Bundesschülerkonferenz plant eigene Demo am 20. November in Berlin
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Jugendproteste

Bundesschülerkonferenz plant eigene Demo am 20. November in Berlin

Rund 160.000 Interessierte, mehr als 30 Städte – und die Bundesschülerkonferenz bleibt draußen. Stattdessen ruft sie zu einer eigenen Demo am 20. November in Berlin auf und liefert sich einen offenen Streit mit der Grünen Jugend.

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Rund 160.000 Interessierte sind für die Proteste am 31. Oktober registriert – die Bundesschülerkonferenz (BSK) geht trotzdem nicht mit. Die größte Vertretung der Schülerinnen und Schüler hat sich von der Initiative „Gen Z regelt“ distanziert und eine eigene Demonstration für den 20. November in Berlin angekündigt.

Der Bruch geht mitten durch die junge Generation. Im WELT-Interview zur Absage an „Gen Z regelt“ sagte BSK-Generalsekretärin Amy Kirchhoff, ihr Verband ziehe einen anderen Schluss als die Grüne Jugend – die hatte am 28. Oktober zur Teilnahme an den Demos aufgerufen.

„Wir kommen da zu einem anderen Schluss als die Grüne Jugend“
Amy Kirchhoff, Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz

Vom Bekenntnis zur Distanzierung

Neun Tage zuvor hatte die Bundesschülerkonferenz noch Solidarität erklärt: Am 15. Oktober sprach sie sich für friedliche Protestformen und die bildungspolitischen Forderungen der Schülerproteste aus. Am 24. Oktober folgte in einer Pressemitteilung die Distanzierung – wegen undurchsichtiger Organisationsstrukturen und der Gefahr politischer Instrumentalisierung.

Der Anlass war ein Bündnis, das binnen Tagen explodierte: „Gen Z regelt“ meldete Demonstrationen in mehr als 30 Städten an, die Zahl der registrierten Interessierten stieg von rund 146.000 auf etwa 160.000. Schon als die Proteste in bis zu 23 Städten angekündigt wurden, wuchs der Druck von außen.

Der Verband stand längst nicht mehr allein im Visier der Politik. Mit dem Brandbrief der Initiative an Kanzler Merz wuchs die Mobilisierung weiter – und für Außenstehende wurde immer schwerer erkennbar, wer sie trägt.

Wie aus Solidarität eine Absage wurde

  1. 12. Oktober 2026
    Erste Schulblockade in Berlin

    Am Französischen Gymnasium in Berlin-Tiergarten blockieren Schülerinnen und Schüler nach französischem Vorbild, weitere Blockaden in Hamburg und Berlin folgen.

  2. 15. Oktober 2026
    Bundesschülerkonferenz solidarisch

    Der Verband erklärt seine Unterstützung für friedliche Protestformen und die bildungspolitischen Forderungen.

  3. 24. Oktober 2026
    Distanzierung per Pressemitteilung

    Die BSK nennt undurchsichtige Organisationsstrukturen und die Gefahr politischer Instrumentalisierung als Gründe für die Absage.

  4. 28. Oktober 2026
    Grüne Jugend ruft zur Teilnahme auf

    Co-Bundessprecherin Henriette Held weist die Eskalationssorgen der Schülerkonferenz zurück.

  5. 29. Oktober 2026
    Interview und weitere Absagen

    Das WELT-Interview mit Kirchhoff erscheint, Niedersachsen und Hessen schließen sich der Distanzierung an.

  6. 31. Oktober 2026
    Bundesweiter Protesttag

    „Gen Z regelt“ demonstriert in mehr als 30 Städten, die Bundesschülerkonferenz beteiligt sich nicht.

Ein Gegenangebot mit Verhaltenskodex

Für die eigene Demo am 20. November in Berlin hat die BSK nach Kirchhoffs Angaben bereits Zusagen von GEW, Bundeselternrat und Fridays for Future. Ein Verhaltenskodex soll verhindern, dass fremde Gruppen die Veranstaltung vereinnahmen.

Die Absage an „Gen Z regelt“ begründet Kirchhoff mit fehlender Kontrolle: „Das ist uns zu undurchsichtig und eine gute, sichere, friedliche Protesterfahrung ist da nicht hundertprozentig gewährleistet. Deswegen wollen wir lieber ein Gegenangebot schaffen“, sagte sie.

Kirchhoff treibt vor allem die Herkunft der Organisatoren um. Sie bezweifelt, dass die Proteste überhaupt noch von Jugendlichen getragen werden – ein Verdacht, der die gesamte Distanzierung trägt.

„Wir sehen auch bei den Protesten am Wochenende, dass nicht alles von jungen Menschen initiiert und getragen wird, sondern dass da teilweise Menschen aus den älteren Generationen treibende Kräfte sind.“
Amy Kirchhoff, Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz

Genau deshalb will die BSK ein Format, das junge Menschen selbst tragen – mit Regeln, die eine Vereinnahmung durch fremde Gruppen ausschließen sollen.

Die Grüne Jugend widerspricht

Grüne-Jugend-Co-Bundessprecherin Henriette Held hält die Warnungen für einseitig. Der klare Konsens bei „Gen Z regelt“ sei ein friedlicher Protest, entgegnete sie der Schülerkonferenz bereits am 28. Oktober und wies deren Eskalationssorgen zurück.

„Diese Debatte ist von rechter Hetze geprägt“
Henriette Held, Co-Bundessprecherin der Grünen Jugend

Kirchhoff hatte dagegen betont, es gehe ihr nicht um politische Lager, sondern um Sicherheit auf der Straße. „Gewalt ist keine Lösung an der Stelle, sondern wir müssen hier ins Gespräch gehen“, sagte die Generalsekretärin.

Was am Samstag passiert

Am 31. Oktober wollen die Organisatoren nun in mehr als 30 Städten auf die Straße gehen. Die Bundesschülerkonferenz beteiligt sich nicht und verweist auf ihren eigenen Protest am 20. November in Berlin.

Auch auf Länderebene bröckelt die Geschlossenheit: Am 29. Oktober schlossen sich der Landesschülerrat Niedersachsen mit Landesschülersprecher Otto Ellerbrock und die hessische Landesschüler*innenvertretung mit Landesschulsprecher Laurenz Spies der Distanzierung an.

Am 30. Oktober veröffentlichte der NDR ein ausführliches Interview mit Kirchhoff zur Distanzierung der Schülervertretung, in dem sie ihre Gründe noch einmal ausbreitete.

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Offen bleibt, wie viele Schülerinnen und Schüler am Samstag tatsächlich kommen – und ob die BSK mit ihrer eigenen Demo am 20. November sichtbarer wird als die Bewegung, von der sie sich gerade getrennt hat.