Die CDU in Hessen stürzt im neuen hr-Hessentrend auf 25 Prozent – ein historisches Tief. Die AfD kommt auf 23 Prozent und liegt nur noch zwei Punkte hinter der Partei von Ministerpräsident Boris Rhein.
Laut dem hr-Hessentrend mit den vollständigen Zahlen sind 54 Prozent der Wahlberechtigten mit der Landesregierung unzufrieden. Nur 21 Prozent trauen der CDU zu, die drängenden Probleme am besten zu lösen – sechs Punkte weniger als bei der vorigen Messung.
Von 34,6 auf 25 Prozent
Bei der Landtagswahl 2023 holte die CDU 34,6 Prozent, die AfD 18,4, die SPD 15,1, die Grünen 14,8 und die FDP 5,0 Prozent. Heute liegen die Grünen bei 16, die Linke bei 7, FDP und Freie Wähler bei 4 und 3 Prozent. In Baden-Württemberg fiel die CDU nach dem BW-Trend vom 15. Oktober ebenfalls auf 23 Prozent.
Regiert wird in Wiesbaden seit Januar 2024 mit der SPD statt mit den Grünen. Noch im Sommer 2025 lag die CDU im Hessentrend bei 36 Prozent, im Februar 2026 bei 32. Mitte Oktober hatte hr-Landtagsstudioleiterin Ute Wellstein analysiert, ob Rhein die CDU „ohne Navi auf Rechtskurs“ steuert.
CDU verliert, AfD und Grüne legen zu
Stimmenanteile in Prozent
Rhein setzt auf Politik statt Verbot
Gut die Hälfte der hessischen Wahlberechtigten lehnt eine Unterstützung des Landes für ein AfD-Verbotsverfahren im Bundesrat ab. Bei den Anhängern von SPD, Grünen und Linken befürworten dagegen jeweils rund zwei Drittel ein solches Verfahren. Die Wählerschaften der Koalitionspartner stehen sich in dieser Frage gegenüber.
Auch in der eigenen Anhängerschaft trägt Rhein diesen Kurs mit: 59 Prozent der CDU-Anhänger lehnen die Unterstützung ab. „Ich rate dazu, die AfD nicht juristisch zu bekämpfen, sondern politisch“, sagt der Ministerpräsident. In der Partei sei die Haltung einhellig: „Wir streben kein AfD-Verbot an.“
Ein Drittel traut keiner Partei mehr zu
Ein Drittel der Befragten traut inzwischen keiner Partei mehr zu, die drängenden Probleme zu lösen – acht Punkte mehr als zuvor. Das passt zu dem Politik-Frust auf Rekordhoch im Bund, wo jeder Zweite Politiker als größtes Problem nennt.
Erhoben wurde der Hessentrend von infratest dimap zwischen dem 19. und 22. Oktober 2026 unter 1.185 Wahlberechtigten in Hessen, 695 telefonisch und 490 online. Die Schwankungsbreite liegt bei zwei bis drei Prozentpunkten.
Bis zur nächsten Landtagswahl 2028 hat Rhein mit seiner Koalition noch knapp zwei Jahre. Ob die CDU aus dem Tief herauskommt, ist offen – und ob die Wähler seinen Kurs gegen ein Verbot mittragen, entscheidet sich nicht in dieser Umfrage.
