„Die AfD redet Deutschland schlecht“: CDU-Mann Reichel attackiert AfD-Antrag zu Sozialbetrug
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„Die AfD redet Deutschland schlecht“: CDU-Mann Reichel attackiert AfD-Antrag zu Sozialbetrug

Im Bundestag debattierten die Fraktionen über schärfere Maßnahmen gegen Sozialleistungsbetrug. Der CDU-Abgeordnete Markus Reichel warf der AfD vor, reale Probleme zu überzeichnen und Populismus zu betreiben.

Debatte über Sozialleistungsbetrug

Am 26. März 2026 befasste sich der Bundestag erstmals mit einem AfD-Antrag, der schärfere Kontrollen und einen neuen Straftatbestand gegen organisierten Sozialleistungsbetrug fordert. In der Aussprache kritisierte der CDU-Abgeordnete Markus Reichel die Vorlage scharf.

Der Antrag der AfD-Fraktion (Drucksache 21/4942) sieht unter anderem vor, die Finanzkontrolle Schwarzarbeit auszuweiten, ein bundesweit einheitliches digitales Datenaustauschsystem einzuführen und ein Bundesprogramm „Problemimmobilien“ zu fördern. Ziel sei es, den Verbund von illegaler Beschäftigung und organisiertem Leistungsmissbrauch aufzubrechen.

Reichel, direkt gewählter Abgeordneter für Dresden I und Mitglied im Arbeits- und Sozialausschuss, stellte klar, dass seine Fraktion die Bekämpfung von Sozialbetrug teile. „Wir gehen selbstverständlich konsequent gegen Missbrauch vor, bessere Kontrollen, stärkere Vernetzung, klare, schnelle Sanktionen“, sagte er laut Sitzungsprotokoll.

Wir gehen selbstverständlich konsequent gegen Missbrauch vor, bessere Kontrollen, stärkere Vernetzung, klare, schnelle Sanktionen. Aber der Unterschied ist eben, die AfD redet Deutschland schlecht. Wir stärken die deutsche Wirtschaft und wir fokussieren uns darauf, dass Menschen arbeiten und in Arbeit kommen.
Markus Reichel (MdB, CDU)

Populismus-Vorwurf gegen die AfD

Reichel grenzte sich deutlich vom Narrativ der AfD ab: „Die Alternative für Deutschland greift reale Probleme auf – überzeichnet sie aber bewusst und macht daraus ein Bild vom ‚Staat außer Kontrolle‘. Das ist kein Lösungsansatz, das ist Populismus.“ Seine Fraktion arbeite an echten Lösungen, ohne pauschales Misstrauen zu schüren.

Der CDU-Politiker betonte, dass der Fokus darauf liegen müsse, Menschen in Arbeit zu bringen, anstatt Deutschland schlechtzureden. Er forderte eine bessere behördliche Vernetzung und konsequentes Durchgreifen, lehnte aber den AfD-Duktus ab.

Der Antrag wurde zur weiteren Beratung in die Ausschüsse überwiesen, federführend ist der Ausschuss für Arbeit und Soziales. Ob die Vorschläge mehrheitsfähig sind, bleibt offen.

Reichels Rede unterstreicht die Spannung innerhalb der Opposition: Während die AfD auf eine Zuspitzung setzt, pocht die Union auf einen sachlicheren Ton und wirtschaftspolitische Akzente.

Für die AfD ist Sozialleistungsbetrug ein Kernthema im Wahlkampf. Die Bundesregierung hat bisher keinen eigenen Gesetzentwurf vorgelegt. In den Ausschüssen dürfte es zu einem heftigen Ringen kommen.

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