Nacht des Debakels
In der Nacht zum 30. Juni 2026 erlebte die deutsche Nationalmannschaft ein weiteres WM-Desaster: Das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann schied im Achtelfinale gegen den krassen Außenseiter Paraguay (FIFA-Rang 37) mit 4:5 nach Elfmeterschießen aus. Noch in derselben Nacht meldete sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit einem Post auf X zu Wort – und löste damit Verwunderung aus.
Auch wenn das Ausscheiden schmerzt: Was für ein Spiel, @DFB_Team! Mit eurem Einsatz und Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch.Friedrich Merz (Bundeskanzler)
Der Post stand in krassem Widerspruch zur allgemeinen Wahrnehmung: Die Leistung der Mannschaft war über weite Strecken uninspiriert und fehlerbehaftet. Prompt trendete auf X die Frage, welches Spiel der Kanzler eigentlich gesehen habe. Wie jux.net berichtete, feierte auch das Ausland den Sensationssieg Paraguays frenetisch.
Abstimmungsfehler im Kanzleramt
Regierungskreise erklärten am Abend des Folgetages, der umstrittene Post sei das Ergebnis einer internen Kommunikationspanne. Nach Informationen des Tagesspiegels hatte das Bundespresseamt mehrere Textvarianten vorbereitet und in der Nacht versehentlich die falsche Version abgeschickt. Offizielle Stellen bestätigten: »Abstimmungsfehler. Leider sehr ärgerlich.«
Die Reaktionen in den sozialen Netzwerken reichten von Kopfschütteln bis beißendem Spott. »Herzlichen Glückwunsch. Mit Nagelsmann gibt es jemanden, der sein Amt noch unfähiger ausübt als Sie«, kommentierte ein Nutzer. Aus Russland schoss der Putin-Vertraute Kirill Dmitriev gegen Merz: »Merz ist gut darin, immer wieder ein Scheitern zu fördern.« Selbst der frühere Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) schaltete sich ein und nannte das Ausscheiden »unverdient«.
Merz kontert Kritik
Etwa elf Stunden nach dem ersten Post legte Merz nach – dieses Mal offenbar mit voller Absicht. In einem zweiten Beitrag betonte er den Zusammenhalt: »Erfolge feiern wir gemeinsam. Und in der Niederlage stehen wir zusammen. Das macht uns stark. Wer den Adler auf der Brust trägt, hat unseren Rückhalt verdient und nicht unseren Spott.« Die Regierung wertete dies als Schlussstrich unter die Affäre.
Ob die peinliche Panne ein Nachspiel im Kanzleramt hat, blieb offen. Auf Nachfrage wollte das Bundespresseamt keine Auskunft darüber geben, ob Merz den Text selbst verfasst oder ohne Freigabe hatte posten lassen.





