CDU stürzt im Saarland auf 20 Prozent – erstmals hinter der AfD
Erstmals liegt die CDU im Saarland hinter der AfD: Im neuen Saarlandtrend kommt sie nur noch auf 20 Prozent, die AfD auf 21. Die SPD von Anke Rehlinger steigt auf 33 Prozent – für eine Alleinregierung reicht es trotzdem nicht.
Die CDU ist im Saarland erstmals hinter die AfD zurückgefallen. Im neuen Saarlandtrend von Infratest Dimap kommt sie nur noch auf 20 Prozent – der schlechteste Wert, den die Erhebung für die Christdemokraten je gemessen hat. Die AfD liegt mit 21 Prozent einen Punkt davor.
Fünf Punkte verliert die CDU gegenüber der vorigen Erhebung. Im September 2024 führte sie den Saarlandtrend noch mit 31 Prozent an, im Dezember 2025 lag sie bei 25 Prozent. Die AfD büßt zwei Punkte ein, bleibt aber zweitstärkste Kraft – bei der Landtagswahl 2022 hatte sie 5,7 Prozent geholt.
Die SPD zieht auf 33 Prozent davon
Gewinnerin der Erhebung ist die SPD: Sie steigt von 27 auf 33 Prozent, wie aus dem Saarlandtrend des Saarländischen Rundfunks hervorgeht. Die Grünen legen auf 9 Prozent zu, die Linke verliert einen Punkt und steht bei 6 Prozent. FDP und BSW kommen auf je 3 Prozent – beide würden an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.
Umfragewerte im Saarland: Dezember 2025 gegen November 2026
Angaben in Prozent der Wahlberechtigten
Quelle: Infratest Dimap, Saarlandtrend
Für die Erhebung hat Infratest Dimap 1.269 Wahlberechtigte befragt, 675 telefonisch und 594 online, zwischen dem 26. Oktober und dem 1. November. Die Schwankungsbreite liegt bei zwei bis drei Prozentpunkten – der Vorsprung der AfD von einem Punkt liegt damit im Bereich der statistischen Unschärfe.
Rehlinger bleibt die stärkste Figur im Land
Ministerpräsidentin Anke Rehlinger erreicht 62 Prozent Zufriedenheit. In einer hypothetischen Direktwahl käme sie auf 54 Prozent, CDU-Spitzenkandidat Stephan Toscani auf 15 Prozent, der AfD-Kandidat Carsten Becker auf 6 Prozent.
Für eine Regierungsmehrheit reicht das nicht: Eine SPD-Alleinregierung wäre derzeit nicht möglich. Mehrheiten gäbe es laut Erhebung für eine Koalition aus SPD und CDU sowie rechnerisch für ein Bündnis aus SPD, Linken und Grünen.
Umfrage
Lädt
Rehlinger sagt Nein zur Linken
Einen Tag vor Veröffentlichung des Trends hat Rehlinger in einer Videobotschaft einer Zusammenarbeit der SPD mit der Linken widersprochen. Damit nimmt sie die zweite rechnerische Mehrheit von der Tagesordnung – noch bevor die Umfrage überhaupt öffentlich war.
Damit bleibt der SPD im Landtag nur ein möglicher Partner: die CDU. Für die Christdemokraten wäre das die Rolle des kleineren Partners in einer Regierung, die stark von Rehlingers Popularität von 62 Prozent lebt – nach 28,5 Prozent bei der Wahl 2022.
Die SPD holt 43,5 Prozent und die absolute Mehrheit, die CDU 28,5 Prozent, die AfD 5,7 Prozent. Grüne und Linke scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde.
September 2024
CDU vorn im Saarlandtrend
Die CDU liegt bei 31 Prozent und ist stärkste Kraft.
Dezember 2025
Vorheriger Saarlandtrend
SPD 27 Prozent, CDU 25 Prozent, AfD 23 Prozent – die SPD führt knapp.
26. Oktober bis 1. November 2026
Feldphase der neuen Erhebung
Infratest Dimap befragt 1.269 Wahlberechtigte, 675 telefonisch und 594 online.
3. November 2026
Rehlinger schließt die Linke aus
In einer Videobotschaft widerspricht die Ministerpräsidentin einer Zusammenarbeit der SPD mit der Linken.
4. November 2026
Veröffentlichung des Saarlandtrends
SPD 33, AfD 21, CDU 20, Grüne 9, Linke 6, FDP 3, BSW 3 Prozent.
18. April 2027
Geplante Landtagswahl
Gemeinsam mit Schleswig-Holstein bildet das Saarland den Auftakt des Wahljahres 2027.
Gewählt wird am 18. April 2027. Bis dahin muss die CDU erklären, wie sie aus dem Rekordtief herauskommt – und die SPD, mit wem sie regieren will, wenn es für Rot allein nicht reicht.