„Stillstandskoalition" und „Selbstmitleid": Grüne greifen Kanzler Merz an
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PolitikHaßelmann attackiert Merz

„Stillstandskoalition" und „Selbstmitleid": Grüne greifen Kanzler Merz an

Fraktionschefin Britta Haßelmann wirft der schwarz-roten Regierung Stillstand vor und kritisiert den Kanzler persönlich. Sie verteidigt zugleich die Sicherheitspolitik der Grünen.

„Stillstandskoalition": Haßelmann rechnet mit Merz ab

Britta Haßelmann, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, geht mit der schwarz-roten Bundesregierung hart ins Gericht. Im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) nannte sie die Koalition eine „Stillstandskoalition" und die Grünen das „lautstarke" Korrektiv im Parlament.

Persönliche Abrechnung mit dem Kanzler

Besonders scharf griff Haßelmann Kanzler Friedrich Merz persönlich an: „Dieser Kanzler hat in der Vergangenheit jeden Tag die Ampelkoalition massiv kritisiert. Er wusste immer alles besser. Und jetzt ergeht er sich in Selbstmitleid. Was soll das?", zitiert die Welt aus dem RND-Interview. Sie forderte: „Reißt euch zusammen und liefert!"

Druck für klare Ukraine-Unterstützung

Mit Blick auf den Ukraine-Krieg verlangte die Grünen-Fraktionschefin von Merz eine unmissverständliche Haltung. Er müsse sich trotz abweichender Stimmen aus der CDU „glasklar" an die Seite der Ukraine stellen. In einem Tweet vom März 2026 betonte Haßelmann: „Wir Grüne haben Deutschland sicherer gemacht. Friedrich Merz muss endlich für Klarheit sorgen und gegenüber Selenskyj und gegenüber …“

„Wir Grüne haben Deutschland sicherer gemacht"

Den Vorwurf, eine grüne Außen- und Sicherheitspolitik sei naiv oder verlängere den Krieg, wies Haßelmann vehement zurück. Sie verteidigte den Kurs ihrer Partei, die ihre Wurzeln in der Friedensbewegung hat, nun aber für eine Stärkung der Bundeswehr und Waffenlieferungen an die Ukraine eintritt.

Wir Grüne haben Deutschland sicherer gemacht.
Britta Haßelmann (Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen)

Auf die Frage, ob sie mit deutschen Waffen den Krieg verlängere, verwies sie auf die veränderte Bedrohungslage durch den russischen Angriffskrieg, wie die Welt berichtet. Auch wenn mehr in Verteidigung investiert werden müsse, reiche das allein nicht aus – es gehe darum, Sicherheit und Frieden neu zu denken.

Kampf gegen Rückabwicklung von Ampel-Gesetzen

Darüber hinaus kritisierte Haßelmann konkrete Koalitionsvorhaben: Sie verurteilte die Pläne der Union, das Heizungsgesetz und das Selbstbestimmungsgesetz rückabzuwickeln. Beide Gesetze waren zentrale Projekte der vorherigen Ampel-Regierung, in der die Grünen mitregierten.

Brantner: Regierung schmerzt zu sehen

Parallel zu Haßelmanns Angriffen betonte die grüne Parteivorsitzende Franziska Brantner, dass es nicht um Schuldzuweisungen gehe, sondern um die Frage, wie man das Land gemeinsam „wieder vom Abgrund weg" führen könne. Die aktuelle Regierung arbeite so, dass es „schmerzt zu sehen", sagte Brantner in der ntv-Sendung „Pinar Atalay".

Die Grünen-Führung macht damit klar, dass sie die schwarz-rote Regierung nicht nur inhaltlich bekämpft, sondern auch den Führungsstil des Kanzlers infrage stellt. Für Merz wächst der Druck, aus der Opposition heraus liefern zu müssen – im Parlament und auf internationaler Bühne.

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