18.000-Prozent-Anstieg: Mette-Marits Erkrankung löst Organspende-Welle aus
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PanoramaOrganspende-Boom

18.000-Prozent-Anstieg: Mette-Marits Erkrankung löst Organspende-Welle aus

Nach der Nachricht, dass Kronprinzessin Mette-Marit auf eine Spenderlunge angewiesen ist, schnellten die Registrierungen in Norwegen um das 180-Fache in die Höhe. Experten sprechen von einem Effekt, der viele Leben retten wird.

Donor-Rush nach königlichem Hilferuf

In nur vier Tagen stieg die Zahl der Organspender-Registrierungen in Norwegen um das 180-Fache. Der Auslöser: die Nachricht, dass Kronprinzessin Mette-Marit auf eine Spenderlunge angewiesen ist. Am 5. Juni 2026 hatte der Königshof in Oslo mitgeteilt, dass die 52-Jährige an einer fortschreitenden Lungenfibrose leidet und ohne Transplantation nur noch rund ein Jahr zu leben hätte.

Die öffentliche Bekanntgabe löste eine beispiellose Solidaritätswelle aus: 5.753 Neuanmeldungen in den ersten vier Tagen – nachdem im gesamten Mai nur 70 Personen einem Organspenderausweis zugestimmt hatten. Bis Mitte Juni registrierten sich landesweit rund 12.000 neue potenzielle Spender, ein Anstieg von rund 18.000 Prozent im Vergleich zum Vormonat, meldete die Nachrichtenagentur AP.

Die Offenheit des Königshauses hat eine Aufmerksamkeit geschaffen, die viele Leben retten wird.
Aleksander Sekowski, Informationsleiter der Stiftung Organdonasjon, gegenüber „Dagbladet“

Erfolgreiche Transplantation am 17. Juni

Am 17. Juni kam die erlösende Nachricht: Die Kronprinzessin erhielt ein passendes Spenderorgan. Die Lungentransplantation am Osloer Rikshospitalet sei nach aktuellem Stand gut verlaufen, teilte der Palast mit. Chefarzt Are Holm erklärte, die Kronprinzessin müsse nun, wie alle Transplantationspatienten, mehrere Wochen zur Nachsorge im Krankenhaus bleiben.

Kronprinz Haakon sagte daraufhin eine Reihe offizieller Termine ab, um in den entscheidenden Wochen an der Seite seiner Frau zu sein. Er werde seine Verpflichtungen so anpassen, dass er sie während der stationären Rehabilitation unterstützen könne, hieß es aus dem Königshaus.

Norwegens Organspende-Regelung

In Norwegen gilt bei der Organspende die sogenannte Widerspruchslösung: Jeder Verstorbene gilt automatisch als Spender, sofern er nicht zu Lebzeiten ausdrücklich widersprochen hat. Die nächsten Angehörigen werden jedoch stets konsultiert und können die Organentnahme ablehnen.

Trotz dieser Regelung hatte die Spenderbereitschaft vor dem Fall Mette-Marit auf niedrigem Niveau verharrt. Nach Angaben der Stiftung Organdonasjon warten in Norwegen derzeit rund 600 Patientinnen und Patienten auf ein Spenderorgan, wobei die Warteliste für Lungentransplantationen vergleichsweise kurz ist.

Der dramatische Anstieg der Registrierungen zeigt, dass persönliche Betroffenheit und die Vorbildwirkung der Königsfamilie entscheidend sein können, um die Spenderlücke zu schließen – und viele Menschenleben zu retten.

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