Polizei nimmt nach Randale im Märkischen Viertel 15 Menschen fest
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Ausschreitungen

Polizei nimmt nach Randale im Märkischen Viertel 15 Menschen fest

Bis zu 120 überwiegend jugendliche Randalierer, fliegende Brandsätze und ein verletzter Beamter: Im Märkischen Viertel dauert der Tumult über zwei Stunden. Die Polizei zählt 15 Festnahmen, die GdP spricht von versuchten Tötungsdelikten.

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Ein mit Benzin gefüllter Molotowcocktail ist am Sonntagabend im Märkischen Viertel auf einen Polizisten geflogen und erst am Boden explodiert. Der Beamte wurde leicht am Bein verletzt und blieb dienstfähig.

Der Brandsatz war nicht der einzige: Aus einer Gruppe von zunächst rund 30 überwiegend Jugendlichen flogen am späten Sonntagnachmittag Pyrotechnik und Steine. Bis zu 120 Personen zählte die Polizei am Wilhelmsruher Damm, wie der Spiegel-Bericht über die Randalierer im Viertel zeigt.

Brennende Mülltonnen schoben die Randalierer auf die Fahrbahn, der Damm war zeitweise gesperrt. Rund 80 Einsatzkräfte waren im Einsatz. Die Polizei sprach von einem „Katz-und-Maus-Spiel“ mit wechselnden, unterschiedlich großen Gruppen. Erst gegen 20 Uhr, nach mehr als zwei Stunden Tumult, beruhigte sich die Lage.

Ein 14-Jähriger, zehn Festnahmen, später 15

Noch am Abend nahm die Polizei einen 14-Jährigen fest und übergab ihn in der Nacht seiner Mutter. Gegen ihn wird wegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruchs ermittelt. Zunächst meldete die Polizei zehn Festnahmen.

Am Montagmorgen nannte ein Polizeisprecher mindestens drei weitere Festnahmen, unter anderem wegen Verdachts des Landfriedensbruchs. Im Laufe des Tages wurden insgesamt 15 Festnahmen bekannt, heißt es in dem rbb24-Bericht über die Festnahmen im Viertel: 14 männliche Jugendliche und eine 14-Jährige. Die jüngste Person war zehn Jahre alt, die älteste 18.

GdP-Chef: versuchte Tötungsdelikte

Der Berliner GdP-Landesvorsitzende Stephan Weh nennt die Brandsatzwürfe versuchte Tötungsdelikte. „Wir sind froh, dass bei diesen versuchten Tötungsdelikten kein Kollege ernsthaft verletzt wurde“, sagte er. Damit ordnet der Gewerkschafter die Nacht anders ein als jene, die in den Brandsätzen jugendlichen Protest sehen.

„Es muss jedem klar sein, dass das kein vorrangiges Problem der Gen Z ist. Es hat eben nichts mit dem legitimen Protest junger Menschen zu tun, von dem unsere Demokratie lebt.“
Stephan Weh, Landesvorsitzender der GdP Berlin

Wehs Warnung fällt auf den Tag nach einer Demonstration, bei der Zehntausende überwiegend junge Menschen am Brandenburger Tor friedlich unter dem Motto „Gen Z regelt“ protestierten.

Am Abend stoppte die Polizei in Berlin-Mitte einen linken und pro-palästinensischen Protestzug. In Frankfurt endeten Gen-Z-Proteste mit Plünderungen und 30 Festnahmen.

Die Vorgeschichte: Halloween-Nacht

Die Gewalt vom Sonntag hat eine Vorgeschichte: In der Halloween-Nacht auf den 31. Oktober bewarfen Jugendgruppen im Märkischen Viertel Busse der BVG mit Pyrotechnik und Eiern. Der Busverkehr war mehrere Stunden unterbrochen. Die Polizei fand vorbereitete Molotowcocktails und nahm stadtweit 16 Menschen fest, ein 13-jähriges Kind kam in Gewahrsam.

Die Gewalt gegen Einsatzkräfte ist kein Berliner Phänomen: In Paris traf am selben Wochenende ein Molotowcocktail zwei Gendarmen in Brand.

Was im Viertel jetzt geklärt werden muss

Im Viertel reagierten Anwohner am Montag zwischen Überraschung und Resignation. Für die Ermittler steht die Frage im Zentrum, wer die beiden mit Benzin gefüllten Brandsätze gebaut und auf Beamte geworfen hat.

Gegen den 14-Jährigen läuft ein Verfahren wegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruchs, bei den übrigen Festnahmen geht es unter anderem um Landfriedensbruch. Für alle gilt bis zu einer möglichen Verurteilung die Unschuldsvermutung.

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Offen ist auch, ob die Randale mit der Halloween-Nacht zusammenhängt – ein Zusammenhang ist bislang nicht belegt. Ob der Bezirk oder der Senat nun Konsequenzen für das Quartier zieht, ist ebenfalls offen.