20 Monate altes Mädchen stirbt: Mutter vergisst Kind im heißen Auto – Obduktion bestätigt Hitzschlag
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PanoramaHitzetod im Auto

20 Monate altes Mädchen stirbt: Mutter vergisst Kind im heißen Auto – Obduktion bestätigt Hitzschlag

In Schorndorf ließ eine 44-Jährige ihre Tochter stundenlang im geparkten Wagen zurück. Sie war überzeugt, das Kind bereits in der Kita abgegeben zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.

Todesursache Hitzschlag nach Stunden im Auto

Ein 20 Monate altes Mädchen aus Schorndorf (Rems-Murr-Kreis) ist am Mittwochnachmittag qualvoll gestorben. Die Mutter hatte es auf dem Weg zur Arbeit in ihrem Auto vergessen – bei praller Sonne und Außentemperaturen um 30 Grad. Erst Stunden später fand sie den leblosen Körper ihres Kindes.

Mutter dachte, die Tochter sei in der Kita

Die 44-Jährige parkte ihren Wagen am Morgen des 17. Juni an der Richard-Kapphan-Straße vor einer Kletterhalle. Nach bisherigen Erkenntnissen ging sie im festen Glauben, die kleine Tochter bereits in der Kinderkrippe abgegeben zu haben, ihrer Arbeit nach. Die Polizei spricht von einem „einfachen Vergessen“.

Das Kind saß währenddessen eingezwängt in seinem Kindersitz. ADAC-Tests zeigen: Bei solchen Außentemperaturen steigt die Temperatur im Fahrzeuginneren innerhalb einer halben Stunde auf über 50 Grad, nach 90 Minuten sind bis zu 60 Grad möglich. Für den kleinen Organismus wurde das zur tödlichen Falle.

Notarzt und Rettungsdienst konnten das Mädchen nicht retten

Gegen 14.30 Uhr kehrte die Frau zum Auto zurück – möglicherweise, um ihr Kind aus der Krippe abzuholen. Sie entdeckte das Mädchen leblos. Ein Notarzt und der Rettungsdienst leiteten sofort Wiederbelebungsmaßnahmen ein. Der alarmierte Polizeisprecher sagte:

Obwohl durch den hinzugerufenen Notarzt und Rettungsdienst unverzüglich Reanimationsmaßnahmen eingeleitet wurden, verstarb das Mädchen vor Ort.
Polizeisprecher

Obduktion bestätigt: Organversagen durch Hitzschlag

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart beantragte eine Obduktion, die am Freitag durchgeführt wurde. Das Ergebnis: Das Kind starb an einem Hitzschlag mit Organversagen. Andere gesundheitliche Ursachen oder Fremdeinwirkung schlossen die Rechtsmediziner aus.

Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung

Gegen die Mutter wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Sie hat einen Anwalt eingeschaltet, wurde aber noch nicht vernommen. Die Kriminalpolizei rekonstruiert den gesamten Tagesablauf, sucht Zeugen und prüft, ob die Frau tatsächlich ohne böse Absicht handelte. Ein Polizeisprecher sagte, dass bislang „alles auf ein einfaches Vergessen“ hindeute.

Die amerikanischen Forscher um Professor David M. Diamond bezeichnen solche Fälle als „Forgotten-Baby-Syndrom“. Stress, Schlafmangel oder eine Unterbrechung der Routine können demnach im Gehirn eine falsche Erinnerung erzeugen – die Eltern sind dann fest überzeugt, das Kind sicher abgeliefert zu haben.

Am Unglücksort legten Unbekannte Blumen und ein Plüschtier nieder. Die Ermittlungen der Waiblinger Kriminalpolizei dauern an. Entscheidend wird sein, ob die Mutter aussagt und wie ihr Verhalten strafrechtlich zu bewerten ist.

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