EU-Kommission blockt US-Plan für russisches Gas durch die Ukraine
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Energiepolitik

EU-Kommission blockt US-Plan für russisches Gas durch die Ukraine

Die USA wollen russisches Erdgas wieder durch die Ukraine nach Europa schicken – die Erlöse sollen auf einem Treuhandkonto in einem Drittstaat liegen. Brüssel hält dagegen: Alle Importe aus Russland müssen bis Ende 2027 auslaufen, auch über Zwischenhändler.

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Russisches Gas soll wieder durch die Ukraine nach Europa fließen – die USA wollen es möglich machen, die EU-Kommission blockt. Am 2. November 2026 beschrieb das Wall Street Journal den US-Vorstoß für russisches Gas unter Berufung auf Regierungsvertreter in Washington, Brüssel und Kiew. Die EU hat den Ausstieg bis Ende 2027 gesetzlich festgeschrieben.

Der Plan sieht vor, dass die Erlöse auf einem Treuhandkonto in einem Drittstaat liegen. So soll Moskau das Geld nicht zur Finanzierung des Krieges nutzen können. Die Ukraine soll für den Transit Gebühren erhalten – sie verdient am Durchfluss, ohne dass russisches Geld unkontrolliert nach Moskau fließt.

Ein US-Händler soll zwischengeschaltet werden

Vermitteln soll ein US-Zwischenhändler. Für Brüssel ändert das nichts an der Herkunft: Die EU-Rechtsvorschrift von Februar 2026 verbietet neben direkten Importen auch indirekte Einfuhren über Drittstaaten. Ein amerikanischer Händler macht aus russischem Gas kein anderes.

Wie unterschiedlich der Vorstoß ankommt, zeigt der Blick auf Kiew und Brüssel: Die ukrainische Zeitung Kyiv Independent berichtet von einer Spaltung zwischen Kiew und Brüssel über russisches Gas. Für die Ukraine geht es um Einnahmen aus dem Transit, für die Kommission um einen Kurs, den sie gerade erst gesetzlich verankert hat.

Von der Stilllegung zum neuen Vorstoß

  1. 31. Dezember 2024
    Transitvertrag läuft aus

    Naftogaz und Gazprom verlängern den fünfjährigen Vertrag nicht.

  2. 1. Januar 2025
    Kein russisches Gas mehr durch die Ukraine

    Um sieben Uhr Kiewer Zeit endet der russische Gastransit.

  3. Februar 2026
    EU beschließt den Ausstieg bis Ende 2027

    Die Rechtsvorschrift erfasst auch indirekte Einfuhren über Drittstaaten.

  4. September 2026
    Kushner und Witkoff werben in Moskau und Kiew

    Bei Reisen in beide Hauptstädte tragen sie den Plan erstmals vor.

  5. Oktober 2026
    Der Plan liegt auf Eis

    Die Ukraine setzt auf Druck Donald Trumps Angriffe auf russische Raffinerien aus, Moskau liefert im Gegenzug Diesel in die USA.

  6. 2. November 2026
    WSJ-Bericht und Absage aus dem Kreml

    Peskow nennt den Plan derzeit nicht umsetzbar, die EU verweist auf das Auslaufen aller Importe bis Ende 2027.

Der Kreml winkt ab

Aus Moskau kam am selben Tag eine Absage. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, die Lage vor Ort zeige, dass solche Pläne derzeit nicht umsetzbar seien. Eine Wiederaufnahme für die Zukunft schloss er nicht aus.

„Die Lage vor Ort zeigt nur allzu deutlich, dass solche Pläne derzeit nicht umsetzbar sind. Was die Zukunft bringt, werden wir sehen.“
Dmitri Peskow, Sprecher des russischen Präsidenten

Brüssel hält am Ausstieg fest

Die EU-Kommission verweist auf die Rechtslage: Alle Käufe russischer Importe müssen bis Ende 2027 auslaufen. Energie-Sprecherin Anna-Kaisa Itkonen kündigte an, sich zum WSJ-Bericht vorerst nicht zu äußern – der Kurs bleibe eindeutig. „Unabhängig davon, was passiert, steigen wir aus russischem Gas und LNG aus. Die letzten Lieferungen enden Ende nächsten Jahres.“

Widerstand kommt auch aus dem Bundestag: Der Grünen-Energiepolitiker Michael Kellner warf Trump und Putin einen „schmutzigen Deal zulasten Europas“ vor – Europa dürfe sich darauf nicht einlassen. EU-Energiekommissar Dan Jørgensen warb dafür, die Abhängigkeit durch verlässlichere Lieferanten zu ersetzen.

„In Europa haben wir auf die harte Tour gelernt. Während wir den Gashahn aus Russland zudrehen, öffnen wir die Türen für eine vielfältigere Reihe zuverlässiger Lieferanten.“
Dan Jørgensen, EU-Kommissar für Energie und Wohnen

Was Mitte November in Abu Dhabi ansteht

Der Zeitplan ist eng, und das Projekt ist schon einmal gescheitert. Im Oktober lag der Plan auf Eis, nachdem die Ukraine auf Druck Donald Trumps Angriffe auf russische Raffinerien ausgesetzt hatte; Moskau lieferte im Gegenzug Diesel als Gegenleistung für Washington. Am 30. Oktober nahm Kiew die Angriffe wieder auf – drei Attacken auf drei große Raffinerien binnen drei Tagen.

Mitte November sollen in Abu Dhabi Dreier-Gespräche zwischen den USA, Russland und der Ukraine beginnen. Schon im September trugen Jared Kushner und Steve Witkoff den Plan in Moskau und Kiew vor; damals berichtete die New York Times über Wirtschaftsabkommen mit Moskau vor einem Kriegsende.

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Ob der Gasplan in Abu Dhabi überhaupt auf die Tagesordnung kommt, ist nicht entschieden. Ohne Änderung der EU-Rechtslage hat Brüssel keinen Spielraum – und ohne Zusage aus Kiew keine Pipeline. Bis Mitte November bleibt der Vorstoß ein Papier aus Washington.