Deutschland ist bei der WM 2026 erneut im Sechzehntelfinale gescheitert. Im Elfmeterschießen unterlag die DFB-Elf Paraguay mit 4:5 – das dritte Vorrunden-Aus in Folge. TV-Experte und Ex-Weltmeister Mats Hummels fand danach deutliche Worte.
Mats Hummels rechnet ab
Der 37-Jährige, der 2014 den Titel holte und auf 78 Länderspiele zurückblickt, sparte weder Spieler noch Verantwortliche von seiner harschen Kritik aus. Für ihn ist die Misere der Nationalmannschaft kein Einzelfall.
Auf Seite der Verantwortlichen schreit es nach Konsequenzen.Mats Hummels
Hummels sieht eine systematische Schwäche, die sich über ein Jahrzehnt erstreckt. "Weil es für mich kein Zufall ist, dass eben seit der EM 2016 kein einziges starkes Turnier mehr von Deutschland dabei ist. Das fängt in erster Linie mit den Spielern an, weil wir hatten verschiedene Trainer, aber ein Großteil der Spieler ist doch gleich geblieben über all die Jahre", analysierte er.
Weil es für mich kein Zufall ist, dass eben seit der EM 2016 kein einziges starkes Turnier mehr von Deutschland dabei ist.Mats Hummels
Forderung nach personellem Umbruch
Neben der sportlichen Analyse forderte Hummels drastische personelle Konsequenzen. "Auf Spielerseite kann ich mir schon vorstellen, dass einige von sich aus zurücktreten werden. Und dann muss man vielleicht auch an Entscheidungen ran, die Spieler betreffen, die jetzt vielleicht erst Anfang 30 sind, aber schon bei vier, fünf, sechs Turnieren die Chance verpasst haben, für Deutschland ein gutes Turnier zu spielen", erklärte er in seiner Analyse bei MagentaTV.
Auch die Zukunft von Bundestrainer Julian Nagelsmann müsse hinterfragt werden. "Das muss ein Thema sein, sowohl vom Bundestrainer selbst aus, als auch vom Verband. Zumindest muss es Gespräche darüber geben, das kann nicht anders sein. Dafür ist Fußball zu sehr Leistungssport", so Hummels.
Kimmich gesteht: "Wir haben es vergeigt"
Kapitän Joshua Kimmich zeigte sich nach der Niederlage selbstkritisch. "Wir haben es vergeigt. Als Kind, wenn man die Nationalmannschaft bei Turnieren gesehen hat, war das immer Halbfinale, Finale, Weltmeister. Da gab es immer viele Erfolge. Damit ist man aufgewachsen, hat mitgefiebert", sagte er und forderte, keine Ausreden zu suchen: "Alle, die auf dem Platz standen, sollten das spüren, anstatt auf andere zu zeigen. Wir haben es verkackt."
Ob Nagelsmann im Amt bleibt, ist offen. Die Forderungen von Hummels und die anhaltende Turnierkrise setzen den DFB massiv unter Druck. Vor der Heim-EM 2024 und dem Nations-League-Heimturnier 2025 hatte man noch Hoffnung – nun droht ein radikaler Umbruch.





