CDU stürzt in Baden-Württemberg auf 23 Prozent – AfD zieht gleich
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Sonntagsfrage

CDU stürzt in Baden-Württemberg auf 23 Prozent – AfD zieht gleich

Der BW-Trend vom 15. Oktober sieht die CDU bei 23 Prozent – gleichauf mit der AfD, 6,7 Punkte unter ihrem Landtagswahlergebnis. Ministerpräsident Özdemir ist selbst bei CDU-Anhängern beliebter als CDU-Chef Hagel.

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Die CDU liegt in Baden-Württemberg in einer Umfrage bei 23 Prozent und damit gleichauf mit der AfD. Der BW-Trend von Infratest dimap, veröffentlicht am 15. Oktober, sieht die CDU 6,7 Punkte unter ihrem Ergebnis bei der Landtagswahl im März.

Das ist ein Minus von 6,7 Punkten gegenüber der Landtagswahl vom 8. März, bei der die CDU mit 29,7 Prozent nur knapp hinter den Grünen (30,2 Prozent) lag. Die AfD legt um 4,2 Punkte auf 23 Prozent zu und markiert damit ein Allzeithoch im BW-Trend. Die Grünen bleiben mit 30 Prozent klar stärkste Kraft.

Für die Erhebung befragte Infratest dimap vom 8. bis 13. Oktober 1.191 Wahlberechtigte in Baden-Württemberg, 699 am Telefon und 492 online; die Ergebnisse des aktuellen BW-Trends wurden am 15. Oktober veröffentlicht. Es ist die erste Umfrage nach der Wahl im März und die erste, die das grün-schwarze Bündnis nach seinem Start Mitte Mai bewertet.

Von der Landtagswahl zum ersten Stimmungstest

  1. 8. März 2026
    Landtagswahl in Baden-Württemberg

    Grüne 30,2 Prozent, CDU 29,7, AfD 18,8, SPD 5,5 Prozent. FDP und Linke scheitern mit je 4,4 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde.

  2. 11. Mai 2026
    Koalitionsvertrag unterschrieben

    Manuel Hagel (CDU) und Cem Özdemir (Grüne) unterzeichnen den Vertrag für das grün-schwarze Regierungsbündnis.

  3. Mitte Mai 2026
    Start der Landesregierung

    Özdemir wird Ministerpräsident, Hagel Innenminister und CDU-Landeschef.

  4. 8. bis 13. Oktober 2026
    Befragung für den BW-Trend

    Infratest dimap befragt 1.191 Wahlberechtigte in Baden-Württemberg.

  5. 15. Oktober 2026
    Veröffentlichung des BW-Trends

    Grüne 30, CDU 23, AfD 23, SPD 7, Linke 6, FDP 4 Prozent. Özdemir kommt auf 58 Prozent Zufriedenheit, Hagel auf 30 Prozent.

  6. 17. und 18. Oktober 2026
    Landesparteitag der Grünen

    Die Partei will neue Landesvorsitzende wählen.

Linke kehrt zurück, FDP bleibt draußen

Die SPD kommt auf 7 Prozent, ein Plus von 1,5 Punkten gegenüber März. Die Linke erreicht 6 Prozent (+1,6) und würde wieder in den Landtag einziehen, nachdem sie im Frühjahr an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert war. Die FDP bleibt mit 4 Prozent (-0,4) draußen, Sonstige kommen auf 7 Prozent.

Trotz der Verluste hätte die grün-schwarze Koalition mit Grünen (30) und CDU (23) weiterhin eine stabile Mehrheit. Die nächste Landtagswahl in Baden-Württemberg findet turnusgemäß voraussichtlich erst im Frühjahr 2031 statt. Der Druck auf die CDU steigt damit ohne schnelle Korrekturmöglichkeit an der Wahlurne.

Sonntagsfrage in Baden-Württemberg: Landtagswahl März 2026 gegen BW-Trend Oktober 2026

Angaben in Prozent der Wahlberechtigten

Quelle: Infratest dimap für SWR, Stuttgarter Zeitung und Südwest Presse, Oktober 2026

Özdemir punktet sogar bei CDU-Anhängern

Ministerpräsident Cem Özdemir erreicht 58 Prozent Zufriedenheit, sieben Punkte mehr als im März. 31 Prozent äußern sich kritisch über seine Arbeit. Innenminister und CDU-Landeschef Manuel Hagel kommt auf 30 Prozent Zustimmung (plus 1), 37 Prozent sind mit ihm unzufrieden – sechs Punkte mehr als bei der letzten Messung.

Özdemirs Rückhalt bei CDU-Anhängern ist größer als der von Hagel: 68 zu 61 Prozent. 32 Prozent aller Befragten kennen Hagel nicht oder können seine Arbeit nicht beurteilen. Für den Mann, der die CDU aus dem Umfragetief führen soll, ist das ein zusätzliches Problem.

Umfrage
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Nur 17 Prozent trauen der CDU noch Lösungen zu

Bei der Lösungskompetenz bricht die CDU ein: Nur 17 Prozent trauen ihr zu, die wichtigsten landespolitischen Probleme zu lösen, 13 Punkte weniger als im Frühjahr. Die Grünen kommen auf 27 Prozent (+5), die AfD bleibt unverändert bei 16 Prozent. 29 Prozent trauen keiner Partei etwas zu, ein Plus von 12 Punkten.

Auch im Bund steht die Union schlecht da: Im RTL/ntv-Trendbarometer vom 14. Oktober bleibt sie bei 19 Prozent. Im ARD-DeutschlandTrend liegt sie bei 83 Prozent Unzufriedenen mit Kanzler Merz auf einem Rekordtief.

Die Wirtschaftslage drückt zusätzlich: 62 Prozent befürchten, dass die Autoindustrie im Land keine Zukunft hat (+2 Punkte). 22 Prozent der Erwerbstätigen fürchten einen Jobverlust, sechs Punkte mehr als zuvor. 59 Prozent bewerten die wirtschaftliche Lage in Baden-Württemberg negativ, nur 38 Prozent positiv.

Am 17. und 18. Oktober wählen die Grünen auf ihrem Landesparteitag neue Landesvorsitzende; die Partei geht mit Rückenwind in die Versammlung. Für die CDU beginnt die schwierigere Aufgabe: Bei den CDU-Anhängern fällt Özdemirs Zufriedenheitswert mit 68 Prozent höher aus als Hagels mit 61 Prozent. Für die CDU verschärft das den Druck, vor der voraussichtlich erst im Frühjahr 2031 anstehenden Landtagswahl wieder Vertrauen aufzubauen.