Bund schmilzt Silbermünzen für 1,4 Millionen Euro ein
Bild: KI-generiert
Münzpanne

Bund schmilzt Silbermünzen für 1,4 Millionen Euro ein

Zwei Silber-Gedenkmünzen waren für 2025 geplant. Eine wurde gestrichen, die andere später als 35-Euro-Stück ausgegeben. Für beide hatte der Bund bereits 1,357 Millionen Euro ausgegeben; Grünen-Haushälter Sebastian Schäfer wirft dem Finanzministerium vor, Steuergeld fahrlässig zu vernichten.

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Der Bund muss zwei Silber-Gedenkmünzen einschmelzen – und hat dafür 1,357 Millionen Euro ausgegeben. In Antwort des Finanzministeriums auf Berichtsbitte entfallen 624.000 Euro auf die Weihnachtsmünze „Heilige Drei Könige“ und 733.000 Euro auf das Stück „125 Jahre Wuppertaler Schwebebahn“.

Beide Münzen waren für 2025 geplant: „Heilige Drei Könige“ als 25-Euro-Stück aus Feinsilber, die Schwebebahn als 20-Euro-Münze aus Sterlingsilber. Der Bund sagte den Verkauf ab, weil der Materialwert der Münzen ihre Nennwerte überstieg.

Silber wurde teurer als das Geld, das darauf steht

Im vierten Quartal 2025 kannte der Silberpreis nur eine Richtung, mehrfach wurden historische Höchststände erreicht. Im Januar 2026 kostete eine Feinunze erstmals mehr als 100 US-Dollar – für den Bund wurde das zum Problem.

Die Bundesregierung hob im Dezember 2025 die Nennwerte deutscher Silber-Sammlermünzen an: 35 Euro für Sterlingsilber, 50 Euro für Feinsilber. Im März 2026 senkte sie zusätzlich den Silberanteil der Stempelglanz-Ausgaben.

Nicht jeder Preis zieht so davon wie Silber: Auf dem Oktoberfest kostet die Maß 2026 im Schnitt 15,61 Euro, der Bierpreis steigt langsamer als die Inflation.

Die Schwebebahn-Münze ist seit dem 17. September 2026 als 35-Euro-Stück erhältlich. Die Weihnachtsmünze „Heilige Drei Könige“ erscheint am 5. November 2026 als 50-Euro-Münze – bei „Münze Deutschland“ ist sie schon jetzt als „Ausverkauft“ markiert.

Von der Absage bis zur Einschmelzung

  1. Q4 2025
    Silberpreis steigt massiv

    Mehrfach werden historische Höchststände erreicht. Der Materialwert der geplanten Gedenkmünzen übersteigt ihre Nennwerte.

  2. 2025
    Bund sagt den Verkauf ab

    Die für 2025 geplanten Silbermünzen „Heilige Drei Könige“ (25 Euro) und „125 Jahre Wuppertaler Schwebebahn“ (20 Euro) gehen nicht in den Verkauf.

  3. Dezember 2025
    Nennwerte werden angehoben

    Die Bundesregierung setzt 35 Euro für Sterlingsilber und 50 Euro für Feinsilber fest.

  4. Januar 2026
    Feinunze erstmals über 100 US-Dollar

    Der Silberpreis markiert eine neue Rekordmarke.

  5. 17. September 2026
    Schwebebahn-Münze erscheint verspätet

    Das Stück kommt als 35-Euro-Münze auf den Markt.

  6. 5. November 2026
    Weihnachtsmünze als 50-Euro-Stück

    „Heilige Drei Könige“ soll als Silbermünze zu 50 Euro erscheinen.

Schäfer rechnet mit dem Haus von Lars Klingbeil ab

Hinter den Zahlen steht eine Berichtsbitte des Grünen-Haushaltspolitikers Sebastian Schäfer. Er hatte beim Ministerium abgefragt, was die Einschmelzaktion kostet, und rechnet nun öffentlich ab – wie die Welt über geschreddertes Steuergeld im Finanzministerium berichtet.

„So darf man mit dem Geld der Bürgerinnen und Bürger schlicht und einfach nicht umgehen.“
Sebastian Schäfer, Haushaltspolitiker der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

Der Vorwurf trifft das Haus von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil. Schäfer zufolge wurde Steuergeld „buchstäblich und fahrlässig geschreddert“ – so fasst er die Einschmelzaktion zusammen.

Das Ministerium selbst hält die Kosten offenbar für verkraftbar. Es rechnet trotz der Zusatzausgaben weiter mit einem „deutschen Münzgewinn im oberen einstelligen Millionenbereich“. Die 1,357 Millionen Euro schmälern diesen Gewinn – und damit die Einnahmen, die der Bund aus dem Münzgeschäft im Haushalt einplant.

Am 5. November fällt die nächste Entscheidung

Ob die Rechnung des Ministeriums aufgeht, zeigt sich am 5. November 2026, wenn die 50-Euro-Münze „Heilige Drei Könige“ offiziell erscheint. Offen ist, ob der Bund bei weiter steigendem Silberpreis erneut an Nennwerten und Legierungen schrauben muss – und wer am Ende die Rechnung trägt.

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