37 Prozent für AfD – Brandenburgs Regierung abgestraft
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PolitikBrandenburgTrend Juni 2026

37 Prozent für AfD – Brandenburgs Regierung abgestraft

Fast zwei Drittel der Brandenburger sind unzufrieden mit der rot-schwarzen Koalition, die AfD fährt ihr bestes Umfrageergebnis seit jeher ein – und ein Regierungsprojekt für 2029 nimmt laut AfD-Vorstand „absolut Fahrt auf“.

Umfrage-Schock für Rot-Schwarz

Nur 28 Prozent der Brandenburger sind mit der Arbeit der seit März amtierenden SPD-CDU-Regierung zufrieden. 62 Prozent zeigen sich unzufrieden – und die AfD prescht auf 37 Prozent vor, ihr höchster je in Brandenburg gemessener Umfragewert. Das geht aus dem aktuellen BrandenburgTrend von Infratest dimap hervor, für den vom 18. bis 22. Juni 1.159 Wahlberechtigte befragt wurden.

Gegenüber der Landtagswahl 2024, als die AfD 29,2 Prozent holte, legt sie nun mehr als sieben Punkte zu. Die regierende SPD stagniert unverändert bei 22 Prozent, die CDU fällt um zwei Punkte auf 12 Prozent – gleichauf mit der Linken, die drei Punkte zulegt.

Düstere Bewertung der Regierungsarbeit

Das Misstrauen in die Problemlösungskompetenz der Koalition ist in zentralen Politikfeldern massiv. Fast zwei Drittel (62 Prozent) glauben nicht, dass die Regierung bei Schule und Bildung Verbesserungen bewirken wird; nur 27 Prozent erwarten positive Entwicklungen. Bei Polizei und Sicherheit rechnen zwar 39 Prozent mit Fortschritten, doch 51 Prozent sind skeptisch.

In der Zuwanderungspolitik sieht lediglich ein Viertel (26 Prozent) die Regierung auf einem guten Weg, 58 Prozent tun dies nicht. Wirtschaftspolitisch erwarten nur 37 Prozent positive Impulse, 53 Prozent glauben nicht daran. Die Zahlen stammen aus dem rbb-Politikmagazin, das die Umfrage ausgewertet hat.

AfD beflügelt, Linke gleichauf mit CDU

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) verliert gegenüber Dezember drei Punkte und fällt auf 4 Prozent – es würde an der Fünfprozenthürde scheitern und den 2024 errungenen Einzug in den Landtag wieder verlieren. Die Grünen legen einen Punkt zu und kämen auf 6 Prozent. FDP und Freie Wähler bleiben unter der Sperrklausel.

Woidke beliebt – aber Regierung ohne Vertrauen

Trotz des insgesamt negativen Regierungsbildes bleibt Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) der bekannteste und beliebteste Politiker des Landes. Eine Mehrheit von 57 Prozent spricht sich dafür aus, dass Woidke bis zur nächsten Landtagswahl 2029 im Amt bleibt; nur 31 Prozent halten eine vorzeitige Amtsübergabe für angebracht.

Das Projekt Regierung 2029 nimmt damit absolut Fahrt auf.
Dennis Hohloch, AfD-Landtagsabgeordneter und Mitglied im Bundesvorstand, auf Instagram

Die AfD-Anhängerschaft bleibt die Gruppe mit dem größten Skeptizismus gegenüber den etablierten Parteien, insbesondere in der Migrationspolitik – trotz rückläufiger irregulärer Einreisen. Die Brandenburger AfD wird vom Verfassungsschutz als erwiesen rechtsextremistisch eingestuft. In Ostdeutschland liegt der AfD-Zuspruch generell auf hohem Niveau: rund 40 Prozent in Sachsen-Anhalt, 35 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern, knapp 40 Prozent in Thüringen. Bundesweit erreicht die Partei 27 bis 29 Prozent.

Die politische Landschaft Brandenburgs hat sich seit der Landtagswahl 2024 grundlegend verschoben. Damals regierte zunächst ein SPD-BSW-Bündnis, das im Januar 2026 zerbrach. Durch Abgeordneten-Übertritte kam die Mehrheit für eine SPD-CDU-Koalition zustande, die im März ihre Arbeit aufnahm. Die Umfrage zeigt nun: Das Vertrauen in die neue Regierung ist bereits drei Monate nach Amtsantritt dramatisch gering. Ob die Koalition diesen Trend umkehren kann, bleibt offen.

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