Ukrainische Drohnen setzen Lukoil-Raffinerie in Kstowo in Brand
Bild: KI-generiert
Energiekrieg

Ukrainische Drohnen setzen Lukoil-Raffinerie in Kstowo in Brand

Ukrainische Drohnen treffen die viertgrößte Raffinerie Russlands, in der Region Nischni Nowgorod schrumpft der Benzinverkauf auf 40 Liter pro Fahrzeug. Der Schlag beendet eine Pause, zu der US-Präsident Trump Kiew vor den Zwischenwahlen gedrängt hatte.

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Wer in der Region Nischni Nowgorod tanken will, bekommt noch 40 Liter pro Fahrzeug und Besuch. Nach dem Drohnenangriff auf die Lukoil-Raffinerie NORSI in Kstowo haben die Behörden den Benzinverkauf rationiert. In Nischni Nowgorod, Kstowo und Balachna stehen die Autos an den Zapfsäulen Schlange.

In der Nacht zum 1. November 2026 trafen ukrainische Langstreckendrohnen die Raffinerie in Kstowo, an mehreren Anlagenteilen brachen Großbrände aus. Gouverneur Gleb Nikitin bestätigte einen massiven Drohnenangriff auf ein Industrieunternehmen im Bezirk Kstowo. Nach vorläufigen Angaben gab es keine Toten oder Verletzten.

Feuer auf dem NORSI-Gelände

Gegen 04:11 Uhr Ortszeit zeigten Videos aus Kstowo Brände auf dem Werksgelände, Anwohner berichteten laut dem Kyiv Independent von Explosionen und Drohnengeräuschen. Das Verteidigungsministerium sprach landesweit von 235 abgeschossenen Drohnen. Die Flugaufsicht Rosawiazija sperrte zeitweise den Flughafen Nischni Nowgorod und weitere Flughäfen im Föderationskreis Wolga.

Nikitin sprach von mehr als 100 zerstörten Drohnen über seiner Region. Am Abend war die Stromversorgung wiederhergestellt, an der Wärmeversorgung in Teilen Kstowos wurde weiter gearbeitet. Was der Angriff für das Werk bedeutet, fasste der Gouverneur knapp zusammen:

„Ein Industrieunternehmen im Bezirk Kstowo hat erheblichen Schaden erlitten.“
Gleb Nikitin, Gouverneur der Region Nischni Nowgorod

Die viertgrößte Raffinerie Russlands

Die NORSI-Anlage in Kstowo verarbeitet rund 17 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr, etwa 340.000 Barrel pro Tag. Damit ist sie die viertgrößte Raffinerie Russlands und der zweitgrößte Benzinproduzent des Landes. Ihr Anteil an der russischen Benzinproduktion wird mit bis zu 11 Prozent angegeben.

Für Kiew ist die Raffinerie seit Monaten ein festes Ziel. Nach dem Angriff vom 26. August setzte NORSI die Verarbeitung aus, am 4. September bestätigte der ukrainische Generalstab, dass das Werk die Arbeit eingestellt hat. Solche Treffer tief im Landesinneren sind kein Einzelfall: Im September trafen ukrainische Drohnen Raffinerien in Rjasan, Perm und Tatarstan.

Wiederkehrende Angriffe auf die Raffinerie Kstowo

  1. 18. Mai 2026
    Erste Treffer auf NORSI

    Ukrainische Drohnen greifen die Raffinerie an, ein weiterer Angriff folgt am 20. Mai. Nach Reuters-Angaben legt der Betreiber danach die Primärverarbeitung still.

  2. 2. Juli 2026
    Treffer auf die Anlage AVT-6

    Nach vorläufigen Angaben trifft der Angriff die Anlage AVT-6; eingesetzt werden Waffen des Herstellers Fire Point.

  3. 26. August 2026
    FP-1-Drohnen treffen erneut

    Es bricht ein Großbrand aus, der Betrieb der Raffinerie wird ausgesetzt.

  4. 4. September 2026
    Werk steht still

    Der ukrainische Generalstab bestätigt, dass die Raffinerie Kstowo ihre Arbeit eingestellt hat.

  5. 1. November 2026
    Erneuter Großbrand

    Drohnen treffen die Anlage in der Nacht; mehr als 100 Drohnen werden nach Angaben des Gouverneurs über der Region abgeschossen.

Rationierung an der Zapfsäule

In der Region gilt seit dem Angriff eine Obergrenze von 40 Litern Benzin pro Fahrzeug und Besuch. Der Verkauf in Kanistern wurde untersagt, die Ausfuhr von Treibstoff aus regionalen Lagern ist vorübergehend verboten. Ausnahmen gelten nur für das Verteidigungsministerium und Notdienste.

Diesel blieb von den Beschränkungen ausgenommen. Polizei und Rosgwardia kontrollieren abwechselnd an den Tankstellen, das System aus geraden und ungeraden Kennzeichen wird verschärft. Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, nicht zu horten.

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Die Pause, die Trump erzwang

Der Angriff beendet eine mehrtägige inoffizielle Pause ukrainischer Raffinerieangriffe. Nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ hatte US-Präsident Donald Trump Kiew dazu gedrängt – mit Blick auf die Spritpreise vor den US-Zwischenwahlen am 3. November 2026.

Die Pause hielt nur wenige Tage: Am 30. Oktober trafen Drohnen die Raffinerie Nowokuibyschewsk in der Region Samara, am 31. Oktober brannte es im Cluster Ufa in Baschkortostan, rund 1.400 Kilometer von der Ukraine entfernt. Schon im September brannte die Raffinerie Syzran trotz angekündigter Waffenruhe. Ob Kiew die Schläge nun dauerhaft fortsetzt, entscheidet sich auch an den Benzinpreisen vor dem 3. November.