PISA-Lesekompetenz in Deutschland sinkt auf 465 Punkte
Bild: KI-generiert
PISA-Studie

PISA-Lesekompetenz in Deutschland sinkt auf 465 Punkte

Seit 2015 ist die Lesekompetenz in Deutschland von 509 auf 465 Punkte gefallen; fast ein Drittel der 15-Jährigen verfehlt das Mindestniveau. Die Debatte über Ursachen richtet sich oft auf Smartphones und soziale Netzwerke. Aarthi Vadde beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit Literatur und digitalen Medien, doch die vorliegenden Belege schreiben ihr keinen konkreten Widerspruch zur Smartphone-Erklärung zu.

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Fast jeder dritte 15-Jährige in Deutschland erreicht beim Lesen nicht das Mindestniveau. Die PISA-Studien zeigen einen Rückgang, der seit 2015 anhält: von 509 Punkten auf zuletzt 465. Wer nach den Gründen sucht, landet meist bei Smartphones und sozialen Netzwerken.

In einem Beitrag über den Rückgang der Leseleistung diskutiert mögliche Erklärungen jenseits einer pauschalen Zuschreibung an digitale Geräte.

Mehr als eine Ursache

Vadde ist Associate Professor of English in Duke und hat 2026 „We the Platform: How the Internet Changed Twenty-First-Century Literature“ veröffentlicht. Sie bestreitet nicht, dass Bildschirme eine Rolle spielen. Sie bestreitet, dass sie die ganze Erklärung sind.

Welche Faktoren den Rückgang erklären, lässt sich aus den hier genannten PISA-Zahlen allein nicht ablesen. Unabhängig davon befasst sich Vadde in ihrer Lehre mit der Frage, wie Studierende KI nutzen.

Wenn Studenten mit KI schreiben

Vadde hat eine Methode entwickelt, um herauszufinden, ob ihre Studenten KI benutzen. In einem Interview über Literatur und künstliche Intelligenz spricht sie über die Grenze zwischen Werkzeug und Urheberschaft.

Für die Schulen kommt damit eine zweite Frage zur ersten hinzu. Bisher stritten sie darüber, wie viel Zeit Kinder vor Bildschirmen verbringen. Nun geht es auch darum, ob die Texte, die Schüler lesen und schreiben, noch von Menschen stammen – und wer das prüfen soll.

Streit um die Ursachen

In Deutschland ist der Streit längst ein politischer geworden. Jan Josef Liefers hat Berlins Schulen „Entwicklungslandniveau“ vorgeworfen; sein Vorwurf an die Berliner Schulen zielt auf die Politik, nicht auf die Geräte.

Die andere Richtung ist genauso laut. 89 Prozent der Deutschen fordern einer Umfrage zufolge verpflichtende Sprachtests für Vierjährige und ein Pflicht-Vorschuljahr, wie die Forderung nach Sprachtests für Vierjährige zeigt. Beide Vorschläge setzen früher an als jede PISA-Erhebung.

Was den Schulen jetzt fehlt

Geräte, künstliche Intelligenz, Sprachförderung: Die drei Baustellen hängen zusammen, und keine ist mit einem Verbot erledigt. Vadde liefert keine Lösung, sondern eine Verschiebung – weg von der Schuldfrage, hin zu der Frage, was Lesen und Schreiben bedeuten, wenn Maschinen mitschreiben. Wie Schulen mit Texten umgehen sollen, deren Urheber unklar ist, ist offen.

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