Merz fordert von Senegal Reformen – trotz Wirtschaftsabkommen
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Merz fordert von Senegal Reformen – trotz Wirtschaftsabkommen

Beim ersten Besuch eines afrikanischen Staatschefs unter Bundeskanzler Merz ging es vor allem ums Geld. Senegal wirbt um Investoren, die Bundesregierung mahnt Reformen an – und schließt neue Abkommen.

Antrittsbesuch mit klaren Forderungen

Der Empfang vor dem Bundeskanzleramt war militärisch, die Botschaft deutlich: „Deutschland bleibt ein verlässlicher Partner“, sagte Merz bei einer Pressekonferenz. Doch der Kanzler knüpfte sein Angebot zum Aufbau der senegalesischen Wirtschaft an Bedingungen: Senegal müsse weitere Reformen umsetzen, um ausländische Investitionen zu erleichtern.

Dass der senegalesische Präsident Bassirou Diomaye Faye als erster afrikanischer Staatschef unter Merz nach Deutschland kam, wertete der deutsche Botschafter in Dakar, Kai Baldow, gegenüber dem Sender TFM als „ein sehr starkes Zeichen“. Tatsächlich standen bei dem Besuch vom 21. bis 23. Juni Wirtschaftsthemen im Zentrum. Merz empfing den Gast mit militärischen Ehren vor dem Bundeskanzleramt.

Wirtschaftsforum: Faye wirbt für „Vision Senegal 2050“

Noch vor den politischen Spitzengesprächen fand in Berlin ein deutsch-senegalesisches Wirtschaftsforum statt. Dort unterzeichneten beide Seiten neue Vereinbarungen zur Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen. Faye präsentierte sein Land als sicheren und attraktiven Investitionsstandort und rief deutsche Unternehmen zur Beteiligung an der nationalen Entwicklungsstrategie „Vision Senegal 2050“ auf.

Deutschland ist seit Jahrzehnten ein enger Entwicklungspartner Senegals und engagiert sich in Bereichen wie Wasser, Verkehr, Gesundheit, Bildung und Energie. Während der COVID-19-Pandemie war die Bundesrepublik der wichtigste bilaterale Partner. Nun will Merz die Unterstützung offenbar stärker an Fortschritte bei den von Senegal versprochenen Reformen binden. Auf einem deutsch-senegalesischen Wirtschaftsforum vereinbarten beide Seiten neue Abkommen.

Sahel-Sicherheit und globale Kooperation

Im sicherheitspolitischen Teil der Gespräche drängte Faye auf fortgesetzte internationale Hilfe für den Kampf gegen den Terrorismus in der Sahelzone. Der Präsident bekräftigte das Bekenntnis seines Landes zu Dialog und friedlicher Streitbeilegung. Laut Bundesregierung sehen beide Seiten weitgehende Übereinstimmung bei vielen afrikanischen und globalen Herausforderungen.

Am Rande der Visite traf Faye zudem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Zum Abschluss lud er Merz zu einem Gegenbesuch im Senegal ein, um die strategische Partnerschaft auf eine neue Stufe zu heben. Ob die Bundesregierung dann konkrete Investitionszusagen ohne neue Reformforderungen macht, bleibt offen.

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