Putin weist Selenskyjs Brief als „unhöflich“ zurück und lehnt Treffen ab
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Putin weist Selenskyjs Brief als „unhöflich“ zurück und lehnt Treffen ab

Wolodymyr Selenskyj hat Wladimir Putin in einem offenen Brief ein persönliches Treffen und einen vollständigen Waffenstillstand angeboten. Der Kremlchef lehnte ab – und nannte das Schreiben „unhöflich“.

Putin weist Selenskyjs Brief schroff zurück

Wladimir Putin hat das Angebot des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für ein persönliches Treffen zur Beendigung des Krieges abgelehnt. Der Kremlchef nannte den offenen Brief Selenskyjs „unhöflich“ und sagte, er sehe „keinen Sinn“ in einem Treffen.

Selenskyj hatte Putin am Donnerstag in einem ungewöhnlich direkten Schreiben vorgeschlagen, sich in einem neutralen Land wie der Schweiz oder der Türkei zu treffen. Gleichzeitig bot er einen „vollständigen Waffenstillstand“ für die Dauer der Verhandlungen an, wie der Guardian berichtete. Kiew und Moskau als Verhandlungsorte schloss Selenskyj aus.

Putin, der am Rande des St. Petersburger Wirtschaftsforums sprach, wies die Offerte zurück. Er halte Verhandlungen erst nach einem Waffenstillstand für sinnvoll – nicht umgekehrt. „War das ein Weg, die Bedingungen für ein persönliches Treffen zu schaffen, oder ein Weg, ein persönliches Treffen zu verhindern? Ich denke, es war das zweite“, zitierte die BBC den russischen Präsidenten.

Selenskyj reagierte enttäuscht: „Er will den Krieg einfach nicht beenden. Ich denke, viele in der Welt waren enttäuscht.“ In seinem rund 2.000 Wörter langen Brief hatte er zudem einen Austausch aller Kriegsgefangenen und die Rückführung von Kindern und Zivilisten gefordert, die während des Krieges „weggenommen“ wurden.

Der Brief traf Putin mitten in seinem jährlichen Wirtschaftsforum in St. Petersburg – nur Stunden nachdem ukrainische Drohnen einen Ölterminal in der Stadt in Brand gesetzt und einen nahegelegenen Marinestützpunkt getroffen hatten. Putin räumte Schäden ein und kündigte an, die Luftabwehr zu verstärken.

Auf dem Schlachtfeld hat sich das Blatt zuletzt gewendet: Nach einer Analyse des Institute for the Study of War hat die Ukraine im Mai bereits den zweiten Monat in Folge mehr Gebiet zurückerobert als an Russland verloren. Russlands Vormarsch hat sich seit Ende 2025 verlangsamt. Allein im Mai verlor Russland nach Selenskyjs Angaben über 30.000 Soldaten durch Tod oder Verwundung – basierend auf visuell bestätigten Einzelfällen.

In dem offenen Brief rechnete Selenskyj auch mit Putins 26-jähriger Herrschaft ab. „Sie haben fast die Hälfte Ihrer 26 Jahre an der Macht damit verbracht, Krieg gegen die Ukraine zu führen“, hieß es. Er verwies auf wachsende Kriegsmüdigkeit in Russland, gestiegene Preise und Einschränkungen der Freiheiten. „Sie können die Loyalität der Russen nicht weiter erkaufen“, schrieb Selenskyj.

Putin bekräftigte dagegen seine Kriegsziele: Russland werde die gesamte Donbas-Region einnehmen. Direkte Gespräche mit Selenskyj kämen für ihn nicht infrage, solange die Ukraine nicht zuvor einem Waffenstillstand zustimme.

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