Kai Gniffke führt ARD-Gehälterliste mit 400.589 Euro an
Bild: KI-generiert
Rundfunkbeitrag

Kai Gniffke führt ARD-Gehälterliste mit 400.589 Euro an

Die ARD hat die Intendantengehälter für 2025 veröffentlicht: Kai Gniffke führt mit 400.589 Euro, WDR-Chefin Katrin Vernau folgt mit 359.500 Euro. ARD-Vorsitzender Florian Hager verteidigt die Bezüge – über die Höhe entscheiden die Aufsichtsgremien, mitten in der Debatte um den Rundfunkbeitrag.

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400.589 Euro für einen Intendanten, während über den Rundfunkbeitrag gestritten wird. So viel stand für SWR-Intendant Kai Gniffke im Bezugsjahr 2025 in der Vergütungstabelle für das Bezugsjahr 2025, die die ARD am Montag auf ard.de veröffentlichte.

Gniffke führt die zwölfköpfige Führungsspitze an: 392.530 Euro Grundvergütung plus 8.059 Euro Sachbezüge, rechnerisch rund 33.400 Euro im Monat. Auf Platz zwei liegt WDR-Intendantin Katrin Vernau mit 348.000 Euro Grundgehalt und 359.500 Euro Gesamtvergütung, gefolgt von BR-Intendantin Katja Wildermuth mit 340.267 beziehungsweise 348.074 Euro.

Gniffke verdrängt Buhrow an der Spitze

Der Spitzenplatz ist neu besetzt. Zuvor hatte Tom Buhrow die Liste angeführt, der zum 31. Dezember 2024 als WDR-Intendant ausschied. Er kam 2024 auf 427.900 Euro Grundvergütung und 453.500 Euro inklusive Zusatzleistungen.

Grundvergütung der ARD-Intendanten 2025

Jahresbezüge in Euro, Bezugsjahr 2025

Quelle: ARD, Vergütungen für das Bezugsjahr 2025

Buhrows Nachfolgerin Vernau liegt mit ihrer Gesamtvergütung rund 94.000 Euro unter dem Wert ihres Vorgängers. Der Rückgang fällt in die Zeit, in der die ARD auf neue Gehaltsleitlinien verwies – ARD-Vorsitzender Florian Hager hatte sie im Juli 2025 als Maßstab genannt.

Mehr als drei Millionen Euro für zwölf Intendanten

Addiert kommt die Führungsspitze der ARD auf mehr als drei Millionen Euro Vergütung im Jahr. Über die Höhe entscheiden die Aufsichtsgremien der Anstalten, nicht die Intendanten selbst – die Beträge legen die Rundfunk- und Verwaltungsräte fest.

Beim WDR fällt die Gehaltsfrage mit einer anderen Zahl zusammen: Die Anstalt weist für 2025 einen Überschuss von 54,5 Millionen Euro aus, während über eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags gestritten wird.

Hager bestreitet Zusammenhang mit dem Beitrag

ARD-Vorsitzender und hr-Intendant Florian Hager verteidigt die Bezüge – und bestreitet, dass die Gehälter den Rundfunkbeitrag treiben. Seine Rechnung:

„Aber, ganz ehrlich: Sogar wenn wir alle ehrenamtlich arbeiten würden, würde das den Rundfunkbeitrag nicht signifikant senken. Da kommt einfach nicht genug Geld zusammen.“
Florian Hager, ARD-Vorsitzender und hr-Intendant

Hager räumt zugleich ein, dass er selbst schlechter gestellt ist als frühere Amtsinhaber: Er habe akzeptiert, dass seine Vorgänger deutlich mehr verdient hätten, sagte er der „Zeit“. Sein Job sei heute schwieriger, auch weil lange zurückliegende Vorgänge die ARD in Misskredit brächten. Hager sagte, auch er selbst sei schlechter gestellt als frühere Amtsinhaber.

Wie die Liste politisch wirkt

Am Dienstag griffen WELT, BILD, die Berliner Zeitung und RP Online die Zahlen auf und rückten sie in die Debatte um den Rundfunkbeitrag, ebenso die Einordnung der Gehälterliste bei DWDL.

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Beim WDR, dessen Intendantin auf Platz zwei liegt, fallen Gehaltsliste und Sparkurs zusammen: Der Sender stellt bis Ende 2027 insgesamt 76 Angebote ein und lässt bis 2030 rund 133 Stellen unbesetzt, wie der Überblick über die gestrichenen WDR-Angebote zeigt. Offen ist, ob die Aufsichtsgremien Konsequenzen aus der neuen Liste ziehen. Hagers Rechnung, dass weniger Gehalt den Beitrag kaum senkt, hat die Debatte bislang nicht beendet.