Putin lobt AfD vor Weltpresse – CDU nennt Teilnehmer „dumm“
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PolitikSt. Petersburger Forum

Putin lobt AfD vor Weltpresse – CDU nennt Teilnehmer „dumm“

Während der Westen Putins Wirtschaftsforum meidet, reist die AfD an und wird vom russischen Präsidenten vor ausländischen Journalisten gelobt. Der CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt kritisiert die Teilnahme scharf – und ein anderer CDU-Mann nennt die AfD-Gäste „dumm“. Was die Reise über die Russland-Nähe der Partei verrät.

Putin lobt AfD vor internationalen Journalisten

Russlands Präsident Wladimir Putin hat die AfD beim Treffen mit ausländischen Medienvertretern am Rande des St. Petersburger Wirtschaftsforums ausdrücklich gelobt. Die Partei verfolge pragmatische Ansätze, die zur Wiederherstellung der Beziehungen zwischen Deutschland und Russland beitragen könnten, so Putin sinngemäß.

Die Einladung zu dem am 4. Juni 2026 eröffneten Forum kam direkt von Putins Berater Anton Kobyakov. Mindestens zwei AfD-Bundestagsabgeordnete – Markus Frohnmaier und Steffen Kotré – reisten daraufhin nach St. Petersburg, wie POLITICO berichtete.

Während westliche Regierungen und Unternehmen das auch als „Putins Davos" bekannte Forum seit dem Angriffskrieg auf die Ukraine konsequent meiden, nutzt der Kreml die Veranstaltung gezielt, um Kontakte zu rechten europäischen Parteien zu vertiefen.

Politisch gesehen gibt es absolut keinen Grund, nicht hinzufahren.
Stefan Keuter, AfD-Abgeordneter und zuständig für Reisegenehmigungen

CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt kritisierte die Teilnahme scharf. Gegenüber der Tagesschau warf er den AfD-Politikern vor, Russlands Aggression zu legitimieren. Ein anderer CDU-Abgeordneter, Marc Henrichmann, wurde in der WELT noch deutlicher: Er bezeichnete die AfD-Gäste als „dumm".

Russland-Reise der AfD als Wahlkampfhilfe

Die Reise fällt in eine heikle Phase: Im September 2026 stehen in zwei ostdeutschen Bundesländern Landtagswahlen an, in denen die AfD in Umfragen weit vorne liegt. In Ostdeutschland ist die Sympathie für eine Annäherung an Russland traditionell höher als im Westen – ein Umstand, den die Parteiführung für den Wahlkampf nutzt.

Noch im Frühjahr hatte Co-Parteichefin Alice Weidel versucht, allzu offene Putin-Bekenntnisse vor den westdeutschen Landtagswahlen zu unterbinden. Die Teilnahme des außenpolitischen Sprechers Frohnmaier am Forum deutet nun auf einen Kurswechsel hin.

Die ZEIT kommentierte bissig: „Was sie als Dialog verkauft, festigt jedoch die Macht des Aggressors." Frohnmaier selbst hatte kurz zuvor noch eine Gala republikanischer Parteifreunde in New York besucht – die transatlantische Karte spielt die AfD je nach Zielgruppe.

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Ob die Reise der Partei bei den Wahlen im September nutzt oder schadet, ist offen. Sicher ist nur: Der Kreml hat mit der Einladung genau das bekommen, was er wollte – einen Propagandaerfolg im Westen.

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