100.000 Euro Bargeld, 200 Gramm Gold: Neue Anklage im Korruptionsskandal des Münchner KVR
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PanoramaKorruption im KVR

100.000 Euro Bargeld, 200 Gramm Gold: Neue Anklage im Korruptionsskandal des Münchner KVR

Die Staatsanwaltschaft München I hat Anklage gegen eine 36-jährige Ex-Mitarbeiterin der Ausländerbehörde, ihren Ehemann und einen 31-jährigen Komplizen erhoben. Das Trio soll in 85 Fällen Vietnamesen gegen Geld rechtswidrige Aufenthaltsgenehmigungen beschafft haben. In der Wohnung der Frau fanden Ermittler 100.000 Euro Bargeld, 200 Gramm Gold und 250 Gramm Silber.

Neue Anklage im Korruptionsskandal

100.000 Euro Bargeld, 200 Gramm Gold und 250 Gramm Silber – das fanden Ermittler in der Wohnung einer ehemaligen Mitarbeiterin der Münchner Ausländerbehörde. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft München I nach Informationen der WELT Anklage gegen die 36-Jährige, ihren Ehemann und einen 31-jährigen Komplizen erhoben.

Die drei Beschuldigten sollen sich als Bande zusammengeschlossen haben, um in mindestens 85 Fällen vietnamesischen Staatsangehörigen gegen Geld rechtswidrig Aufenthaltsgenehmigungen zu beschaffen. Die Vorwürfe lauten auf Bestechlichkeit, Urkundenfälschung sowie gewerbs- und bandenmäßiges Einschleusen von Ausländern.

Konkret soll die Ex-Mitarbeiterin des Kreisverwaltungsreferats (KVR) von September 2024 bis Mai 2025 in Serie Fiktionsbescheinigungen und Meldegenehmigungen ausgestellt haben – Papiere, die den Betroffenen einen scheinbar legalen Aufenthalt vorgaukelten. Pro Fall kassierte die Gruppe laut BR24 zwischen 500 und 2.500 Euro.

Die Ex-KVR-Mitarbeiterin und ihr Ehemann sitzen seit Dezember 2025 in Untersuchungshaft. Bei der Durchsuchung ihrer Wohnung stießen die Beamten auf das Bargeld und die Edelmetalle. Der 31-jährige Mitbeschuldigte befindet sich auf freiem Fuß, gegen ihn laufen die Ermittlungen weiter.

Korruption ist ein Kontrolldelikt! Der erneute Ermittlungserfolg zeigt, dass die Kontrollmechanismen innerhalb des KVR funktionieren und die umfangreichen Maßnahmen, die wir ergriffen haben, ihren Zweck erfüllen.
Hanna Sammüller, Kreisverwaltungsreferentin München

Das KVR selbst hatte die Unregelmäßigkeiten Anfang 2025 entdeckt und zusammen mit der städtischen Antikorruptionsstelle Anzeige erstattet. Daraufhin waren im März 2025 erstmals Ermittler in der Behörde angerückt. Bereits im August desselben Jahres erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen zwei andere frühere KVR-Mitarbeiter und einen externen Dienstleister; sie wurden im Januar 2026 zu Bewährungsstrafen verurteilt.

Gegen sieben weitere Personen dauern die Ermittlungen noch an. Der neue Fall um die 36-Jährige und ihre Komplizen ist nicht nur in der Dimension der Bestechungszahlungen, sondern auch durch die sichergestellten Wertgegenstände brisant. Die Staatsanwaltschaft wertet die Edelmetalle und das Bargeld als mutmaßliche Taterträge.

Wann der Prozess gegen das Trio beginnt, steht noch nicht fest. Die Stadt München hat nach eigener Darstellung die internen Kontrollen verschärft. Ob die jüngste Anklage weitere Fälle im KVR ans Licht bringt, werden die laufenden Ermittlungen zeigen.

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