Backhaus ehrt Wal-Helfer mit Party – Opposition nennt es inakzeptabel
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Backhaus ehrt Wal-Helfer mit Party – Opposition nennt es inakzeptabel

Nach dem gescheiterten Rettungseinsatz für den Buckelwal lädt Minister Backhaus die Helfer zu einem Fest. Die Opposition kritisiert die Aktion scharf – und auch bei der Feuerwehr regt sich Unmut.

Dankesurkunden für die Wal-Retter

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) lädt am Samstag (20.06.2026) rund 50 Helfer von DLRG und Freiwilliger Feuerwehr zu einer nicht öffentlichen Dankesparty auf die Insel Poel ein. In den Räumen der Freiwilligen Feuerwehr Kirchdorf will er Ehrenurkunden überreichen, auf denen unter dem Bild eines schwimmenden Buckelwals steht: „Durch Ihr persönliches Engagement, Ihre Hilfsbereitschaft und Ihre fachliche Unterstützung haben Sie maßgeblich zum Gelingen dieses außergewöhnlichen Einsatzes beigetragen.“

Doch das Gelingen ist höchst umstritten: Der Buckelwal, der im April in der flachen Kirchsee-Bucht vor Poel strandete, verendete wenige Tage nach seiner spektakulären Rettungsaktion. Der Transport des geschwächten Tieres in die Nordsee, von Backhaus nach anfänglichem Zögern unterstützt, war von Wissenschaftlern scharf kritisiert und als Tierquälerei bezeichnet worden.

Vom Stranden bis zum Tod

Der Wal – in den Medien „Timmy“ oder „Hope“ getauft – war zuvor bereits in der Lübecker Bucht und im Hafen von Wismar gesehen worden. Zunächst wollte Backhaus das Tier auf Anraten von Experten in Ruhe sterben lassen. Dann entschied er sich jedoch um und stellte sich hinter eine private Initiative um den Media-Markt-Gründer Walter Gunz und die Unternehmerin Karin Walter-Mommert.

Diese ließ den Wal in einen wassergefluteten Lastkahn bugsieren und bis nördlich von Skagen in die Nordsee transportieren. Dort freigelassen, schwamm das Tier jedoch falsch – zurück in die Ostsee. Nach etwa 215 Kilometern wurde sein Kadaver Mitte Mai vor der dänischen Insel Anholt entdeckt. Wissenschaftler hatten die Überlebenschancen von Anfang an als sehr gering eingeschätzt und von dem Transport dringend abgeraten.

Scharfe Kritik aus Opposition und von Helfern

CDU-Fraktionschef Daniel Peters warf Backhaus vor, falsche Tatsachen zu verbreiten, und nannte die Darstellung des Ministers, der Transport sei eine „Chance“ für das Tier gewesen, inakzeptabel. Auch bei der Freiwilligen Feuerwehr Poel gibt es Unverständnis. Laut NDR will die Feuerwehr bei dem Fest deutlich machen, dass sie sich mehr Vertrauen in die Wissenschaft gewünscht hätte.

Backhaus selbst hofft indes, „in gemütlicher Runde die Geschehnisse und Ereignisse rund um die Rettung des Wals Revue passieren zu lassen“ und „ein paar schöne Stunden miteinander zu verbringen“. Der Bürgermeister der Insel Poel, Florian Lechner, ließ sich aus Termingründen für das Fest entschuldigen.

Ob die Feier angesichts des verendeten Wals und der massiven Kritik tatsächlich harmonisch verläuft, ist offen.

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