im Vatikan, Absage an Washington

    Leo empfängt US-Außenminister Marco Rubio, eine Einladung zu den 250-Jahr-Feiern der USA lehnt er ab.

  4. 3. Oktober 2026
    Briefwahlantrag in Will County

    Der Papst beantragt die Unterlagen beim Bezirkswahlleiter in Illinois.

  5. 14. Oktober 2026
    Lungen-Operation

    Der Unterlappen der rechten Lunge wird entfernt, vier Tage später ist Leo zurück im Vatikan.

  6. 29. Oktober 2026
    Berichte über den Antrag

    Die Chicago Sun-Times berichtet, NBC News meldet einen noch nicht eingegangenen Stimmzettel.

  7. 30. Oktober 2026
    Der Vatikan bestätigt die Stimmabgabe

    Das Presseamt des Heiligen Stuhls bestätigt den Eingang des Briefwahlzettels.

Der Bruch mit dem Weißen Haus

Der Papst und US-Präsident Donald Trump überziehen sich seit Monaten mit öffentlicher Kritik. Streitpunkte sind der Iran-Krieg, die Abschiebepolitik, die Pressefreiheit und Venezuela. Ein persönliches Treffen hat es bislang nicht gegeben.

Trump hatte den Papst im April 2026 nach dessen Friedensappell zu den US-israelischen Angriffen auf den Iran persönlich angegriffen – und dabei auch dessen Haltung zu Atomwaffen ins Spiel gebracht.

„Ich glaube nicht, dass er einen besonders guten Job macht. Wir mögen keinen Papst, der sagt, es sei in Ordnung, eine Atomwaffe zu haben. Ich bin kein großer Fan von Papst Leo.“
Donald Trump, Präsident der Vereinigten Staaten

Leo antwortete nicht mit einem Gegenangriff auf die Person, sondern mit dem Verweis auf sein Amt: „Ich habe keine Angst vor der Trump-Regierung oder davor, laut über die Botschaft des Evangeliums zu sprechen, für die die Kirche arbeitet.“ Im Mai 2026 empfing er US-Außenminister Marco Rubio im Vatikan.

Was am 3. November entschieden wird

Bei den Kongresswahlen am 3. November 2026 werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus neu vergeben, dazu 35 der 100 Senatssitze. In 36 Bundesstaaten wird außerdem ein neuer Gouverneur gewählt.

Ob die Stimmabgabe des Papstes politisch etwas verschiebt, lässt sich nicht messen. Der Vatikan nennt weder Partei noch Kandidaten, und Leo betont die überparteiliche Rolle der Kirche: Ihre Mission sei es, das Evangelium zu verkünden und Frieden zu predigen.

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Am 6. November nach Südamerika

Zehn Tage nach der Wahl beginnt Leos nächster Auftritt auf der Weltbühne: Am 6. November 2026 reist er für fast zwei Wochen nach Uruguay, Argentinien und Peru – die geplante Südamerikareise hält er bislang nicht für gefährdet. Wie Washington auf den wahlberechtigten Papst reagiert, ist offen. Der nächste Auftritt auf der Weltbühne ist für den 6. November geplant.