Starmer stützt sich auf Geheimdienst-Erkenntnisse
Der britische Premierminister Keir Starmer hat am 5. Juni 2026 bei einem Besuch des Drohnenherstellers STARK in Swindon eine deutliche Warnung ausgesprochen. Laut Euronews sagte Starmer: „Nach Einschätzung unserer Geheimdienste und anderer NATO-Staaten könnte es bereits 2030 zu einem Angriff Russlands auf die NATO kommen.“ Er fügte hinzu: „Sie verstehen also, welche Dringlichkeit und Bedeutung wir diesem Thema derzeit beimessen.“
Starmer kündigte einen auf zehn Jahre ausgelegten Investitionsplan zur Stärkung der britischen Verteidigung an. Dieser soll vor dem NATO-Gipfel am 7. Juli 2026 veröffentlicht werden. Großbritannien will die Verteidigungsausgaben ab 2027 auf 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und im darauffolgenden Parlament auf 3 Prozent erhöhen.
Rutte und Breuer mit ähnlichen Warnungen
Starmers Warnung reiht sich in eine Serie ähnlicher Einschätzungen ein. Bereits im Dezember 2025 hatte NATO-Generalsekretär Mark Rutte davor gewarnt, dass Russland innerhalb von fünf Jahren zu einem militärischen Angriff auf NATO-Gebiet fähig sein könnte.
Der deutsche Generalinspekteur Carsten Breuer geht sogar noch einen Schritt weiter. Laut WELT sagt Breuer: „Die verschiedenen Indikatoren – Aufrüstung, Personalaufbau, wirtschaftliche und politische Entwicklungen – laufen auf einen Punkt zu: 2029.“ Russland könnte demnach bereits 2029 zu einem großangelegten Angriff auf NATO-Gebiet in der Lage sein.
In my 35-year career, this is the most dangerous period that I have known.Air Chief Marshal Sir Richard Knighton, Britischer Generalstabschef
Der britische Generalstabschef Richard Knighton bezeichnete die aktuelle Lage gegenüber der BBC als den „gefährlichsten Zeitraum“ seiner 35-jährigen militärischen Laufbahn. Es sei entscheidend, dass Großbritannien und seine Verbündeten ihre Fähigkeiten verstärkten, um „unsere Gegner abzuhalten, etwas Unüberlegtes zu tun“.
Großbritannien rüstet massiv auf
Die Warnungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem mehrere NATO-Staaten ihre Verteidigungsausgaben erhöhen. Großbritannien hat sich verpflichtet, ab 2027 mindestens 2,5 Prozent des BIP für Verteidigung auszugeben – ein Sprung, der Milliardeninvestitionen in Drohnen, Cyberabwehr und die Modernisierung der Streitkräfte auslösen wird.
Starmer ließ keinen Zweifel an der Dringlichkeit: „Sie sehen also, mit welcher Dringlichkeit und Priorität wir das jetzt vorantreiben.“ Der Zehn-Jahres-Plan soll nicht nur die konventionelle Abschreckung stärken, sondern auch neue Technologien wie Drohnen und KI-gestützte Verteidigungssysteme umfassen. Der NATO-Gipfel im Juli wird zeigen, ob die übrigen Bündnispartner ähnliche Konsequenzen ziehen.





