84.172 politisch motivierte Straftaten – neuer Rekord seit 2001
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PolitikPolitische Straftaten

84.172 politisch motivierte Straftaten – neuer Rekord seit 2001

Die Zahl politisch motivierter Straftaten ist 2024 um über 40 Prozent auf 84.172 Delikte gestiegen – ein historischer Höchststand. Vor allem rechtsmotivierte und antisemitische Taten treiben die Statistik in die Höhe. Innenminister Dobrindt kündigt eine harte Sicherheitsoffensive an.

84.172 politisch motivierte Straftaten hat die Polizei im Jahr 2024 registriert – 40,22 Prozent mehr als im Vorjahr. Das ist der höchste Stand seit Beginn der bundesweiten Erfassung im Jahr 2001. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach bei der Vorstellung der Statistik im Mai 2025 von einer „bedenklichen Entwicklung“.

Mehr als die Hälfte der Taten – 42.788 Delikte – waren rechtsmotiviert. Das entspricht einem Anstieg von knapp 48 Prozent gegenüber 2023. Auch die Zahl antisemitischer Straftaten kletterte auf einen neuen Höchststand: 6.236 Fälle, ein Plus von 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das geht aus den vom Bundeskriminalamt und Bundesinnenministerium veröffentlichten Zahlen hervor.

Anstieg politisch motivierter Straftaten 2024

Vergleich der Fallzahlen 2023 und 2024 in drei Kategorien

Quelle: BKA / BMI, Mai 2025

Gewalt eskaliert – Verdopplung bei ausländischer Ideologie

Insgesamt registrierten die Behörden 4.107 Gewalttaten mit politischem Hintergrund. Davon entfielen 1.488 auf den rechten Bereich – ein Plus von 17 Prozent. Die Zahl der Gewaltdelikte im Bereich „ausländische Ideologie“ verdoppelte sich nahezu auf 975 Fälle. Weitere 762 Gewalttaten ordnete die Polizei dem linken Spektrum zu. Straftaten im Kontext des Nahost-Konflikts stiegen von 4.369 im Jahr 2023 auf 7.328 Fälle.

„Der noch nie dagewesene Anstieg der Fallzahlen politisch motivierter Straftaten ist eine bedenkliche Entwicklung, die wir mit aller Konsequenz und Entschlossenheit bekämpfen.“
Alexander Dobrindt, Bundesinnenminister (CSU)Mehr Zitate von Alexander Dobrindt →

BKA-Präsident Holger Münch und Innenminister Dobrindt sehen die gesellschaftliche Polarisierung und den zunehmenden Antisemitismus als zentrale Treiber. Dobrindt sagte, der Anstieg sei „getrieben durch Polarisierung unserer Gesellschaft, durch andere Phänomene wie deutlich steigendem Antisemitismus beispielsweise“.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Natalie Pawlik (SPD), zeigte sich bei der Vorstellung der Zahlen alarmiert.

„Unser Land ist in Aufruhr, es ist etwas ganz gewaltig ins Rutschen geraten.“
Natalie Pawlik, Integrationsbeauftragte der Bundesregierung (SPD)

Dobrindt kündigt Sicherheitsoffensive an

Als Reaktion auf die Rekordzahlen kündigte der Bundesinnenminister eine Doppelstrategie an: mehr Kompetenzen für die Polizei und härtere Konsequenzen für Straftäter. „Wir müssen allen verfassungsfeindlichen Bestrebungen und jedweder Gewalt entgegentreten und werden nicht akzeptieren, dass Straftäter Angst und Schrecken verbreiten“, betonte Dobrindt.

Konkret soll die Polizei mehr Befugnisse bei der digitalen Überwachung erhalten. Zudem plant Dobrindt eine Verschärfung des Strafrechts, um politisch motivierte Täter härter bestrafen zu können. Details will das Bundesinnenministerium in den kommenden Wochen vorlegen.

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Ob die angekündigte Offensive den Trend bremsen kann, ist offen. Die Zahlen zeigen: Die politisch motivierte Kriminalität hat sich binnen eines Jahres noch einmal massiv verschärft. 2024 war das sechste Jahr in Folge mit steigenden Fallzahlen. Ein Ende des Anstiegs ist vorerst nicht in Sicht.

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